Design und Konstruktion
Bavaria baute die 41 Holiday in Deutschland als GFK-Schiff mit festem Kiel und einem Standardtiefgang von 1,95 Metern, der unter Last im Anker auf etwa 2,05 Meter ansteigt. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 35 Prozent und ein Verhältnis von Länge zu Breite von 3,17 ordnen sie eher in die stabile, volumenorientierte Fahrtenyacht-Klasse als an die agile Performance-Ecke. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,92 spiegelt einen Rumpf wider, der für Stabilität auf See ausgelegt ist und nicht für Surfeigenschaften. Die benetzte Fläche beträgt rund 50 Quadratmeter – eine Folge der breiten Rumpfform, bei der Innenraumvolumen und Tankkapazitäten einer schlanken Vorschiffseintrittsform vorangestellt wurden. Die Hand von J&J Design ist in der pragmatischen Geometrie für Fahrtensegler zu erkennen: Ein 7/8-Slup-Rigg auf einem knickgelenkig gekielten, moderat beladenen Rumpf, konzipiert für komfortable Langstreckenfahrten. (1)
Rigg und Handhabung
Die 41 Holiday verfügt über eine Segelfläche von 92 Quadratmetern auf einem 7/8-Slup-Rigg, wobei ein Volvo-Saildrive mit 40 PS die Hilfsmaschine an Bord bildet. Die Maße des stehenden und laufenden Guts aus den damaligen Daten zeigen durchgehend 14 mm Schoten – eine 12,6 Meter lange Genuaschot, eine 31,5 Meter lange Großschot und eine 27,7 Meter lange Spinnakerschot – Größen, die zu einem Boot dieser Breite und Rigghöhe passen. Die Kombination aus Flossenkiel und Saildrive hält Ruder und Propeller frei von einem tiefen Langkiel, was die Manövrierbarkeit in Marinas erleichtert, obwohl der Tiefgang von 1,95 bis 2,05 Metern sie auf größere Hafeneinfahrten beschränkt. Die Kraftstoffkapazität von 160 Litern und das Wasserfassungsvermögen von 360 Litern ermöglichen längere Törns ohne ständige Nachfüllung. (2)
Unterbringung
Die Standardversion bietet vier Kabinen, zwei Nasszellen und neun Kojen, während auch eine Version mit fünf Kabinen für den Chartermarkt angeboten wurde. Der Innenraum ist im Mahagoni-Stil gehalten – eine damals übliche und gängige Wahl für diese Epoche und diesen Markt. Die Pantry und die Nasszelle bilden das Herzstück des Wohnbereichs. Neun Kojen in einem 42-Fuß-Rumpf bieten reichlich Kapazität für Wochenendtörns oder Küstenfahrten mit zwei Familien oder einer vollständigen Chartercrew. Das vier-Kabinen-Standardlayout schafft zudem eine gewisse Privatsphäre, die früheren offenen Raumkonzepten fehlte. (1)
Bekannte Schwachstellen
Ihr tiefgehender Tiefgang von 1,95 bis 2,05 Metern bedeutet, dass sie keine flachen Ankerplätze oder kleine Marinas anlaufen kann. Zudem platziert die Saildrive-Übertragung – obwohl sie platzsparend ist – den unteren Getriebekasten im Wasser, wo er der Korrosion und Verschleiß der Dichtungen ausgesetzt ist, was sich deutlich von einer Wellenanlage unterscheidet. (1)
Das Fazit
Die Bavaria 41 Holiday ist ein unkompliziertes, gut dokumentiertes Fahrtenboot aus der Zusammenarbeit von J&J Design und Bavaria: breit, voluminös und stabil, mit einem praktischen 7/8-Rigg und einer für Segler optimierten Tankkapazität. Sie ist eine im Charterbereich entwickelte Fahrtenyacht, deren Stärken im Raumangebot und der Stabilität liegen und nicht in spritzigen Leistungsdaten. Ihr Tiefgang ist die einzige harte Grenze, mit der sich ein Käufer planen muss.
Vorteile
- Stabile Rumpfform mit 35 % Ballastanteil und einem Kenterungsverhältnis von 1,92
- Vier-Kabinen-Standard- oder Fünf-Kabinen-Charter-Layout mit neun Kojen
- Großzügige Wassertankkapazität von 360 l und Kraftstoffkapazität von 160 l für ausgedehnte Törns
- 7/8-Slup-Rigg mit überschaubaren Schoten mit 14 mm Durchmesser im gesamten Rigg
Nachteile
- Der Tiefgang von 1,95–2,05 m schränkt den Zugang zu Häfen und Ankerplätzen ein
- Der Saildrive setzt das untere Bootsteil der Korrosion im Wasser und Verschleiß der Dichtungen aus






