Catalina Morgan 38 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Gerry Douglas·1993 – 2005·Catalina Yachts
Catalina Morgan 38 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
38.42' · 11.71 m
Verdr.
17.500 lbs · 7.938 kg
Erstes Baujahr
1993

Die Catalina Morgan 38 besetzt eine ganz eigene Nische in der langen Geschichte von Catalina Yachts. Sie entstand aus dem Erwerb der Werft Morgan Yachts aus Largo, Florida, im Jahr 1984. Danach baute Catalina die Entwürfe von Morgan als Morgan Division weiter. Die Catalina/Morgan 38 kam im November 1992 als das erste komplett neue MorganModell seit mehr als zehn Jahren auf den Markt. Sie wurde nicht von Charlie Morgan, sondern vom eigenen Designteam von Catalina unter Gerry Douglas gezeichnet. Auch bekannt als Morgan 38 CC oder Morgan 381, ist sie eine MittelcockpitFahrtenyacht mit Achterkabine und einem Gewicht von fast 18.000 Pfund. Bis zum Ende der 1990er Jahre wurden weniger als 100 Rümpfe fertiggestellt.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
38,42 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
32,42 ft
Breite
12,33 ft
Tiefgang
6,5 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
6.800 lbs (Blei)
Verdrängung
17.500 lbs
Wasserkapazität
90 gal
Kraftstoffkapazität
50 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
42,17 ft
Unterliek Großsegel
15,67 ft
Vorsegeldreieck Höhe
50,5 ft
Vorsegeldreieck Basis
14,67 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
52,59 ft
Segelfläche
700 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
16,61
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
38,86
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
229,27
Komfort-Ratio
27,85
Kenterungsverhältnis
1,9
Rumpfgeschwindigkeit
7,63 kn

Design und Konstruktion

Rumpf und Deck folgen einem für die damalige Zeit konventionellen GFK-Ansatz: Ein Laminat aus Gewebe, Harz und gezielt eingesetztem Kernmaterial sorgt für Steifigkeit, wobei die Komponenten durch Gewebe, Harz, Strukturklebstoffe oder eine Kombination davon verklebt sind. Das Deck sitzt im Rumpf wie in einer Schuhbox – eine Methode, die Catalina seit langem nutzt, um die Steifigkeit zu erhöhen und Lecks zu verhindern. Die Verbindung ist außen mit einer Aluminium-Fensterleiste mit Vinyl-Auflage versehen. Diese Leiste ist für ein Boot dieser Größe relativ schmal, und Berichte aus der Praxis weisen darauf hin, dass sie bei kleineren Auffahrunfällen leicht beschädigt wird. Dasselbe Gutachten wies zudem darauf hin, dass Beschläge, Fenster und Luken ein höheres als typisches Risiko für hartnäckige Undichtigkeiten aufweisen. (1)

Rigg und Handhabung

Die Winschen sind mit dem Steuermann im Blickwinkel positioniert: Die Winschen für die Großschot und die Genuaschot liegen in unmittelbarer Reichweite, während die Fallenwinschen zu beiden Seiten des Niedergangs platziert sind. Die meisten Boote verließen die Werft mit einem Rollgroßsegel im Mast, was die damalige Fachpresse als weniger effizient als ein herkömmliches Rigg bewertete. In Kombination mit einem konservativen Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,6 und den Optionen für Flach- oder Tiefkiel zeigt das Boot eine mäßige Leistung am Wind und bei leichtem Wind. Im Vergleich zu anderen Fahrtenyachten dieses Typs werden sich die meisten Segler jedoch über die Segeleigenschaften am Wind und vor dem Wind freuen. Die Werftunterlagen listeten einen tiefgehenden Flossenkiel mit 6 Fuß 6 Zoll Tiefgang neben dem Flachkiel als Option auf. (1)

Unterbringung

Als Mittelcockpit-Modell mit Achterkabine behält die 38 eine großzügige Breite an Deck, sodass die Crew von Bug bis Heck gehen kann, ohne auf den Kajütaufbau steigen zu müssen. Die Plicht ist lang, aber schmal – ein Kompromiss, um die Stehhöhe in der Pantry und im Nassbereich unter Deck zu erhalten. Unter Deck führt der Niedergang am vorderen Ende der Plicht in einen für vier Personen eingerichteten Hauptsalon, der an Steuerbord über eine kleine, aber ausreichende Navigationsecke und an Backbord über eine Sitzecke verfügt, deren mittlerer Teil sich bis zur Schreibtischhöhe anheben lässt, wodurch sich der Sitz in vordere und hintere Hälfte teilt. An Backbord benötigt eine Sitzecke samt Esstisch noch ein paar Klappstühle, um beim Abendessen vier Personen unterzubringen. (1)

Die V-Koje im Vorschiff verfügt über eine kleine Nasszelle mit integrierter Dusche an Backbord und einem Kleiderschrank an Steuerbord, während der Ankerkasten auf dem Vordeck klein gehalten wurde, um das Volumen der Kabine zu maximieren. Die Pantry erstreckt sich entlang der Backbordseite des Rumpfes in Richtung der Achterkabine und ist bemerkenswert geräumig: Herd, Kühlbox und Gefrierschrank außen, Spüle innen, mit hervorragendem Arbeitsflächenbereich und ausreichend Stauraum. Gegenüber befindet sich die Eignernasszelle mit separater Dusche, die vom Salon oder von der Achterkabine aus zugänglich ist. In dieser liegt zwischen gepolsterten Sitzen eine mittschiffs platzierte Doppelkoje, eine Kommode an Backbord und ein Schrank für Kleidung an Steuerbord. Schubladen, ein Kraftstofftank und oberhalb zu öffnende Behälter füllen den restlichen Stauraum im Heck, und zwei große, zu öffnende Luken sorgen für Belüftung und einen Notausgang in der Achterkabine. Der Tester schrieb in seiner Bewertung für den Gebrauchtbootmarkt, dass die Raumaufteilung im Innenraum eines 38-Fuß-Kreuzers für das Wohnen an Bord an der Küste kaum besser sein könne, und bemerkte, dass die vordere Nasszelle leicht in einen Stauraum umgebaut werden könnte. (1)

Bekannte Schwachstellen

Neben der anfälligen Gegenrad-Bordüre und den bereits erwähnten anhaltenden Decksundichtigkeiten ist die am Spiegel montierte Luke bei starkem Regen oft undicht, offenbar weil ihre Konstrukteure sie nie für eine vertikale Montage vorgesehen hatten. Der Motorzugang ist ein weiterer Kritikpunkt: Der Westerbeke-Diesel – oder auf einigen Rümpfen ein Yanmar – sitzt unter dem Cockpitdeck und dem Pantry-Arbeitsplatte, und obwohl abnehmbare Paneele und Luken den routinemäßigen Service erleichtern, ist der Zugang zur Steuerbordseite des Motors eingeschränkt. (1)

Refits und Eignerschaft

Für die normale Wartung sorgen die abnehmbaren Paneele, Türen und Luken an den Wartungspunkten. Die einfache Umbauoption der vorderen Nasszelle zu einem Stauraum ist ein praktisches Upgrade für Eigner, die mehr Stauraum statt einer zweiten Toilette wünschen. Das große Achterdeck – mit integrierten Steigern an Backbord und Steuerbord zur Badeplattform – bietet für eine LOA von 38 Fuß eine seltene Menge an Platz. (1)

Das Fazit

Die Catalina Morgan 38 ist eine praktische, wohnliche Fahrtenyacht für die Küste, deren Mittelcockpit-Layout und Achterkabine sich nach wie vor hervorragend für das Wohnen an Bord eignen. Sie tauscht reine Segelleistung gegen Komfort und Volumen ein, und ihre bekannten Leckagen sowie der schwierige Motorzugang erfordern eine sorgfältige Besichtigung und verantwortungsvolle Eignerschaft.

Vorteile

  • Durchdachte Aufteilung für vier Personen mit geräumiger Pantry und vielseitiger Achterkabine
  • Breite Seitendecks und großes Achterdeck mit integrierten Stufen zur Badeplattform
  • Praktisches Mittelcockpit-Format mit Achterkabine, geschätzt von Seglern, die an Bord leben

Nachteile

  • Anhaltende Lecks an Beschlägen, Fenstern und Luken; Lecks am Heckklapptor bei starkem Regen
  • Kleiner Schrubberkiel, der bei leichtem Anprall im Hafen leicht beschädigt wird
  • Eingeschränkter Zugang zum Steuerbordmotor; mäßige Leichtwind- und Leistungseigenschaften am Wind

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