Bostrom 31 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Bruno Boström/Grandinsson·1973
Ungefähre Zeichnung

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Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
30.64' · 9.34 m
Verdr.
7.782 lbs · 3.530 kg
Erstes Baujahr
1973

Die Bostrom 31 – manchmal auch als Boström 31 oder B 31 bezeichnet – ist eine schwedische 30FußKlasse von Regatta/Fahrtenyachten, die Anfang der siebziger Jahre auf dem Zeichenbrett von Bruno Boström und Jens Grandinsson entstand. Runn Båt AB baute mehrere hundert Exemplare aus GFK, und ein erheblicher Teil verließ die Werft als Bausatz für den Eigenbau. Dieser Umstand prägt jeden Gebrauchtbootmarkt heute. Das Ergebnis ist eine Masttoppslup mit moderatem Regattageist, einem BallastVerdrängungsVerhältnis von rund 42 Prozent und einem VerdrängungsLängenVerhältnis (D/L) von 198. Diese Werte ordnen das Boot fest in die Kategorie der „moderaten Regattayachten“ und nicht in die schweren Fahrtenyachten ein.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
30,64 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
25,98 ft
Breite
9,06 ft
Tiefgang
5,91 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
3.748 lbs (Blei)
Verdrängung
7.782 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
31,82 ft
Unterliek Großsegel
9,19 ft
Vorsegeldreieck Höhe
37,4 ft
Vorsegeldreieck Basis
11,98 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
39,27 ft
Segelfläche
370 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
15,07
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
48,16
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
198,12
Komfort-Ratio
23,32
Kenterungsverhältnis
1,83
Rumpfgeschwindigkeit
6,83 kn

Design und Konstruktion

Runn Båt AB baute den Rumpf aus massivem GFK, und die Werft bot die 31 mit verschiedenen Kielalternativen an. Die Flossenkiel-Version hat je nach Beladung einen Tiefgang von etwa 1,70 bis 1,80 Metern, was ihr den Zutritt zu den meisten Marinas ermöglicht, während eine tiefere Flossenkiel-Option ca. 1,80 bis 1,90 Meter tief ist und sie auf große Häfen beschränkt. Beide Flossenkiele sind aus Eisen gefertigt. Das Boot weist eine Breite von fast neun Fuß bei einer Wasserlinienlänge von knapp unter 26 Fuß auf, was ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,38 ergibt. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 1,83 und das Komfort-Ratio bei 23,2 – eine Kombination, die eher auf einen steifen, im Vergleich lebendigen Rumpf als auf eine weiche Fahrtenyacht hindeutet. Die benetzte Fläche beträgt etwa 26 Quadratmeter, und das Immersionsverhältnis von rund 820 Pfund pro Zoll zeigt, wie wenig das Boot bei gegebener Beladung einsinkt – was wichtig ist, wenn man bedenkt, dass sich diese Tiefgangswerte mit der Fracht ändern.

Rigg und Handhabung

Das Masttopprigg trägt einen Referenz-Segelplan von 30 Quadratmetern für Großsegel und Fock, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 15,1 führt; lässt man eine 135-prozentige Genua setzen, steigt dieser Wert auf 18,3 – ein nützlicher Sprung für das Fahrtensegeln bei leichtem Wind. Die Abmessungen der Fallen und Steuerleinen sind detailliert dokumentiert: Jede Fall ist etwa 25,6 Meter lang mit einem Durchmesser von 10 mm, die Großschot misst 23,3 Meter mit 12 mm und die Schoten von Fock oder Genua sind 9,3 Meter lang mit 12 mm. Unter Motor ist als Option ein Einbaudiesel Yanmar YSB8 mit 8 PS über Wellenantrieb verfügbar, was sich auf eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 3,8 Knoten summiert – knapp über einem schnellen Spaziergang, was daran erinnert, dass es sich in erster Linie um ein Segelboot handelt. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,8 Knoten, und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis klassifiziert sie unter den moderaten Regattayachten, sodass sie sauberen Wind und ein gut getrimmtes Rigg mehr belohnt als einen schweren Überhang.

Unterbringung

Das Boot ist mit sechs Kojen ausgestattet – eine Zahl, die bei einem 30-Fuß-Rumpf meist auf umbaubare Sofakojen und vermutlich eine Achterkoje statt auf separate Kabinen hindeutet. Der Weg des Selbstausbaus bedeutet, dass sich die Qualität der Innenausbauarbeiten und des Tischlers von Rumpf zu Rumpf unterscheiden kann: Ein werftseitig fertiggestelltes Boot und ein Boot, das im eigenen Garten fertiggestellt wurde, sind selbst bei identischen Rumpfnummern nicht vergleichbar. Käufer, die zwei Exemplare vergleichen, sollten den Innenraum bis zur Besichtigung als teilweise maßgeschneidert betrachten.

Bekannte Schwachstellen

Das einzige strukturelle Risiko ist das Selbstbauprogramm. Das Boot wurde auch als Bausatz zum Selbstzusammenbauen verkauft, was bedeutet, dass sich die Qualität von Boot zu Boot unterscheiden kann. Ein von einer unbekannten Hand fertiggestellter Rumpf kann dünnes Laminat, fehlende Laminatverbindungen oder eine Elektrik aufweisen, die eine Serienwerft niemals freigegeben hätte. Der Flossenkiel aus Eisen ist naturgemäß ein bekanntes Materialproblem, obwohl die Historie keine genauen Zahlen für dieses Modell angibt. (1)

Refits und Eignerschaft

Die Eignerschaft einer Bostrom 31 bedeutet, mit einer skandinavischen Regatta-/Fahrtenyacht aus den 1970er Jahren zu leben, deren laufendes Gut vollständig dokumentiert ist, deren Kiel und Innenraum jedoch Aufmerksamkeit erfordern können, die proportional zu ihrer Ausstattungssumme bemessen ist. Der Yanmar YSB8 ist ein kleiner und veralteter Motor; Ersatzteile und ein verständnisvoller Mechaniker sind wichtiger als PS. Da es nur einige hundert Boote gibt, existiert ein Gebrauchtmarkt, aber das Erbe des Selbstausbaus bedeutet, dass keine zwei Boote gleich fertiggestellt sind.

Das Fazit

Die Bostrom 31 ist eine gut durchdacht proportionierte, moderate Regattayacht mit einem bewährten Rigg und einem Rumpf, der in Bezug auf Steifigkeit weit über die von seiner Länge/Breite erwarteten Werte hinausgeht. Die Geschichte des Eigenbaus ist der einzige echte Minuspunkt: Sie vergrößert zwar die Gesamtzahl der Boote, erhöht aber auch die Qualitätsunterschiede innerhalb der Flotte.

Vorteile

  • Entworfen von Boström und Grandinsson als konsequente Masttoppslup der frühen siebziger Jahre
  • Mehrere hundert gebaut, sodass Ersatzteilverfügbarkeit und ein reiches Wissen in der Community bestehen
  • Ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 42 Prozent und ein Kenterungsverhältnis von 1,83 deuten auf einen steifen, sicheren Rumpf hin

Nachteile

  • Bastler-Kits bedeuten, dass sich die Bauqualität von Boot zu Boot stark unterscheiden kann
  • Der Flossenkiel aus Eisen erfordert ständige Aufmerksamkeit gegen Korrosion
  • Der 8 PS Yanmar rechnet sich unter Motor nur auf ca. 3,8 Knoten Leistung

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