Design und Konstruktion
Der Rumpf hat eine Wasserlinie von 24 Fuß 6 Zoll, eine Breite von 10 Fuß 2 Zoll, eine Verdrängung von 5.500 Pfund und einen Ballast von 2.350 Pfund bei einem Tiefgang von nur fünf Fuß – deutlich flacher als der typische IOR-Basis-Tiefgang von etwa fünf Fuß neun Zoll für ein 30-Fuß-Boot. Dieses tiefe Profil mit Flossenkiel kombiniert sich mit einem festen Flossenkiel und einem intern montierten Spatenruder. Das Boot ist überwiegend aus GFK gebaut, mit einer einfachen und soliden Bauweise im gesamten Boot; die Laminatqualität ist an allen exponierten Stellen hervorragend, was fast überall der Fall ist, und die Formen wurden von Henry Adrianse von Niagara Nautique in Niagara-on-the-Lake angefertigt. Die Kanten des Innenraums sind mit einer einfachen, flexiblen GFK-Kante versehen, und das Holzinnere ist auf ein Minimum beschränkt und in Standardqualität ausgeführt. Die Decks sind breit und flach, und die kontrastierende Farbprofilierung, die bei den meisten Regattaboote die Deckskonturen betont, wurde gnädigerweise weggelassen. Der Cockpitsüll ist niedrig genug, dass man nicht darüber steigen muss, und hoch genug, um das Wasser von den Sitzen fernzuhalten. Ein leicht erhöhter Steuersitz ermöglicht es dem Rudergänger, über einer beschäftigten Crew hinweg zu sehen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Kirby 30 ist eine 7,20 m lange (fractional) Slup mit einer Segelfläche von 435 Quadratfuß (ca. 40 m²). Als Mast wurde ein Cinkel aus Toronto gewählt, das als exakte Nachbildung des französischen Isomat konstruiert ist – ein Profil mit großem Durchmesser und relativ dünnen Wandungen. Ausgestattet ist die Yacht mit Harken-Blöcken und einer Harken-Großschot-Anlage inklusive Schotspur. Die Achterstagseinen – auf Standardbooten oft lästig – sind sauber mit einem Shock-Cord-Achterstagspanner gesichert, der das leewärtige Stag aus dem Weg der Crew hochzieht. Die Steuerung für das stehende und laufende Achterstag sowie ein Traveller für das Großsegel liegen direkt im Griffbereich des Rudergängers. Auf dem Wasser zeigte sich bei Hans Fogh, der bei seinem Erstrennen in Annapolis im Mai 1980 an Bord war, dass das Boot sich gegen eine Flotte behauptete, zu der deutlich längere und sehr gut gesegelte Boote gehörten. Kirby bekräftigte, dass das Design bei leichtem Wind nahezu identisch mit einem gut gesegelten One-Tonner läuft. Bei einer Böe zum Wind fehlte es dem Boot nicht die Tendenz zu kenternden Bewegungen (Lay-over-and-struggle), wie sie bei Booten mit gepressten Enden vorkommt; stattdessen legte es sich einfach hin und ging schneller. Nach einer bewussten Sonnenschuss-Kenterung kam es schnell und automatisch wieder hoch und beschleunigte aus dem Kurs heraus. (1)
Unterbringung
Unter Deck sind die Prioritäten klar. Für die meisten Erwachsenen gibt es keine Stehhöhe – nur ein extrem kleiner Mensch oder ein Zwölfjähriger könnte aufrecht stehen – und eine kanadische Segelzeitschrift von 1980 unter der Federführung von John Turnbull beschrieb das Boot treffend als „kein gewöhnliches 30-Fuß-Boot“, wenn man auf Stehhöhe angewiesen ist, sondern als Boot für diejenigen, die schnell segeln wollen. Die Nasszelle befindet sich vor dem Schott, und der Navigator hat seinen eigenen separaten Sitz und Tisch. Es gibt eine Pantry, aber keinen Herd, was den Innenraum hell und frei hält, was im Einklang mit dem Regatta-Ambitionen des Entwurfs steht.
Refits und Eignerschaft
Der Hilfsantrieb stammte von einem ziemlich schweren Yanmar-Diesel, und der technischen Datenblatt vermerkt auch einen installierten BMW-Diesel – beides sind Aggregate, deren Existenz ein Käufer am besten über die Seriennummer bestätigen sollte. Das einfache Interieur und das minimale Holzinnere bedeuten, dass sich Refits auf mechanische Bereiche beschränken; die Harken-Decksbeschläge und der Cinkel-Spargel sind die Teile, bei denen eine Inspektion hinsichtlich Alter und Korrosion lohnender ist als ein Austausch.
Das Fazit
Die Kirby 30 ist eine speziell für Regatten gebaute Plattform, die Segler belohnt, die Geschwindigkeit und Handling über Komfort stellen. Ihr geringer Tiefgang, das 7/8-Rigg und das aufgeräumte Decks-Layout machen sie zu einem wirklich schnellen Boot, das seine Länge Lügen straft, während die spartanischen Unterkünfte eher zum Tagesegeln und zum Spaß mit kleiner Crew als zum Wohnen an Bord geeignet sind.
Vorteile
- Bei starkem Wind mit einer erfahrenen Hand an Bord deutlich leichter zu handhaben als wesentlich längere Boote
- Geringer Tiefgang von nur fünf Fuß im Vergleich zum typischen IOR-Basismodell von 30 Fuß
- Hervorragendes, ungeschütztes GFK und einfache, solide Bauweise
- Der Shock-Cord-Pickstock für das Achterstag hält das Leestag frei von der Crew
Nachteile
- Keine Stehhöhe für die meisten Erwachsenen
- Die Pantry ist kochplattefrei
- Minimaler Innenausbau aus Standardqualitäts-Holz






