Design und Konstruktion
Archambault baute die A 35 im Sandwichverfahren aus vakuuminfundiertem PVC-Schaumkern mit Vinylesterharz für den Rumpf und im Resin-Transfer-Formverfahren für das Deck – ein Fortschritt gegenüber den Balsaholzkernen der früheren Grand Surprise-Generation des Werftes. Der Rumpf trägt seine große Breite weit nach achtern, was eine geräumige Plicht und eine darunter liegende Kajüte ermöglicht, während der Bug recht schmal bleibt – ein bewusster Kompromiss, der für einen feinen Vorschiffseintritt sorgt und die V-Koje hinter einem Bordschott mit Vorhang für Privatsphäre vom Salon abtrennt. Stilvolle, klappbare Lücks im Kajütaufbau (Deadlights) lassen viel Licht in einen Raum, der luftig und durch den hellen Gelcoat strahlend wirkt. Das offene Heckspiegel verstärkt die sportliche Ausrichtung des Bootes. (1)
Rigg und Handhabung
Die A 35 ist als 7/8-Slup mit einem Carbonmast und einer Pinne anstelle einer Radsteuerung getakelt – eine Kombination, die Cruising World zufolge jeden letzten Zweifel an den Absichten des Bootes beseitigt, sobald man es krängend am Rand des Carbonmastes segeln sieht. Ein optionales Spritsegel ermöglicht das Setzen eines asymmetrischen Spinnakers für zusätzliche Geschwindigkeit auf raumen Kursen, ohne dass ein herkömmlicher Spinnakerbaum benötigt wird. Der Flossenkiel mit 2,05 m Tiefgang und der Bleiballast von 4.387 Pfund (etwa 45 Prozent der Verdrängung von 9.811 Pfund) verleihen ihr ein Stabilitätsprofil, das perfekt zu der IRC-Regel passt, für die sie konstruiert wurde. (1)
Unterbringung
Unter Deck nutzt das Boot einen einfachen Innenausbau aus GFK-Modulen mit schranklosen Pantry-Konsolen und minimalem Tischlerarbeiten – eine Konstruktionsentscheidung, die das Gewicht senkt und die Wartung vereinfacht. Der schmale Bug beherbergt eine V-Koje, die durch ein Bimsdeck und einen Vorhang vom Salon getrennt ist, während die breiten Achtersektionen sowohl die geräumige Plicht als auch die Kajüte darunter bieten. Die luftige Kabine im weißen Gelcoat wird durch die Schiebeluken (Deadlights) beleuchtet, und für den Komfort der Crew bei wärmerem Wetter ist ein eingebauter Kühlschrank vorhanden. (1)
Das Fazit
Die A 35 ist ein reinrassiger Regattaklassiker aus der IRC-Ära, der sich nicht als traditionelle Fahrtenyacht versteht. Ihre vakuuminfundierte Sandwichkonstruktion, der Carbonmast und die Pinne machen sie zu einem Boot für Segler, die Wert auf Leichtigkeit und direktes Ansprechverhalten legen. Gleichzeitig bietet das weit nach achtern gezogene Breitenkonzept echten Volumenanteil in der Plicht und der Achterkabine. Der Innenraum mit minimalem Holzinnenausbau ist pragmatisch und weniger luxuriös gehalten, und der schmale Bug sorgt dafür, dass die Vorpiek kompakt bleibt. Sie ist am besten als schnelle, moderne Weekender-Regattayacht mit echtem Wohnkomfort unter Deck im Achterschiff zu verstehen.
Vorteile
- Vakuuminfundierter PVC-Schaumsandwich-Rumpf mit Vinylesterharz für geringes Gewicht und moderne Konstruktion
- Carbonmast und Pinnensteuerung für direkten, regattaorientierten Kontrollverlust
- Große Breite im Achterschiff sorgt für eine großzügige Plicht und eine vollwertige Kabine unter Deck
- Luftige Kabine mit weißem Gelcoat, Schiebeluken und eingebauter Kühlbox
Nachteile
- Der schmale Bug schränkt die Privatsphäre der V-Koje und die Größe der Vorpiek ein
- Minimaler Innenausbau und schranklose Pantry-Schränke setzen auf Leistung statt auf Komfort beim Fahrtensegeln
- Die offene Heckkonfiguration und die Pinne passen nicht jedem Fahrtensegler-Geschmack










