Design und Konstruktion
Cantiere Zuanelli produzierte die Zuanelli 40 als maßgeschneidertes Modul, wodurch Käufer Materialien, den Innenraumaufbau und das Rigg individuell bestimmen konnten. Die Werft ist eine kleine Einrichtung in Padenghe am Brescianischen Ufer des Gardasees, die seit langem für hochwertige Rümpfe steht. Das Boot verdrängt fast neun Tonnen, von denen ein Großteil im Blei-Flossenkiel mit einem hydrodynamischen Profil liegt. Unter Volllast zeigt der Rumpf keine ungewöhnlichen Verformungen außer dem natürlichen Arbeiten im Seegang. Die Linie des Kajütaufbaus, die nach achtern zum Cockpit verläuft, ist eine markante, umstrittene Gestaltungsoption mit einem retro-80er-Jahre-Charakter. (1)
Rigg und Handhabung
Als mittelschweres Verdrängerschiff mit großzügiger Segelfläche bevorzugt die Zuanelli 40 eine anhaltende Brise gegenüber leichtem Wind vor Anker. Probefahrer stellten fest, dass sie bei schwacher Brise beim Wenden zögerlich ist, aber am Wind auf etwa 40 Grad Höhe laufen und bei 13 bis 14 Knoten scheinbarem Wind bis zu 6,7 Knoten erreichen kann. Ihre Wasserlinien platzieren die maximale Breite direkt hinter dem mittleren Spant, was das Aufkreuzen am Wind erleichtert. Im Seegang bewegt sie sich mit einer kraftvollen, sauberen Bewegung, ganz anders als die harten Einsetzer von leichteren Booten. Sechs selbstholende Winschen erleichtern die Handhabung, und ein dreiflügeliger Falt- oder Drehflügelpropeller wird dringend empfohlen, um den Widerstand zu verringern. (2)
Unterbringung
Die Aufteilung der Räume überlässt der Eigner selbst, der die Aufteilung bereits im Entwurfsstadium festlegt. Der konstante Standard ist hochwertiges Teakholz mit massiven Platten und feiner Tischlerarbeit, ergänzt durch helle Polsterstoffe, die die Kabine aufhellen. Die Cockpitsitze sind komfortabel und gut durchdacht und passen perfekt zum erhöhten Kajütaufbau. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die Linie zwischen Kajütaufbau und Cockpit teilt die Meinungen zur Optik, bringt jedoch keinerlei mechanische Nachteile mit sich. Die Antriebsarten variierten: Bei der Bauzeit gab es auf Wunsch Volvo-, Nanni-Mercedes- und Yanmar-Motoren mit unterschiedlichem Leistungsumfang, sodass es keinen Standardmotor gibt. Zudem ist der ursprüngliche Propeller oft nicht der empfohlene Falt- oder Drehflügelpropeller. (2)
Das Fazit
Die Zuanelli 40 ist eine solide Fahrtenyacht mittlerer Verdrängung aus einer kleinen italienischen Werft. Sie segelt steif und sauber in der Welle, läuft gut Höhe, wenn der Wind zunimmt, ist aber kein Leichtwindläufer. Der anpassbare Innenraum und das Teak-Highlight bieten ein komfortables Zuhause, sofern man die historischen Schwankungen bei Motorisierung und Layout akzeptiert.
Vorteile
- Der massive Blei-Flossenkiel und die fast neuntönige Verdrängung sorgen für ein stabiles, sauberes Seeverhalten
- Anpassbare Materialien, Aufteilung und Takelage ab dem Neubau
- Hochwertiger Teak-Innenraum mit hellem, lichtem Polsterwerk
- Sechs selbstholende Winschen erleichtern das Segelhandling
Nachteile
- Träge bei Wenden bei leichtem Wind
- Nicht standardmäßige Motorisierung erschwert Ersatzteilbeschaffung
- Die Linie des Kajütaufbaus zum Cockpit ist eine polarisierende Ästhetik






