Design und Konstruktion
Die Offshore 36 ist ein Entwurf von Maurice DeClercq, gebaut von Cheoy Lee als moderater Einrumpfer mit Flossenkiel und Skeg-Ruder. Wo sie sich von der damaligen Norm von Cheoy Lee abhebt, ist ihr Rumpfcharakter: Im Gegensatz zu den schwereren, traditionelleren von Luders entworfenen Cheoy Lees wie der Offshore 47 Yawl oder der Clipper-Serie besitzt diese 36 eine leichtere, leistungsorientiertere Rumpfform mit geringerer Breite und einem feineren Vorschiffseintritt. Diese Abstammung ist entscheidend. Das Boot wurde als Regattayacht konzipiert, und die Serienversion behielt den aus dem Regattasport übernommenen Schwerpunkt auf einem agilen, leicht anspringenden Rumpf statt des statuenhaften, langkieligen Fahrtenboot-Konzepts. Mit einer Verdrängung von rund 15.000 lb, 5.000 lb Ballast und einer Breite von 10 Fuß bei einer Wasserlinie von 25,8 Fuß beschreiben die Zahlen ein Boot, das breit genug für Komfort ist, aber im Vorschiff so fein geschnitten ist, dass es durchs Wasser schneidet, anstatt sich hindurchzuarbeiten. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup verfügt die Offshore 36 über einen Standard-Rigg-Typ mit einer I von 38,5 Fuß und einer J von 18,75 Fuß, kombiniert mit einer 100%-Genua von etwa 369 Quadratfuß und einer Arbeitsgenua von über 485 Quadratfuß; ein größeres 150%-Gennakrsegel und ein asymmetrischer Spinnaker von fast 984 Quadratfuß gehörten ebenfalls zum Segelplan. Einige Boote wurden später auf ein Kutterrigg umgerüstet, eine sinnvolle Anpassung für das Fahrtensegeln, die durch die ursprüngliche Masttopp-Konfiguration nicht ausgeschlossen wurde. Auf dem Wasser bietet der Entwurf für seine Epoche eine ordentliche Geschwindigkeit bei gleichzeitig guter Seetüchtigkeit. Der feine Vorschiffseintritt macht das Boot bei moderaten Bedingungen schneller, führt jedoch auf See zu einer lebhafteren Bewegung im Vergleich zu Langkielern. Dieser Kompromiss ist das Herzstück des Bootes: ein lebhafteres Seeverhalten als bei einem traditionellen Langkieler, eingetauscht gegen eine spürbar bessere Agilität, sobald der Wind auffrischt. (1)
Unterbringung und Charakter unter Segeln
Der schmalere, feiner profilierte Rumpf, der dem Flying Buffalo seine Vorteile am Wind verleiht, prägt zwangsläufig den Innenraum. Dies ist keine Fahrtenyacht mit breitem Kiel; die Breite von 10 Fuß und die leistungsorientierten Spantenprofile bedeuten, dass der Wohnraum um einen Rumpf herum aufgeteilt wurde, bei dem die Segelleistung vor Quadratfuß ging. Was das Boot zurückgibt, ist die Doppelidentität, die durch sein „Cruising/Racing“-Label impliziert wird – ein Boot, das auf Langstrecken spurtreue Leistung zeigt, sich aber auch beim Am-Wind-Kreuzen mit viel Druck auf der Schot wie eine reinrassige Regattayacht anfühlt. Der Ruf als eines der beliebtesten Modelle von Cheoy Lee deutet darauf hin, dass der Markt diesen Kompromiss während des GFK-Booms bereitwillig akzeptierte.
Das Fazit
Die Cheoy Lee Offshore 36 ist ein echtes Produkt der GFK-Adoleszenz des Sports: eine aus Regatten gezüchtete 36-Fuß-Yacht, die von Cheoy Lee mit bemerkenswertem Erfolg industrialisiert wurde. Ihr Reiz liegt in einem Rumpf, der leichter und feiner ist als die traditionelleren zeitgenössischen Entwürfe der Werft, was für eine schnellere Handhabung auf Kosten einer unruhigeren Bewegung auf See sorgt. Für einen Käufer, der das Gefühl einer agilen Slup mit Flossenkiel dem träge Komfort einer Langkiel-Jolle vorzieht, bleibt die Flying Buffalo eine durchdachte, gut dokumentierte Wahl aus einer blühenden Ära der Serienproduktion.
Vorteile
- Aus Regatten abgeleiteter Rumpf eines lizenzierten Great-Lakes-Entwurfs, feiner und leichter als zeitgenössische Luders Cheoy Lees
- Über 1.000 gebaut; leicht verständliches, beliebtes Serienmodell
- Schnell bei mäßigen Bedingungen mit solider Fahrtauglichkeit
Nachteile
- Lebhafteres Seeverhalten auf See als bei Langkielern
- Geringere Breite und feinerer Vorschiffseintritt opfern etwas Innenraumvolumen zugunsten der Leistung









