Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus GFK gefertigt, und ungewöhnlich für ein Boot dieser Größe ist bei beiden eine Sandwichkonstruktion, die der Werft zufolge das Klima unter Deck verbessert. Der Kiel selbst besteht aus Eisen statt aus Blei, kombiniert mit einer Flossenkiel-Konfiguration und einem Spatenruder. Mit einer Breite von 8,86 Fuß und einer Länge über alles von knapp über 25 Fuß weist die 767 ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 48 Prozent und eine Verdrängung von 4.630 Pfund auf, wovon 2.205 Pfund Ballast sind. Das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,84 beschreibt einen schmalen Rumpf nach modernen Maßstäben für Fahrtenyachten, und die benetzte Fläche des Unterwasserschiffs beträgt etwa 215 Quadratfuß. Der Tiefgang liegt je nach Beladung bei etwa 4,76 bis 5,06 Fuß – flach genug, um in kleinen Marinas zu liegen. (1)
Rigg und Handhabung
Die 767 ist mit einem 7/8-Rigg und einer Segelfläche von 302 Quadratfuß auf dem ISO-Referenzsegel gebaut, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16,8 führt; mit einer 135-prozentigen Genua steigt dieser Wert auf 19,6. Die technischen Daten weisen darauf hin, dass sie mehr Rigg trägt als nur 46 Prozent ähnlicher Segelboote, was darauf schließen lässt, dass sie vor Anker leicht untertakelt ist. Die Maße des stehenden und laufenden Guts sind detailliert dokumentiert: Groß-, Fock- und Spinnakerfall laufen alle über 24,6 Meter mit einem Durchmesser von 8 mm, während die Schoten von 7,7 Metern für Fock und Genua bis auf 19,2 Meter für die Großschot reichen. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 2,10 – ein Wert, der ihr den Start bei Hochseeregatten verbieten würde – und das DL-Verhältnis von 218 ordnet sie zu den moderaten Regattayachten ein. Die berechnete Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 4,7 Knoten gegenüber einem theoretischen Maximalwert für Verdrängerrümpfe von 6,2 Knoten, wobei das Komfort-Ratio zwischen 17,2 und 18,0 liegt und die Immersionsrate bei 660 Pfund pro Zoll beträgt. (1)
Unterbringung
Die Sandwich-Rumpf- und Deckskonstruktion wurde als Verbesserung des Innenraumklimas beworben – ein thermisches und kondensationsbedingtes Merkmal, nicht jedoch eine räumliche Verbesserung. Die Wasserkapazität von 13 Gallonen und der Dieselkanister mit 7 Gallonen deuten auf ein Boot hin, das eher für kurze Küstentörns als für das Wohnen an Bord ausgelegt ist.
Bekannte Schwachstellen
Der eiserne Kiel ist der einzige Bauteil, dessen Materialwahl langfristige Kritik hervorruft, da Eisendecks bei mangelnder Pflege zu Rost und Haarrissen neigen. Die Sandwich-Konstruktion von Rumpf und Deck ist zwar für den Komfort im Innenraum vorteilhaft, erfordert jedoch eine intakte Kernstruktur.
Refits und Unterhalt
Die Überlegungen beim Kauf konzentrieren sich auf die kompakte Dokumentation: Eine einseitige Broschüre aus dem Jahr 1993 und eine einzige Designbesprechung bilden die verlässliche Grundlage. Der 10-PS-Diesel, die Einmotorkonfiguration und die bescheidenen Tankkapazitäten prägen ein Boot, dessen Wartung eher durch das Erneuern des stehenden Guts und das Antifouling des Kiels als durch Systemüberholungen geprägt ist. Das ungetakelte Charakteristikum deutet darauf hin, dass Eigner, die mehr Fahrt suchen, zur bereits in den Testdaten quantifizierten 135-Prozent-Genua-Konfiguration greifen werden.
Das Fazit
Die Bonita 767 ist eine kleine, schmale dänische Slup, deren Sandwich-GFK-Konstruktion und eiserner Flossenkiel die Merkmale einer für den Küsten-Einkaufs- und Wochenendgebrauch gebauten Yacht von Granada Yachts A/S nach den Entwürfen von Niels Jeppesen aus den frühen 1990er Jahren prägen. Sie weist kaum bekannte Schwachstellen auf und ist in ihrer Leistung klar definiert: ein profilierter Regattayacht-Kompromiss mit geringem Tiefgang und einem komfortorientierten Rumpf.
Vorteile
- Sandwich-Rumpf und -Deck sollen das Klima unter Deck verbessern
- Geringer, lastabhängiger Tiefgang erleichtert den Hafen-Zugang
- Gut dokumentierte Riggmaße vereinfachen den Austausch
Nachteile
- Der Eisenkiel erfordert regelmäßige Korrosionsschutzarbeiten
- Im Vergleich zu Gleichaltrigen etwas untertakelt
- Das Kenterungsverhältnis schließt Hochseeregatten aus









