Cabo Rico 34 — Informationen, Bewertung, technische Daten

William Crealock·1988·Cabo Rico
Cabo Rico 34 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · langkiel
Rigg
Kutter
LOA
37' · 11.28 m
Verdr.
17.000 lbs · 7.711 kg
Erstes Baujahr
1988

Die Cabo Rico 34 ist eine von W.I.B. Crealock entworfene und in Costa Rica gebaute Fahrtenyacht mit Kuttertakelung, deren Produktion 1988 begann. Eine damalige Modellübersicht bewertete eine Schwesteryacht mit 15.500 Pfund; sie selbst trägt 5.800 Pfund Bleiballast in einem langen, abgeschnittenen Langkiel und einer Breite von 11 Fuß, die weit nach achtern über einen feinen Vorschiffseintritt getragen wird. Sie ist eine ernsthafte Fahrtenyacht, die eher auf viel Raum und seegütiges Verhalten als auf Agilität auf der Regattabahn ausgelegt ist.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
37 ft
Länge an Deck
34 ft
Länge in der Wasserlinie
26,67 ft
Breite
11 ft
Tiefgang
4,83 ft
Maximale Stehhöhe
6,25 ft
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Langkiel
Ruder
1× Befestigt
Ballast
5.800 lbs (Blei)
Verdrängung
17.000 lbs
Wasserkapazität
146 gal
Kraftstoffkapazität
40 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Kutter
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
592 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
14,32
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
34,12
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
400,07
Komfort-Ratio
36,2
Kenterungsverhältnis
1,71
Rumpfgeschwindigkeit
6,92 kn

Design und Konstruktion

Crealocks Vorgabe war es, Komfort mit Hochseetauglichkeit zu verbinden. Der Rumpf erfüllt dies mit einem ausgeschnittenen Langkiel, der unter dem vorderen Achterquartier liegt, und einem geschlossenen Spiegel, der für das Segeln auf offenen Gewässern ausgelegt ist. Die Struktur ist bewusst schwer gebaut: Cabo Rico errichtete sie von Grund auf nach Standards, die über die typischen Serienboote hinausgehen, mit einem vollständig einlaminierten Kiel und einer erhöhten Kimm, die eine große U-förmige Dichtung um das gesamte Boot bildet, die überall versiegelt und durchgebolzt ist. Die Schotten sind für hohe Festigkeit laminiert und mit massivem Teakholz beplankt, anschließend mit mehreren Lagen von Matratzen- und Glasgewebe vollständig mit Rumpf und Deck verklebt. Alle Bodenwrangen, Übertragungen und die Unterbodenkonstruktion bestehen aus massivem GFK. In den Bilgen oder im Unterbau gibt es kein Holz, das unter irgendwelchen Bedingungen rotten könnte. Der Mast steht auf einer aufwendigen Brücke aus schwerem, kreuzweise laminiertem GFK mit einer Aluminiumplatte von 12 mm Dicke, wodurch der Mastkopf auf dem trockenen Kabinenboden aufliegt. Der Teak-und-Holzboden ist darüber mit Epoxidharz verklebt, und der darunter liegende Hohlraum dient als Fäkalientank. Ein komplettes Schutzsystem mit schwerer Industriekabeln durchzieht das Boot, und Rumpf sowie Deck sind vollständig isoliert. (1)

Rigg und Handhabung

Das Kutterrigg trägt für diesen Bootstyp ein relativ großes Vorsegeldreieck, was große, leichte Vorsegel für zusätzliche Geschwindigkeit ermöglicht, und der Bugspriet schiebt das Boot mehr als drei Fuß nach vorn. Unter Motor macht der zurückgeschnittene Kiel sie agiler als einen traditionellen Langkieler, ist aber stabiler als viele zeitgenössische Boote mit Flossenkiel ähnlicher Länge. Unter Segeln läuft sie wie ihre Langkieler-Kollegen kursstabil. Probefahrer stellten fest, dass sie regelmäßig die Hälfte der wahren Windgeschwindigkeit erreichte und überraschend hoch am Wind segelte – etwa 33 bis 34 Grad scheinbarer Windwinkel. Ein Eigner berichtete von einem Dreigraddrehmoment und perfektem Gleichgewicht von 3 bis 10 Knoten Wind; das Boot hielt bei leichtem Wind auch ohne Ruderdruck innerhalb von drei Grad Kurs. Was sie jedoch nicht kann, ist ein Wettstreit beim Wenden; aufgrund ihres Gewichts setzt sie sich nur langsam in Fahrt. (1)

Unterbringung

Unter Deck ermöglicht die große Breite zwei vollwertige Doppelkojen, eine im Vorschiff und eine achtern an Steuerbord, sowie eine dritte Doppelkoje, die sich aus einer Halterung unter der Sitzecke ziehen lässt. Die U-förmige Pantry verfügt über eine Edelstahl-Doppelspüle, einen zweiflammigen Gasherd mit Backofen sowie druckbeheiztes Warmwasser und kaltes Wasser. Licht und Luft kommen durch fünf Lewmar-Luken, zwei große Dorade-Lüfter, die in geschützten Kästen eingebaut sind und gleichzeitig als Handläufe dienen, sowie acht zu öffnende Bullaugen; die Dorades haben unten eine verstellbare, versetzte Schiebeluke, und selbst die Hängeschränke sind belüftet. Der Navigationstisch ist nach achtern gegenüber der Pantry ausgerichtet, mit Klappplatten für die Schalttafeln, und die Stauflächen auf den Sofakojen sind durch ausziehbare Schubladen statt durch hochklappbare Polster realisiert. Die Niedergangsstufen sind an beiden Seiten auskragend konstruiert, um auch bei Krängung genutzt werden zu können, und überall wird edles Teakholz aus Costa Rica verwendet.

Besonderheiten & Pflegehinweise

Die robuste Bauweise des Bootes spiegelt sich auch in praktischen Details für das Fahrtensegeln wider: Die Mastfußbrücke hält den Mast trocken, der isolierte Rumpf und das Deck dämpfen Geräusche und Temperaturschwankungen beim Wohnen an Bord, und die vollständig aus GFK gefertigte Substruktur schließt eine häufige Schwachstelle bei älteren Booten aus. Der geschlossene Spiegel und die geschützten Dorade-Boxen sind kleine, aber durchdachte Zugeständnisse für das Fahrtensegeln auf See.

Das Fazit

Die Cabo Rico 34 ist ein sorgfältig gestalteter Blauwasser-Kutter, dessen Bauqualität über die Normen einer Serienproduktion hinausgeht und der seine Breite im Innenraum intelligent nutzt. Sie belohnt Fahrtensegler mit hoher Kursstabilität und Balance, verlangt jedoch Geduld beim Beschleunigen bei leichtem Wind.

Vorteile

  • Überdimensionierte Substruktur aus massivem GFK ohne verrottungsgefährdetes Bilgenholz
  • Erhöhte Kimm über dem Deck durchgehend verbolzt für hohe Festigkeit
  • Kutterrigg mit großem Vorsegeldreieck und ausziehbarem Bugspriet
  • Zwei Doppelkabinen plus ausziehbare dritte Koje mit hervorragender Belüftung
  • Trockener Mastfuß sowie isolierter Rumpf und Deck

Nachteile

  • Aufgrund der Verdrängung ist das Boot beim Wenden am Motor langsam anspringend
  • Der geschlossene Spiegel schränkt die Nutzbarkeit des Achterdecks im Vergleich zu Modellen mit offenen Spiegeln ein

Ähnliche Segelboote

12 vergleichbare Designs · ähnliche LOA, Verdrängung & Rigg