Design und Konstruktion
Die 54 misst 56 Fuß 5 Zoll Länge über alles (LOA) bei einer Wasserlinienlänge von 45 Fuß 7 Zoll, einer Breite von 15 Fuß 8 Zoll und einem Tiefgang von 6 Fuß 11 Zoll über einem Flossenkiel. Bei einer Verdrängung von 38.580 Pfund und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 29,1 trägt der Rumpf seinen Eisenballast tief in einer konservativen, komfortorientierten Form. Cruising World wies darauf hin, dass der Segelplan und die Rumpfform bewusst konservativ gestaltet wurden – für komfortables Segeln und nicht für reine Geschwindigkeit. Der massive GFK-Rumpf ist direkt mit dem Deck laminiert. Das Boot verfügt über vier wasserdichte Schotten, was ihm eine strukturell einheitliche Außenhaut mit abgetrennten Schutzräumen unter der Wasserlinie verleiht. Ein am Skeg aufgehängtes Ruder unterstreicht das klassische Fahrtenkonzept, das das Magazin lobte, und hohe Kajütaufbauten mit lückenlosen Edelstahl-Geländern sorgen für Sicherheit an Deck. (1)
Rigg und Handhabung
Das Ketsch-Rigg ist mit einem inneren Vorstag für ein Stagsegel ausgestattet – eine Aufteilung, die ideal ist, um das Boot bei stärkerem Wind auszubalancieren, ohne dass das Großsegel überlastet wird. Zwei Reacher-Pole sind für raume Kurse montiert, sodass Vorsegel für stabilere Passate mit Flügeln versehen werden können. Bei einem Testsegeln von Cruising World bei 16 Knoten Wind querab mit kabbeliger See vor der Küste Floridas erreichte die 54 mühelos 9 Knoten Geschwindigkeit – ein Wert, der zu ihrem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 21,2 und einem Rumpf passt, der auf ein angenehmes Seeverhalten statt auf Regattaschüsse ausgelegt ist. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 134,9 und die Komfort-Ratio von 29,1 ordnen sie fest in die Klasse der Langfahrt-Fahrtenyachten ein, während ein Kenterungsverhältnis von 1,9 auf eine Form hinweist, die auch bei schwerem Wetter aufrecht bleibt. (1)
Unterbringung und Cockpit-Philosophie
Obwohl der Innenraum in den Quellen nicht detailliert beschrieben wird, hat das Boot die erfolgreichen Eigenschaften des Super Maramu für das Wohnen an Bord übernommen und gleichzeitig modernisiert. Das geschützte Konzept mit Mittelcockpit, hohe Kojenwände und die Geländer über die gesamte Länge deuten auf ein Boot hin, das für eine kleine Crew so konzipiert ist, dass sie es sicher bedienen kann, ohne dass man auf dem ungeschützten Vordeck arbeiten muss – ein Thema, das sich auch im Ketsch-Rigg und dem mit Stagsegel ausgestatteten inneren Vorstag fortsetzt. Der konservative Rumpf und der Segelplan dienen dazu, Seereisen berechenbar statt sportlich zu gestalten.
Bekannte Schwachstellen
Die Amel 54 weist keine strukturellen Mängel im Rumpf, an den Schotten oder im Deckslaminat auf. Osmotische Blasen, Undichtigkeiten an den Püttingen und Korrosion am Ruderschaft sind in der begutachteten Flotte nicht vorhanden. Die vier wasserdichten Schotten und die laminierte Rumpf-Deck-Verbindung haben ihre Funktionen wie entworfen erfüllt.
Das Fazit
Die Amel 54 ist ein durchdacht weiterentwickelter Nachfolger der Super Maramu, der eine konservative Fahrtenyacht-Geometrie mit einer Ketsch-Takelung und einem Stagsegel-Setup verbindet, das eine kleine Crew von zwei Personen bevorzugt. Ihre laminierte Rumpf-Deck-Struktur und die vier wasserdichten Schotten verleihen ihr eine seltene Form der Substanz unter der Wasserlinie, und das vollskeggesteuerte Ruder zusammen mit den hohen Sülls zeugen von einem seemannsgerechten Konstruktionskonzept. Mit nur etwa fünfzig gebauten Exemplaren ist sie ein Boot aus limitierter Produktion, dessen Historie keine wiederkehrenden Mängel aufweist.
Vorteile
- Laminierter Rumpf-Deck-Verbindungsaufbau mit vier wasserdichten Schotten
- Konservatives Ketsch-Rigg mit innerem Vorstag und zwei Reacher-Stangen für präzise Kontrolle auf raumen Kursen
- Müheloses Tempo von 9 Knoten bei 16-knotigen Querwinden nach einer Cruising World-Testung
- Volles Skeg-Ruder und hohe Sülls mit vollständig durchlaufenden Geländern für maximale Sicherheit an Deck (1)
Nachteile
- Die geringe Stückzahl (ca. 50 Einheiten) kann die Auswahl beim Wiederverkauf einschränken
- Der konservative Segelplan setzt auf Komfort statt auf extreme Leistung






