Design und Abstammung
Proctor entwarf die Nimrod als neues Modell für das Jahr 1968, und Westerly produzierte zwischen diesem Jahr und 1971 insgesamt 186 Exemplare, bevor die Produktion eingestellt wurde. Anschließend verließen die Formen die Werft: Nimrod Marine in Shropshire übernahm sie und fertigte weitere 54 Boote, während bekannt ist, dass auch JL Gmach die Formen besaß. In den späten 1980er Jahren kaufte Anglo Marine sie und baute etwa ein halbes Dutzend weitere Boote. Diese späteren Boote aus denselben Formen sind keine Westerlys, selbst wenn die Rumpfform identisch ist. Mit einer Länge über alles von 17 Fuß 9 Zoll, einer Wasserlinienlänge von 15 Fuß 6 Zoll, einer Breite von 6 Fuß 6 Zoll und einer trailerbaren Verdrängung von 1.050 Pfund gehört der Entwurf fest in die Klasse der Pocket-Cruiser und nicht als verkleinerte Küstenyacht. (1)
Konstruktion und Kiel
Die meisten Nimrods trugen ein 120 kg schweres „L“-förmiges Schwert, das sich für einfaches Slippen und Ankerfahren in flachen Gewässern vollständig im Rumpf versenken ließ. Der im Bauwissen aufgeführte Flügelkiel in Kombination mit 260 Pfund Eisenballast sorgt für hervorragenden Halt am Grund. Ein massiver GFK-Rumpf und -Deck waren Standard, und das in den damaligen technischen Datenblättern angegebene Gewicht von 431 kg stimmt so genau mit der Verdrängung des Werftes überein, dass es sich um eine leicht gebaute, aber konventionell laminierte kleine Fahrtenyacht handelt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Nimrod ist eine 7/8-Slup mit einer Segelfläche von 140 Quadratfuß (ca. 12,9 m²). Bei eingerollter Genua nennt die Zeitreise ein großzügiges Segelfeld von 16,7 Quadratmetern. Rollbare Seitendecks und Fußstützen zum Sitzen an Deck kennzeichnen sie als Boot, das aktiv gesegelt werden will – Krängung wird gefördert, die Crew steht am Bug und nicht unter Anker im Salon. Die veröffentlichte Einschätzung ist unverblümt: Die Yacht Nimrod ist ein sehr schnelles Boot, und auch die eigene Note des Herstellers bestätigt, dass sie trotz ihrer Fahrtenansprüche schnell war. Eine Rumpfgeschwindigkeit von fast 5,3 Knoten bei dieser Wasserlinie ist für diese Länge respektabel, und das Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung (SA/D) von 21,68 erklärt die lebendige Geschwindigkeit. (1)
Unterbringung
Unter Deck bot die Nimrod zwei akzeptable Kojen, und ein Cockpittent konnte zwei zusätzliche Decks-Kojen für Kinder bieten. Die Rückblick auf die Modellreihe ist ehrlich: Ihre Kabine hinkt dem hinterher, was die Marke normalerweise bot, und dieselbe Quelle vermutet, dass die geringen Verkaufszahlen durch diesen Mangel an Innenraumvolumen erklärt werden können. Für ein Boot, das sich an Segler von Jollen heranwagen sollte, war dieser Kompromiss bewusst: Das Kabinenvolumen musste der Leistung und der Transportfähigkeit weichen. (1)
Bekannte Schwachstellen
Der einzige dokumentierte Mangel ist die Unterbringung selbst, die Kritiker jener Zeit direkt mit schwachen Verkaufszahlen in Verbindung brachten. In den veröffentlichten Gutachten zeigen sich keine strukturellen, Rigg- oder Systemfehler, und das einziehbare Schwenkkiel sowie die massive Formverkleidung werden ohne Einschränkungen beschrieben.
Das Fazit
Die Nimrod 18 ist eine auf ihre Aufgabe fokussierte Maschine: ein von Proctor entworfener Trailer-Sailer, der Komfort an Bord gegen Geschwindigkeit und einfache Slip-Vorbereitung eintauscht. Sie belohnt den Segler, der zwei Nächte an Bord für jollenartigen Spaß sucht, nicht aber den Fahrtensegler, der eine Miniatur-Westerly-Kabine erwartet. Die 186 Westerly-Rümpfe sowie später gebaute Boote aus demselben Formwerk machen sie selten, aber nicht ungewöhnlich, und die tiefschürfende Hubplattform bleibt ihr entscheidender praktischer Vorteil.
Vorteile
- Sehr schnell für ihre Länge mit großzügiger Genua-Takelung und ausklappbaren Decks
- Das einziehbare Schwert ermöglicht einfaches Trailern und den Zugang zu flachen Gewässern
- Leicht, trailerbar und einfach konstruiert aus massivem GFK
Nachteile
- Minimaler Wohnraum nach Westerly-Standards, was den Reiz für Langfahrten einschränkt
- Kurze Produktionszeit als echter Westerly kann die Unterstützung durch die Werft einschränken
- Spätere Boote aus dem gleichen Formverfahren sind keine Westerlys und können die Eignergeschichte verwirren






