Design und Konstruktion
Die Cal 29 kombiniert einen massiven GFK-Rumpf mit einem festen Flossenkiel und einem Spatenruder – eine Konfiguration, die für ein 29-Fuß-Boot der späten 1960er Jahre äußerst modern wirkt und das Doppeldesign als Fahrten- und Regattayacht untermauert. Die Handschrift von Lapworth ist in den Proportionen deutlich zu erkennen: Das 41 Fuß hohe Masttoppslup-Rigg steht auf einer Wasserlinie von 24 Fuß, und der Tiefgang von 4 Fuß 6 Zoll hält das Boot für flache Küstenhäfen zugänglich, während der Bleiballast bei knapp unter 42 Prozent der Verdrängung für festen Stand sorgt. Jensen baute die frühen Cal-Modelle auf offenem Feld im Süden Kaliforniens, um die Kosten zu senken – eine Praxis, die der Linie den Spitznamen „Backyard Boats“ (Hinterhofboote) einbrachte. Die Cal 29 gehört zu dieser Ära des schlichten, in Serie gebauten GFK-Bootsbaus.
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup weist die Cal 29 eine Standard-I-Dimension von 37 Fuß, ein J von 12,33 Fuß, ein P von 31,67 Fuß und ein E von 12,25 Fuß auf, was zu einem Segelplan führt, der sowohl für Geschwindigkeit auf raumen Kursen als auch für einfache Handhabung mit kleiner Crew ausgelegt ist. Rückblicke bescheinigen dem Entwurf lebendige Segeleigenschaften, die sich ebenso gut auf dem PHRF-Regattakurs wie im Revier zum Ankern eignen. Das Spatenruder und der Flossenkiel verleihen ihr die Kursstabilität und Reaktionsfreudigkeit, die man von einer Regattayacht erwartet, während die aus der Länge in der Wasserlinie resultierende Rumpfgeschwindigkeit von 6,56 Knoten die Obergrenze ihrer mühelosen Geschwindigkeit unter Segeln markiert. (1)
Unterbringung
In ihrer Länge von 29 Fuß wird die Cal 29 für einen im Verhältnis zu ihren Abmessungen geräumigen Innenraum gelobt – ein bemerkenswertes Merkmal bei einer Breite von knapp über neun Fuß und einer kompakten LOA. Das Konzept als Regatta-/Fahrtenyacht bedeutet, dass das Volumen unter Deck ohne Abstriche bei der Segelleistung erkauft wurde – derselbe von Lapworth entworfene Rumpf, der am Wind lebendig anspringt, bietet gleichzeitig eine wohnliche Kabine für Küstenfahrten. Dieser Ausgleich aus Raumangebot und Agilität ist der Kern des anhaltenden Charmes des Bootes als frühe Cal, die ihre Größe übertreffen will. (1)
Bekannte Schwachstellen
Jede Cal 29, die heute noch auf dem Wasser ist, hat Systeme, die bereits Jahrzehnte alt sind. Das Design erfordert Wartung an alternden Komponenten wie dem Universal-Atomic Atomic 4 Benzinmotor und dem ursprünglichen stehenden Gut. Der Atomic 4 ist ein Benzinmotor und kein Diesel, was sowohl die Winterlagerung als auch die Brandschutzaspekte für den Eigner beeinflusst. Zudem erfordert das stehende Gut aus der Bauzeit von 1968 bis 1972 eine genaue Inspektion, unabhängig von kosmetischen Refits oberhalb der Wasserlinie. (1)
Eigentümer-Hinweise
Mit etwa 600 bis 800 gebauten Rümpfen ist die Cal 29 zahlreich genug, sodass Ersatzteile und das Wissen anderer Eigner schnell zirkulieren. Die Tankkapazitäten von jeweils 20 Gallonen für Kraftstoff und Wasser spiegeln den Charakter als Küstenkreuzer wider und weniger Langstreckenfahrten. Der 30 PS starke Atomic 4 bleibt das prägende mechanische System, das ein Eigner auf dem Laufenden halten sollte.
Das Fazit
Die Cal 29 ist eine von Lapworth entworfene Renn- und Fahrtenyacht, die lebendige Leistung und einen geräumigen Salon in einem kompakten, solide gebauten GFK-Rumpf bietet. Ihr früher Cal-Stammbaum und ihre PHRF-Wettbewerbsfähigkeit machen sie zu einem lohnenden Boot für Segler, die sowohl Regatten als auch Fahrtensegeln ohne den Sprung auf eine größere Plattform genießen möchten – vorausgesetzt, das alternde Atomic 4 und das stehende Gut werden gepflegt.
Vorteile
- Lebendige Segeleigenschaften mit einer wettbewerbsfähigen PHRF-Bewertung von ca. 168–180
- Geräumiger Innenraum für eine 29-Fuß-Regatta-/Fahrtenyacht
- Solider GFK-Rumpf mit Flossenkiel und Spatenruder
- Frühes Lapworth/Jensen-Design mit einer erfolgreichen Produktionszeit
Nachteile
- Der ältere Atomic 4 Benzinmotor erfordert regelmäßige Wartung
- Das ursprüngliche Rigg aus den Jahren 1968–1972 muss inspiziert und voraussichtlich erneuert werden
- Die begrenzte Kraftstoff- und Wasserkapazität von jeweils 20 Gallonen schränkt den Einsatz auf Küstenreviere ein








