Design und Konstruktion
Baltic Yachts baute die Café Racer-Serie mit einer so anspruchsvollen Bauweise wie bei einer Grand-Prix-Regattayacht und einem außergewöhnlich hohen Ausbaustandard. Das Laminat ist vollständig optimiert mit großflächigem, einseitig orientiertem Kohlefaser- und Honigkernmaterial, und die Ausstattung, Systeme sowie Details entsprechen den Standards einer vollwertigen Superyacht. Der Rumpf selbst kombiniert eine großzügige maximale Breite bei einer Knickspantform mit einer schmalen Wasserlinie und minimalem benetztem Oberflächenbereich, während das niedrige Freibord und die außenliegenden Steuerpositionen dem Rudergänger ein direktes Gefühl für das Wasser vermitteln. An Deck ersetzt eine umweltfreundliche und langlebige Kork-Oberfläche das traditionelle Teakholz, und die Aufteilung ist bemerkenswert aufgeräumt und effizient. (1)
Rigg und Handhabung
Die Café Racer segelt als 7/8-Slup mit einem Square-Top-Großsegel und einem großen asymmetrischen Reacher. Das Rigg benötigt im normalen Gebrauch keine Achterstag, wodurch das Boot praktisch nur mit diesem Square-Top-Großsegel kreuzen kann. Die originale Pink Gin Verde gehörte zu den ersten Yachten weltweit, die die Structured Luff-Großsegel-Technologie von Doyle Sails nutzten. Dabei biegt eine Carbon-Linse im Vorliek den Mast vor, sobald der Cunningham gefiert wird. Testsegler stellten fest, dass dieser Ansatz bereits im America's Cup und auf Maxi72s bewährt ist. Eigner installieren zwar für Regatten Backstagen, aber der Mast ist so konstruiert, dass das Wenden beim Tagessegeln einfach bleibt. Die gesamte Segelbedienung kann über die achterliche Steuer- und Pity-Konsole bedient werden, um das Deck sicher zu halten. Mit dem ausgebreiteten Asymmetriel erreicht das Rumpfthrust-Verhalten im Gleiten über 20 Knoten, und ein Eigner hat bei etwa 21 Knoten Wind 23–24 Knoten Gleitgeschwindigkeit gemessen. Das Rudergefühl ist leicht und direkt. Zwei Personen können das Boot problemlos trimmen und segeln. Unter dem elektrischen Pod-Antrieb ist sie im Hafen nahezu lautlos und verursacht praktisch keine Vibrationen. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Café Racer geräumige, luxuriöse Unterkünfte, die um einen sehr großen, offenen Salon herum aufgebaut sind. Dieser ist geräumig, luftig und hell, mit Blick auf das Meer von den Sofas aus und einer gut ausgestatteten Pantry. Alle vier übergebenen Boote teilen sich eine Eignersuite über die gesamte Breite im Vorschiff mit einer Kingsize-Koje, einer großen Nasszelle, einem Schreibtisch für das Arbeitszimmer und reichlich Stauraum, sowie zusätzlichen Kabinen für Gäste oder Crew. Käufer können zwischen einer Zwei- oder Drei-Kabinen-Aufteilung wählen; die Nummer vier von Hormar erhielt die letztere Variante. Eigner können ihre eigene Farbgestaltung einbringen oder ein bestehendes Design wählen, sodass jeder Innenraum anders wirkt, während alle die vordere Suite und den großen Salon beibehalten. Die Plicht ist breit und offen mit verstellbaren Sitzen, Daybeds, Tischen und einem Sonnenschutz. Die Sofas und der Esstisch lassen sich für Regatten zusammenziehen; ein offener Spiegel erleichtert das Baden und den Zugang zum Wasser.
Eignerschaft und Flotte
Vier Einheiten wurden gebaut, und alle sind in Palma beheimatet, wo Baltic Yachts Service & Refit das volle Gardiennage-Angebot zur Wartung und Instandhaltung anbietet. Diese Konzentration hat dazu geführt, dass große Regatten wie die Superyacht Cup Palma und Joy Ibiza die Klasse aufgenommen haben, und Rumpf Nummer zwei „Open Season“ gewann bei der Maxi Yacht Rolex Cup und den Les Voiles de St Tropez sowohl im Gesamtklassement als auch nach Handicap eine Wertungsday. Da unter den Eignern erfolgreiche Regattasegler vertreten sind, zeigt die Flotte großes Potenzial für knappe Regatten. Das Gardiennage-Angebot der Werft kann das stressfreie Eignerlebnis erweitern, indem es die volle Verantwortung für das Boot während des Einsatzes übernimmt.
Das Fazit
Die Baltic 68 Café Racer ist ein wirklich neuer Ansatz für den großen Daysailer: Grand-Prix-Bauweise und ein raffinierter, leicht zu segelnder Rumpf, eingebettet in eine entspannte, gesellige Plicht und einen hellen, einladenden Innenraum. Sie ist schnell genug, um auf raumen Kursen zu gleiten, und einfach genug, um von zwei Freunden ohne Crew bedient zu werden – unterstützt durch die Werftgarantie und eine kleine, aktive Palma-Flotte.
Vorteile
- Die rein elektrische Antriebs- und Systemtechnik macht sie unter Motor oder Segeln lautlos und einfach zu bedienen; Hydrogeneratoren und Solaranlagen ermöglichen den Betrieb der Klimaanlage im ECO-Modus
- Square-top-Großsegel ohne Achterstag im Fahrtbetrieb und Structured Luff-Technologie für einfaches Wenden
- Luxuriöser, offener Salon und Eignersuite über die gesamte Breite bei Zwei- oder Drei-Kabinen-Layouts
- Semi-custom-Bauweise mit Superyacht-Akzenten und einer wachsenden Palma-Flotte für Regatten der Klasse
Nachteile
- Es existieren nur vier Rümpfe, sodass jeder Kauf ein seltener, individueller Erwerb ist
- Der vierte Rumpf wurde mit Dieselantrieb und einem einzelnen Ruder ausgestattet, was zeigt, dass das Standard-Paket als reine Elektroversion nicht universell ist
- Der leichte, sportliche Rumpf erfordert eine strenge Gewichtskontrolle, um das endgültige Verdrängungsziel der Werft zu erreichen
