Design und Konstruktion
Die Rümpfe der 482 sind schmal und hydrodynamisch geformt, mit Wave-Piercing-Bügeln, die das Einsetzen in die Welle reduzieren, und einem gut gezeichneten negativen Deckssprung, der den Wohnraum maximiert und gleichzeitig das Gewicht außerhalb der Spanten konzentriert. Ein niedriger Kajütaufbau minimiert den Windwiderstand, und das Gesamtbild – zurückgepfeilte Salonfenster, ein sanft geneigter Kajütaufbau und ein Hardtop im Heck – wirkt zielgerichtet und schnell. Die Konstruktion erfolgt aus E-Glas und Vinylester mit einem PVC-Schaumkern, wobei jeder Rumpf von Hand laminiert und im Vakuumsack mit geschlossenzelligem Schaumkern unter Verwendung von Polyester-Innenschaleharz und Vinylester-Außenschaleharz verkleidet wird. Erhebliche Kohlefaserverstärkungen befinden sich in hochbelasteten Bereichen wie dem Mastquerschnitt, dem Achterbaum und den Püttingen. Auch die Innenausbauten und Bodenbretter sind mit einem Kern versehen, um die Steifigkeit zu erhöhen und das Gewicht weiter zu reduzieren. Die Werft beschreibt die 482 als Boot mit Vinylester-Schaumkern im Gegensatz zur Epoxid-Version 526 und weist darauf hin, dass mehr Formteile verwendet werden; das Nachtrocknen nach dem Aufbau verringert Druckfehler, und der PVC-Schaumkern wird vor dem Laminieren thermomoldiert. Zur Sicherheit sind die Bugseiten mit zwei Crashboxen ausgestattet. Der Jurymitglied des „Boat of the Year“-Preises 2022, Gerry Douglas, schrieb in der Zeitschrift SAIL Magazine, dass die Struktur des gesamten Bootes vorbildlich sei. (2)
Rigg und Handhabung
Die 482 ist mit einem kraftvollen, leicht zu bedienenden Rigg ausgestattet, das ein Square-Top-Großsegel und ein selbstholendes Vorsegel umfasst. Der Sparcraft-Aluminiummast und -baum sind mit einer Saling und Handläufen für sicheren Zugang nach oben integriert. Das Boot bietet entweder leistungsstarke Festkiele oder zwei Steckschwerter, wobei letztere bei weitem die beliebtere Wahl sind. Am Wind läuft sie mit ihren tiefen Steckschwertern bei Windstärken von 7 bis 10 Knoten sehr gut Höhe und weist kaum Abdrift auf. Auf raumen Kursen schießt sie zwischen 8 und 14 Knoten dahin, wobei ein dokumentierter Surf-Rekord von 28 Knoten vorliegt. Bei flachem Wasser und 12 Knoten Wind genau von achterlichem Halbwind sahen Testsegler 8,6 Knoten; eine Böe von 20 Knoten oder ein ausgefahrener Code Zero katapultierte die Geschwindigkeit auf zweistellige Werte. Die Steuerung an Bord des mit Steckschwertern ausgestatteten Testbootes war feinfühlig und berechenbar. Das patentierte Versa-Helm ermöglicht es, das Steuerrad in einer erhöhten Position über dem Kajütaufbau zu orientieren oder es unter der festen Sprayhood in einen geschützten Bereich zu schwenken. Breite, flache Seitendecks mit rutschfesten Außen-Fußrelingen und einer handlichen Führungsschiene, die den größten Teil des Kajütaufbaus umschließt, erleichtern das Vorankommen.
Unterbringung
Unter Deck bietet der Salon eine nach vorn gerichtete Navigationsecke an Backbord und eine umlaufende Sitzecke mit Esstisch an Steuerbord, die sich zu einer zusätzlichen Doppelkoje umbauen lässt. Die nach achtern gerichtete Pantry flankiert den Durchgang zur Plicht, wobei an Steuerbord mehrere von vorne zu öffnende Kühlschränke und Gefriertruhen sowie Spülen untergebracht sind, während an Backbord ein Bosch-Ofen und ein Kenyon-Umluftkochfeld stehen. Bei dem Testboot wurde der gesamte Steuerbordrumpf dem Eigner überlassen, mit einer seitlichen Doppelkoje im Vorschiff und einer riesigen Dusche achtern, während zwei Kabinen mit Doppelkojen den Backbordrumpf einnehmen. Der Werft wird auch ein Layout mit vier Kabinen für acht Personen angeboten. Die Ausstattung ist edel und modern, wobei ein gestreiftes „Zebra“-Holzfurnier offenbar bei Eignern sehr beliebt ist; auch konventionellere Furniere werden angeboten.
Ausrüstung und Systeme
Auf dem Kajütaufbau montierte Solarpaneele ergänzen die durchgehende LED-Beleuchtung und ein hochentwickeltes, gut installiertes elektrisches System. Zur Decksausrüstung des Testbootes gehörten elektrische Winschen von Harken, Blöcke und Schienen, Spinlock-Klemmen und Jefa-Kabelsteuerung mit B&G-Elektronik. Zwei 45 PS starke Yanmar-Motoren mit Saildrive und dreiflügeligen Varifold-Faltpropellern trieben das Boot an, wobei Gori-ProPELLER als Option erhältlich waren. Die Handreling auf dem Kajütaufbau dient gleichzeitig als Wassertropfsammler für längere Passagen.
Das Fazit
Die Balance 482 fasst das Performance-Konzept der 526 auf einer leichteren, günstigeren und einhandfreundlicheren Plattform zusammen, ohne an struktureller Präzision einzubüßen. Ihre Steckschwert-Rümpfe, Sandwichbauweise und kohlefaserverstärkten Querträger bieten echte Geschwindigkeit auf Langstrecken und eine musterhafte Struktur. Der Versa-Helm und die umbaubare Salonkoje eignen sich sowohl für Einhand- als auch für Crewtörns. Die Eigner-Rumpflayout ist großzügig, obwohl die standardmäßige Aufteilung mit drei Kabinen nicht jedem Charterkäufer zusagen mag.
Vorteile
- Hochgezogene Steckschwerter sorgen für hervorragende Leistung am Wind und erreichen 8–14 Knoten auf raumen Kursen, mit einem Surf-Rekord von 28 Knoten
- Kohlefaserverstärkte Rümpfe mit Schaumkern, nachgelagertem, thermogeformtem Laminat und Crash-Boxen
- Der Versa-Helm und die umbaubare Salonkoje ermöglichen ein leichtes Steuern mit kleiner Crew und Schutz vor Wind
- Verfügbar als Vier-Kabinen-Layout sowie als Eignerrumpf im Drei-Kabinen-Aufbau
Nachteile
- Vinylester/Polyestharz anstelle von Epoxidharz im größeren Schwestermodell (laut Werftangabe)
- Die Festkiel-Option existiert zwar, aber Steckschwerter dominieren die Marktpräferenz




