Design und Konstruktion
Rumpf und Deck folgen einem für die damalige Zeit konventionellen GFK-Ansatz: Ein Laminat aus Gewebe, Harz und gezielt eingesetztem Kernmaterial sorgt für Steifigkeit, wobei die Komponenten durch Gewebe, Harz, Strukturklebstoffe oder eine Kombination davon verklebt sind. Das Deck sitzt im Rumpf wie in einer Schuhbox – eine Methode, die Catalina seit langem nutzt, um die Steifigkeit zu erhöhen und Lecks zu verhindern. Die Verbindung ist außen mit einer Aluminium-Fensterleiste mit Vinyl-Auflage versehen. Diese Leiste ist für ein Boot dieser Größe relativ schmal, und Berichte aus der Praxis weisen darauf hin, dass sie bei kleineren Auffahrunfällen leicht beschädigt wird. Dasselbe Gutachten wies zudem darauf hin, dass Beschläge, Fenster und Luken ein höheres als typisches Risiko für hartnäckige Undichtigkeiten aufweisen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Winschen sind mit dem Steuermann im Blickwinkel positioniert: Die Winschen für die Großschot und die Genuaschot liegen in unmittelbarer Reichweite, während die Fallenwinschen zu beiden Seiten des Niedergangs platziert sind. Die meisten Boote verließen die Werft mit einem Rollgroßsegel im Mast, was die damalige Fachpresse als weniger effizient als ein herkömmliches Rigg bewertete. In Kombination mit einem konservativen Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,6 und den Optionen für Flach- oder Tiefkiel zeigt das Boot eine mäßige Leistung am Wind und bei leichtem Wind. Im Vergleich zu anderen Fahrtenyachten dieses Typs werden sich die meisten Segler jedoch über die Segeleigenschaften am Wind und vor dem Wind freuen. Die Werftunterlagen listeten einen tiefgehenden Flossenkiel mit 6 Fuß 6 Zoll Tiefgang neben dem Flachkiel als Option auf. (1)
Unterbringung
Als Mittelcockpit-Modell mit Achterkabine behält die 38 eine großzügige Breite an Deck, sodass die Crew von Bug bis Heck gehen kann, ohne auf den Kajütaufbau steigen zu müssen. Die Plicht ist lang, aber schmal – ein Kompromiss, um die Stehhöhe in der Pantry und im Nassbereich unter Deck zu erhalten. Unter Deck führt der Niedergang am vorderen Ende der Plicht in einen für vier Personen eingerichteten Hauptsalon, der an Steuerbord über eine kleine, aber ausreichende Navigationsecke und an Backbord über eine Sitzecke verfügt, deren mittlerer Teil sich bis zur Schreibtischhöhe anheben lässt, wodurch sich der Sitz in vordere und hintere Hälfte teilt. An Backbord benötigt eine Sitzecke samt Esstisch noch ein paar Klappstühle, um beim Abendessen vier Personen unterzubringen. (1)
Die V-Koje im Vorschiff verfügt über eine kleine Nasszelle mit integrierter Dusche an Backbord und einem Kleiderschrank an Steuerbord, während der Ankerkasten auf dem Vordeck klein gehalten wurde, um das Volumen der Kabine zu maximieren. Die Pantry erstreckt sich entlang der Backbordseite des Rumpfes in Richtung der Achterkabine und ist bemerkenswert geräumig: Herd, Kühlbox und Gefrierschrank außen, Spüle innen, mit hervorragendem Arbeitsflächenbereich und ausreichend Stauraum. Gegenüber befindet sich die Eignernasszelle mit separater Dusche, die vom Salon oder von der Achterkabine aus zugänglich ist. In dieser liegt zwischen gepolsterten Sitzen eine mittschiffs platzierte Doppelkoje, eine Kommode an Backbord und ein Schrank für Kleidung an Steuerbord. Schubladen, ein Kraftstofftank und oberhalb zu öffnende Behälter füllen den restlichen Stauraum im Heck, und zwei große, zu öffnende Luken sorgen für Belüftung und einen Notausgang in der Achterkabine. Der Tester schrieb in seiner Bewertung für den Gebrauchtbootmarkt, dass die Raumaufteilung im Innenraum eines 38-Fuß-Kreuzers für das Wohnen an Bord an der Küste kaum besser sein könne, und bemerkte, dass die vordere Nasszelle leicht in einen Stauraum umgebaut werden könnte. (1)
Bekannte Schwachstellen
Neben der anfälligen Gegenrad-Bordüre und den bereits erwähnten anhaltenden Decksundichtigkeiten ist die am Spiegel montierte Luke bei starkem Regen oft undicht, offenbar weil ihre Konstrukteure sie nie für eine vertikale Montage vorgesehen hatten. Der Motorzugang ist ein weiterer Kritikpunkt: Der Westerbeke-Diesel – oder auf einigen Rümpfen ein Yanmar – sitzt unter dem Cockpitdeck und dem Pantry-Arbeitsplatte, und obwohl abnehmbare Paneele und Luken den routinemäßigen Service erleichtern, ist der Zugang zur Steuerbordseite des Motors eingeschränkt. (1)
Refits und Eignerschaft
Für die normale Wartung sorgen die abnehmbaren Paneele, Türen und Luken an den Wartungspunkten. Die einfache Umbauoption der vorderen Nasszelle zu einem Stauraum ist ein praktisches Upgrade für Eigner, die mehr Stauraum statt einer zweiten Toilette wünschen. Das große Achterdeck – mit integrierten Steigern an Backbord und Steuerbord zur Badeplattform – bietet für eine LOA von 38 Fuß eine seltene Menge an Platz. (1)
Das Fazit
Die Catalina Morgan 38 ist eine praktische, wohnliche Fahrtenyacht für die Küste, deren Mittelcockpit-Layout und Achterkabine sich nach wie vor hervorragend für das Wohnen an Bord eignen. Sie tauscht reine Segelleistung gegen Komfort und Volumen ein, und ihre bekannten Leckagen sowie der schwierige Motorzugang erfordern eine sorgfältige Besichtigung und verantwortungsvolle Eignerschaft.
Vorteile
- Durchdachte Aufteilung für vier Personen mit geräumiger Pantry und vielseitiger Achterkabine
- Breite Seitendecks und großes Achterdeck mit integrierten Stufen zur Badeplattform
- Praktisches Mittelcockpit-Format mit Achterkabine, geschätzt von Seglern, die an Bord leben
Nachteile
- Anhaltende Lecks an Beschlägen, Fenstern und Luken; Lecks am Heckklapptor bei starkem Regen
- Kleiner Schrubberkiel, der bei leichtem Anprall im Hafen leicht beschädigt wird
- Eingeschränkter Zugang zum Steuerbordmotor; mäßige Leichtwind- und Leistungseigenschaften am Wind





