Design und Konstruktion
Die 23 ist ein Freizeit-Kielboot, das überwiegend aus GFK mit Schaumkern und Holzverzierungen gebaut wurde. Wie ihre kleineren ETAP-Schwestern ist sie als Sandwichkonstruktion ausgeführt, bei der zwischen den äußeren und inneren GFK-Lagen Schaumstoff injiziert wurde. Diese Sandwichbauweise dient nicht nur dem Isolieren: Tests der damaligen Zeit zeigten, dass die Schaumstoffkonstruktion die Rumpfstruktur versteift und das Boot selbst nach dem Befüllen mit Wasser unsinkbar macht. Zudem hält sie die Kabine trocken und kondensationsfrei sowie schalldämmend gegenüber Umgebungsgeräuschen. Das von der Werft selbst entwickelte Sandwichverfahren, das über die gesamte Marke hinweg angewendet wird, macht das Boot von Grund auf unsinkbar. Optisch ist das gesamte Boot mit Mahagoni und/oder Teakholz sowie polierten Messingbeschlägen extrem hochwertig verarbeitet, was ihm eine Wärme verleiht, die im Kontrast zur rein funktionalen GFK-Hülle steht. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist mit einem fraktionalen Bermuda-Slup-Rigg ausgestattet, das mit einem geneigten Vorsteven und einem vertikalen Spiegel einhergeht. Die Steuerung erfolgt über ein am Spiegel aufgehängtes Ruder, das über eine Pinne bedient wird. Das prägende Anhängsel ist der gewichtete Bulb-Lifting-Kiel – eine ballastierte, vertikal einziehbare Einheit, die den minimalen Tiefgang für Trailern und das Erkunden von Flachwasserrevieren niedrig hält, während sie beim Aufkreuzen einen guten Tiefgang im abgesenkten Zustand bietet. Mit abgesenktem Kiel hat sie einen Tiefgang von knapp über fünf Fuß; eingeholt weniger als drei Fuß. Das PHRF-Regattahandicap von 240 positioniert sie eher unter den moderaten Fahrtenyachten als unter den reinen Regattayachten.
Unterbringung
Unter Deck hilft die große Breite dabei, mehr nutzbaren Raum zu schaffen, als es allein die Länge vermuten ließe. Für vier Personen gibt es Schlafplätze: eine Doppel-V-Koje im Bugkajüte und zwei gerade Salonsofakojen in der Hauptsalonsuite neben einem klappbaren Tisch. Die Pantry befindet sich an Backbord direkt achterlich der Bugkabine und ist mit einem zweiflammigen Herd, einer Kühlbox und einer Spüle ausgestattet. Die Nasszelle ist unter der V-Koje an Backbord in der Bugkabine untergebracht. Ein Außenborderschacht befindet sich praktischerweise in der Plicht nahe dem Steuerstand, sodass der Motor frei von der Bodenbretter liegt.
Eignerschaft und Klassenzugehörigkeit
Die Konstruktion wurde einst von einem Klassenverein unterstützt, der ETAP Owners Association, der den Eignern ein strukturiertes Netzwerk für Ersatzteile und Erfahrungsaustausch bot. Die ETAP Yachting selbst durchlief Ende der 2000er Jahre Eigentümerwechsel und Insolvenzen, diese Ereignisse liegen jedoch weit nach der Produktionszeit des 23er und betreffen nicht die ursprüngliche Bauära des Bootes.
Das Fazit
Die ETAP 23 ist eine gut durchdachte kleine Fahrtenyacht, deren Schaumsandwich-Konstruktion Unsinkbarkeit, Leiseheit und Steifigkeit in einem Paket bietet, das sich leicht trailern lässt und vier Personen Schlafplätze bietet. Der Hubkiel erweitert ihre Reviergrenzen, und der fertige Innenraum belohnt den Wochenendgebrauch. Sie ist jedoch ein kleines Boot mit moderatem Gewichts- und Leistungsnachteil auf raumen Kursen.
Vorteile
- Unsinkbarer Rumpf aus Schaumsandwich, der zudem Schall und Kondenswasser minimiert
- Hubbarer, schwerer Bulbkiel für extrem geringen Tiefgang im Segelzustand und nützliche Wassertiefe am Wind
- Warmes, hochwertig verarbeitetes Interieur aus Mahagoni/Teebaum und Messing
- Vier Schlafplätze mit separater Nasszelle und funktionaler Pantry
Nachteile
- Bescheidenes PHRF-Handicap von 240 schränkt die Regatta-Relevanz ein
- Geringe Bootsgröße begrenzt den Komfort beim Wohnen an Bord oder auf längeren Törns









