Design und Konstruktion
Jeppesens Rumpf misst 23,3 Fuß an der Wasserlinie bei einer Breite von 9,2 Fuß – ein L/B-Verhältnis von 3,21, das nach modernen Maßstäben als mäßig schmal gilt, aber typisch für die damalige Konzeption von Regatta-/Fahrtenyachten war. Die dänische Werft fertigte sowohl den Rumpf als auch das Deck im Sandwichverfahren aus GFK an. Eine Entscheidung, die laut der ursprünglichen Besprechung das Klima unter Deck verbessert, indem sie Temperaturschwankungen und Kondenswasser dämpft. Der Ballastanteil liegt mit 44 Prozent der Verdrängung im technischen Datenblatt, wobei ein Bleiflossenkiel als eine von mehreren Kieloptionen genannt wird, mit denen das Boot gebaut wurde. Die Banner 30 wurde auch als Bausatz zum Selbstausbau verkauft, was bedeutet, dass sich die Qualität der einzelnen Boote unterscheiden kann. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Rigg trägt mehr Segelfläche als 76 Prozent vergleichbarer Segelboote – ein Wert, mit dem die Fachzeitschrift das Boot als deutlich übertakelt bezeichnet. Mit dem ISO-Referenzsegel liegt das SA/D-Verhältnis bei 18,8; setzt man eine 135-prozentige Genua, steigt es auf 21,6, was echte Beschleunigungsmöglichkeiten in die Hände des Trimmers legt. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 202 ordnet sie zu den „moderaten Regattayachten“ ein, und die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,5 Knoten. Ein Kenterungsverhältnis von 2,08 bedeutete, dass sie für Hochseeregatten nicht zugelassen worden wäre, während das Komfort-Ratio von 17,5 bis 18,9 eine feste, aber nicht weiche Bewegung beschreibt. Die benetzte Fläche beträgt etwa 247 Quadratfuß, und die Immersion liegt bei 745 Pfund pro Zoll – sie sitzt leicht auf dem Wasser und reagiert feinfühlig auf Lastveränderungen.
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum wie bei vielen ihrer Zeitgenossen mit Mahagoni ausgestattet, die Stehhöhe liegt jedoch unter dem Durchschnitt für diese Größe – ein Nachteil, den jeder, der an Bord leben möchte, genau abwägen sollte. Die Besprechung schweigt sich über die Anzahl der Kojen und die Geometrie der Pantry aus; daher muss die Kabine vor Ort und nicht nur auf Basis der Datenblätter beurteilt werden.
Ausrüstung und Antrieb
Der Antrieb war nie standardisiert: Die Banner 30 verließ die Werft mit verschiedenen Motoralternativen, wobei ein Innenborder mit Wellenantrieb eine Möglichkeit darstellte. Häufiger wurde für Hafenmanöver ein Außenborder installiert. Der Tiefgang von 5,25 bis 5,55 Fuß (je nach Beladung) ermöglicht den Zutritt zu den meisten Marinas.
Das Fazit
Die Banner 30 ist ein dänisches Design aus einer vergangenen Ära, das sich lohnt für Segler, die eine leichte, extrem stark überriggte 7/8-Slup mit einfachem Hafen-Zugang und angenehmen Seeverhalten suchen, aber mit variabler Bauqualität bei Selbstbauten und mäßiger Stehhöhe unter Deck leben können.
Vorteile
- Sehr hochgradig überriggtes 7/8-Rigg für hervorragende Leichtwindleistung
- Sandwich-GFK-Rumpf und -Deck für ein stabiles Klima im Innenraum
- Geringer Tiefgang ermöglicht den Zutritt zu den meisten Marinas
- Option mit Blei-Flossenkiel und 44-prozentigem Ballastanteil
Nachteile
- Ebenenhohe Stehhöhe unterdurchschnittlich
- Selbstbaustarter-Kits führen zu variabler Qualität zwischen den Booten
- Das Kenterungsverhältnis schließt sie für Hochseeregatten aus





