Design und Konstruktion
Tripps Rumpf verdrängt 32.000 Pfund bei einer Wasserlinienlänge von 33 Fuß und 3 Zoll, wobei 14.600 Pfund Bleiballast tief in einer massiven GFK-Hülle fixiert sind. Da der GFK-Bootsbau Mitte der sechziger Jahre noch neu war, wurden Boote dieser Ära nach heutigen Maßstäben meist extrem solide gebaut, und die Columbia 50 ist da keine Ausnahme. Sie wurde überwiegend von Columbia Yachts in Kalifornien als klassischer GFK-Einrumpfer gebaut, und das massive Laminat unter der Wasserlinie spiegelt die konservative Bauweise jener Zeit wider. Die von Columbia von 1971 bis 1974 unter dem Namen Sailcrafter angebotene Bausatz-Version fügte einen zusätzlichen Skeg zwischen Kiel und Spatenruder hinzu – ein Detail, das beim Standard-Serienrumpf fehlt. (1)
Rigg und Handhabung
Der ursprüngliche Entwurf war eine Masttoppslup mit rund 977 Quadratfuß Segelfläche, obwohl das Boot auch als Yawl, Schoner oder sogar in einer maßgeschneiderten Rigg-Variante angeboten wurde. Als sportliche Regatta-/Fahrtenyacht von Natur aus gewann sie 1966 das Newport-to-Ensenada-Rennen gegen eine Flotte von über 500 Booten. Heutige Eigner berichten, dass sie sich etwa wie ein modernes Boot verhält und sowohl bei lokalen Regatten als auch auf Offshore-Törns Freude bereitet. Die maßgeschneiderte Intermezzo, die aus denselben Formen für John Hall gebaut wurde wie sein zweiter 50-Fuß-Columbia, trug ein viel höheres Rigg, eine Besan, ein Bugspriet zur Verlängerung des Vorsegeldreiecks und ein größeres Ruder als üblich – ein Beweis dafür, dass die Plattform erheblichen Experimentierfreiraum zuließ. Steve und Linda Dashew besaßen eine Intermezzo und segelten damit um die Welt, und auch Torben Grael hielt eine Columbia 50 unter seinen Booten. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Aufteilung für sieben Personen großzügig bemessen. Eine Eignerkabine befindet sich im Vorschiff mit zwei Nasszellen in diesem Bereich, während eine zweite Kabine achtern drei Sofakojen in einem großen Salon ergänzt. Der zentrale Wohnbereich bietet einen Esstisch, eine Navigationsecke und eine voll ausgestattete Pantry, die zu einem Boot dieser Länge passt. Der Motor ist unter den Bodenbrettern des Salons platziert – eine Konstruktion, die das Wohnvolumen erhalten lässt, aber mechanische Arbeiten einschränkt. Auch Intermezzo unterschied sich hier: Statt der von Columbia während der Produktionszeit verwendeten Innenschale wählte man ein Holz-und-Sperrholz-Innere.
Refits und Eignerschaft
Columbia bot die C-50 von 1971 bis 1974 als Bausatz unter der Marke Sailcrafter an. Der Bau als Rumpf ohne Innenausbau oder als Bausatz ermöglichte es den Eignern, das Interieur nach eigenem Geschmack fertigzustellen – was die Existenz von Holz-/Sperrholz-Bauten neben den serienmäßigen GFK-Exemplaren erklärt. Es wurden insgesamt 62 Rümpfe gebaut, obwohl eine ältere Übersicht nur 57 nennt; viele sind noch im Einsatz, besonders an der US-Westküste. Das von damaligen Rezensenten zitierte Eignernetzwerk belegt eine bis heute aktive Flotte.
Das Fazit
Die Columbia 50 ist eine Meilenstein-Amerikanerin aus GFK als Regatta-/Fahrtenyacht, die 1965 Größe, Geschwindigkeit und relative Erschwinglichkeit vereinte. Ihre extrem solide Bauweise hat vielen Booten das Überleben bis heute ermöglicht. Sie belohnt Eigner, die klassische Linien von Tripp und einen bewährten Offshore-Historie schätzen, während die als Bausatz oder Custom gebauten Varianten eine sorgfältige Einzelfallprüfung erfordern.
Vorteile
- Größtes serienmäßig gebautes GFK-Segelboot der USA ihres Debütjahres mit einem regattaerprobten Rumpf
- Überdimensionierte, solide GFK-Konstruktion nach damaligen Maßstäben
- Vielseitige Rigg-Optionen und ein Layout mit sieben Kojen und zwei Kabinen
- Aktive Eignergemeinschaft und viele erhaltene Boote
Nachteile
- Der Motor unter dem Bodenbrett des Salons erschwert den Zugang für regelmäßige Wartungsarbeiten
- Die Bausatz- und Custom-Versionen (Sailcrafter, Intermezzo) weichen erheblich von der Serienkonstruktion ab








