Design und Konstruktion
Die Rumpf- und Decksformteile bestehen aus glasfaserverstärktem Polyester, das von Hand mit gewebten Rovingen und zerkleinerten Glasfasermatten in hochwertiger Bootslackierharz-Ankerlösung laminiert wurde. Das Deck und der Kajütaufbau sind mit einem Balsakern und Sperrholzverstärkungen verstärkt, um Lasten ohne Verwindung aufzunehmen. Unter Deck ruht die Aufteilung auf zwei GFK-Modulen, die direkt mit dem Rumpf verklebt sind, um eine enorme strukturelle Festigkeit zu erzielen. Ein doppelter Innenschalen-Himmel zieht sich durch den gesamten Innenraum, um sowohl Kondenswasser als auch Geräusche zu minimieren. Die Unterwasserausrüstung besteht aus zugelassenen Bronzeschotten mit Edelstahl-Schlauchklammern. Der serienmäßige Flossenkiel ist aus 2.028 Pfund Gusseisen gefertigt, durchgebolzt mit 20-mm-Edelstahl-Bolzen und -Platten, obwohl ein schwerer Kielschwerter als Bleikiel gegen Aufpreis angeboten wurde. Das Spatenruder trägt einen massiven 35-mm-Edelstahl-Ruderstock in einem extrem robusten GFK-Ruderblatt, ergänzt durch schwere Edelstahl- und Bronzeruderbeschläge für maximale Sicherheit bei schwerem Wetter. (1)
Rigg und Handhabung
Die 300 ist mit einem Masttopprigg auf einem eloxierten Aluminiummast mit aerodynamischen Salingen und einer Spinnakerbaumnische ausgestattet, kombiniert mit einem Baum, der für klassisches Reffen ausgelegt ist. Das stehende Gut besteht aus 5-mm-1x19-Edelstahlkabel mit angeformten Terminals. Der Segelplan ist für die Größe großzügig bemessen: Mit einer 135 % Genua erreicht das Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung 17,6, und das Boot trägt mehr Rigg, als 82 % vergleichbarer Segelboote vor Anker haben. Das Standardsegelset besteht aus einem 111 qm Großsegel und einer 112 qm Arbeitsfock, beide aus 8-Unzen-Terylen. Unter Motor sorgt der optionale Yanmar YSE 8 Diesel – etwa 125 kg schwer und auf flexiblen Halterungen mit Lichtmaschine und Doppelstarter montiert – für eine berechnete Höchstgeschwindigkeit von fast 4,2 Knoten, während die theoretische Rumpfgeschwindigkeit eines Verdrängerbootes dieser Länge bei etwa 6,1 Knoten liegt. Der Flossenkiel hat je nach Beladung einen Tiefgang von rund 4,9 bis 5,2 Fuß, sodass das Boot flache Marinas anlaufen kann. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Vorschiffskabine eine Doppelkoje mit Stauraum darunter sowie Regale an Backbord und Steuerbord. Die Nasszellen sind vollständig geschlossen und verfügen über eine Bordtoilette mit Feuchtigkeitsschrank an Steuerbord und einen Trockenschrank an Backbord. Die Salondinette an Steuerbord liegt über tiefen Schränken und Boxen, während die Pantry an Backbord mit einer tiefen Spüle, einem kardanisch aufgehängten Gasherd mit Grill, umfangreichen Arbeitsflächen und einem flexiblen Deckenventilator ausgestattet ist. Ein fester Kartentisch bietet dem Navigator Stauraum und Platz für Instrumente, und eine Kühlbox passt unter die Achterkoje. Das Boot bietet Schlafplätze für fünf Personen auf Schaumstoffpolstern mit 3 Zoll Dicke in wasserdichtem Gewebe. Alle Teakholzelemente im Innen- und Außenbereich sind mit einem matten Finish leicht geölt, ergänzt durch eine lackierte Ruderpinne aus Hartholz.
Ausrüstung und Systeme
Zur Decksausrüstung gehören ein eloxierter Aluminium-Fußreling, eine Edelstahl-Bugspitze und -plicht sowie ein Aluminium-Vorschiffskopf mit Bugrolle. Zwei Lewmar 16a-Zweigang-Schotwinschen und zwei Lewmar 6a-Fallwinschen bedienen die Leinen, ergänzt durch eine Genuaschiene aus Aluminiumlegierung und eine Großschot-Schiene mit Gleitlager und Stoppern. Für die elektrische Beleuchtung sorgt eine 55-Ah-12V-Batterie hinter einem Sicherungsdeckel und einem Trennschalter, die sechs Innenbeleuchtungen, internationale Navigationslichter sowie eine Dampflaterne mit Motor versorgt. Ein flexibler, doppelter 20-Gallonen-Wassertank und ein belüfteter 4-Gallonen-Kraftstofftank befinden sich zusammen mit Decksfüllern an Bord. Das Grundgeschirr besteht aus einem 20-Pfund-COR-Anker mit Kette, Ankerleine und Fendern.
Das Fazit
Die Trapper 300 ist eine durchdacht konstruierte kleine Regatta-/Fahrtenyacht, die einen Kirby Quarter-Ton-Renner in eine praktische Fahrtenyacht für Küstenfahrten verwandelt, ohne das lebendige Rigg und die Flexibilität des geringen Tiefgangs zu verlieren. Ihre laminierten Innenmodule und das Sandwichdeck bieten für diese Länge echte strukturelle Festigkeit, und geschlossene Nasszellen sowie ein ordentlicher Kartentisch sind in dieser Größenklasse selten. Die moderate Motorleistung und der Charakter des Leichtdeplacements eignen sich eher für Schutzgewässer und Küstennavigation als für Langstrecken auf See.
Vorteile
- Großzügiges Masttopp-Rigg mit mehr Segelfläche als die meisten Konkurrenzboote dieser Größe
- Verwindungsverleimter Innenraum und Sandwichdeck für hohe Steifigkeit und geringen Lärmpegel
- Flossenkiel mit einem Tiefgang von unter 1,60 m erleichtert den Hafen-Zugang
- Vollständig geschlossene Nasszellen und eine feste Navigationsecke bei 26 Fuß
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,16 schließt sie von der Teilnahme an Hochseeregatten aus
- Die berechnete Marschgeschwindigkeit unter Motor liegt bei knapp 4,2 Knoten, was unter Motorisierung bescheiden ist
- Serienmäßig eiserne Kiel statt Blei, sofern nicht optional aufgerüstet








