Design und Konstruktion
Butler behielt die langen Überhänge des Regattabootes, das großzügige Tumblehome und den spitzen kleinen Heckspiegel bei, und gestaltete anschließend Deck und Kajütaufbau neu, um der Ästhetik von Catalina gerecht zu werden. Diese Änderungen am Deck führten zu schmalen Seitendecks, was jedoch ein Kompromiss gegenüber den sonst fließenden Rumpflinien darstellt. Unter Deck sind die wichtigsten Innenkomponenten in eine angeformte Innenschale des Rumpfes integriert. Der durchgesteckte Mast stößt an das Schott vor dem Hauptsalon, und das Skeg-aufgehängte Ruder des Yankee wurde durch ein ausbalanciertes Spatenruder ersetzt.
Rigg und Handhabung
Das Rigg wurde zu einem Layout mit hoher Streckung umgebaut, mit einem höheren Mast und einem kürzeren Baum, was zusammen mit dem Spatenruder dem Boot ein ausgeprägtes Gefühl auf dem Ruder verleiht. Eigner berichten, dass die Catalina 38 am Wind wie auf Schienen läuft und sich auch bei leichtem Wind hervorragend segelt – eine Kombination, die der IOR-Herkunft widerspricht. Mit einem Tiefgang von fast 2,10 m ist sie keine Fahrtenyacht für Flachwasserreviere, aber die robuste Abstammung des Rennboots übersetzt sich in ein Boot, das vielen Seglern großen Spaß bereitet.
Unterbringung
Der Innenraum wurde für die Wohnlichkeit beim Wochenendsegeln und nicht für den rücksichtslosen Regatta-Einsatz neu gestaltet. Für Türen, Schubladenfronten und Schotten wurden Teakholzverzierungen und Furniere verwendet. Während frühe Modelle eine GFK-Bodenbretter-Kabine hatten, erhielten spätere Boote einen Boden aus Teak- und Eibenfurnier. Vor dem Schott befinden sich an Backbord die Nasszelle, an Steuerbord die Backskisten und eine V-Koje, die problemlos zwei Erwachsenen Platz bietet. Im Salon lässt sich die U-förmige Sitzecke an Backbord in eine Doppelkoje umbauen, während eine lange Sofakoje an Steuerbord Stauraum hinter und unter sich bietet. Achtern der Sitzecke befindet sich eine gemütliche U-förmige Pantry, und eine Navigationsecke schließt auf eine Achterkoje an, die sich unter das Cockpit erstreckt.
Bekannte Schwachstellen
Der Übergang von der Plicht zum Vordeck kann knifflig sein, besonders wenn eine breite Sprayhood installiert ist – ein Kompromiss aufgrund der schmalen Seitendecks. Eigner mit Langstreckenplänen mögen die Tankkapazitäten als zu gering empfinden. Spätere Boote mit dem 24-PS-Universal-Diesel sollen zudem nicht genug Leistung haben, um das Boot bei mäßigem Wind und Kabbelwasser mit Rumpfgeschwindigkeit zu segeln. Sehr frühe Modelle waren mit einem Atomic 4 Benzinmotor ausgestattet, wobei viele dieser Motoren bereits ausgetauscht wurden. Der Motorzugang ist gut gelöst.
Refits und Eignerschaft
Die Werft ist nach wie vor tätig und bietet Konstruktions- sowie Ersatzteilunterstützung – ein erheblicher Vorteil für Eigner, die Komponenten für den Innenschalenbau oder Decksbeschläge suchen. Eigner loben das Design, die Bauqualität und die Leistung, und die GFK-Innenschale sorgt dafür, dass Umbauten im Innenraum über die gesamte Produktionszeit hinweg konsistent bleiben. Der Wechsel von GFK zu Teak-und-Esche-Bodenbrettern bei späteren Rümpfen ist eine sichtbare Produktionsänderung, anhand derer ein Käufer das Baujahr eines Bootes datieren kann.
Das Fazit
Die Catalina 38 ist ein seltener Fund: Eine echte IOR-Regattayacht, die für Wochenendtörns modifiziert wurde, ohne dabei an ihren Regattaqualitäten einzubüßen. Sie segelt mit ungewöhnlicher Präzision für eine Serien-Fahrtenyacht, und die GFK-Innenschale sowie die fortlaufende Unterstützung der Werft machen das Eignergefühl sehr angenehm. Die schmalen Decks und die bescheidenen Tankkapazitäten sind echte Kompromisse, aber der Charakter des Bootes überlebt sie souverän.
Vorteile
- Segelt am Wind mit bemerkenswerter Kraft und leistet sich bei leichtem Wind hervorragend
- IOR-abgeleiteter Rumpf mit ausgewogenem Spatenruder und hohem Rigg-Verhältnis
- Eingegossener Rumpfnachbau und fortlaufende Ersatzteilunterstützung durch die Werft
- Mit Teakholz ausgestatteter Innenraum, neu gestaltet für mehr Wohnkomfort
Nachteile
- Die schmalen Seitendecks erschweren das Vorbeigehen über das Vorschiff mit einer breiten Sprayhood
- Eingeschränkte Tankkapazitäten für längere Törns
- Spätere Universal-Diesel mit 24 PS haben Schwierigkeiten, bei Kabbelwasser die Rumpfgeschwindigkeit zu erreichen




