Design und Konstruktion
Die Piper von Jackett weist ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,60 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 213 auf, was sie in die Kategorie der sogenannten „moderaten Regattaboote“ statt schwerer Fahrtenyachten einordnet. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt mit 36 Prozent (Gewicht auf Blei in einem Flossenkiel mit Bulbkiel) nur knapp über dem einer Viertel der vergleichbaren Konstruktionen. Dennoch bietet das breite Rigg des Bootes für diese Länge eine außergewöhnliche Breite im Innenraum und in der Plicht: Es ist geräumiger als 92 Prozent aller ähnlichen Segelboote. Der Rumpf besteht aus massivem GFK mit einem festen GFK-Deck, der Kiel ist aus Blei. Bei einer Verdrängung von 6.300 Pfund und 2.300 Pfund Ballast hat die Piper je nach Beladung einen Tiefgang von 3,90 bis 4,20 Fuß, was ihr den Zutritt zu flachen Marinas ermöglicht, die tiefergehende Boote mit Flossenkiel ausschließen. Die benetzte Fläche beträgt etwa 258 Quadratfuß, und das Absinkverhalten liegt bei rund 895 Pfund pro Zoll, sodass sich das Boot unter voller Fahrtausrüstung berechenbar verhält. (1)
Rigg und Handhabung
Die Piper ist eine Masttoppslup mit 385 Quadratfuß Segelfläche aus Großsegel und Fock nach dem Referenz-Segelplan. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 18,1 mit dem Standardrigg und steigt auf 21,5 mit einer 135-prozentigen Genua – ein Wert, der das Boot bei leichtem Wind angeblich schneller als 76 Prozent ähnlicher Boote macht. Das Rigg trägt mehr Segelfläche als 100 Prozent aller ähnlichen Segelboote im Datensatz, was den Leichtwindwerten zugutekommt, aber disziplinierte Trimmarbeit erfordert. Die Spezifikationen für Fallen und Schoten sind für diese Größe großzügig bemessen: Alle drei Fallen (Großfall, Fock/Genua-Fall, Spinnakerfall) laufen auf 81,8 Fuß Länge mit 5/16 Zoll Durchmesser, während die Fock- und Genuaschoten 28,2 Fuß lang sind mit 3/8 Zoll und die Großschot 70,6 Fuß mit 3/8 Zoll, was reichlich Fallführung für die Geometrie von Winschen und Travellers bietet. Die theoretische Verdrängungs-Rumpf-Geschwindigkeit beträgt 6,5 Knoten, wobei der berechnete Maximalwert bei etwa 6,1 liegt. (1)
Unterbringung und Tankkapazitäten
Unter Deck übersetzt sich die Breite der Piper in ein wohnlich großzügiges Volumen statt des spartanischen Minimalismus einer Regattayacht. Die Frischwasserkapazität beträgt 30 US-Gallonen, und der Kraftstofftank fasst 16 US-Gallonen Diesel, die den optionalen Volvo Penta Einbaudiesel mit 18 PS speisen. Diese Werte reichen für Wochenendtörns und kurze Küstenfahrten völlig aus, ohne dass man ständig auf den Verbrauch achten muss wie bei kleineren Daysailern. Das Komfort-Ratio liegt bei 16,1 – komfortabler als bei nur 18 Prozent ähnlicher Konstruktionen. Dies verdeutlicht, dass der geräumige Rumpf mit geringer Verdrängung etwas Seetüchtigkeit gegen den Platz und das Tempo eintauscht, die für die Jackett-Designs Priorität hatten.
Leistungsbereich und Grenzen
Das Kenterungsverhältnis liegt bei 2,35 – ein Wert, der das Boot nach diesem Standard für Hochseeregatten ausschließen würde. Die Piper ist eher ein Boot für Küstenreviere und moderate Bedingungen als eine Blauwasser-Regattayacht. Die Vorteile bei SA/D und L/B sind für das Segeln in geschützten Gewässern spürbar, aber die Komfort- und Kenterungsdaten deuten darauf hin, dass die Erwartungen des Eigners auf Bucht- und Küstennavigation ausgerichtet sein sollten.
Das Fazit
Die Tartan 28 Piper ist eine von Jackett entworfene Küsten-Slup, die die Robustheit auf See gegen Volumen durch große Breite und einen Leichtwind-Segelplan eintauscht. Ihre extrem hoch an den Wind getakelte Masttopp-Konfiguration und der geringe Tiefgang machen sie zu einer gutmütigen, schnellen Fahrtenyacht in geschützten Gewässern, während das moderate Komfort- und Kenterungsverhalten sie ehrlich im Bereich des Tage- und Wochenendsegelns hält.
Vorteile
- Raumiger als 92 Prozent ähnlicher Konstruktionen aufgrund des Längen-Breiten-Verhältnisses
- Geringer Tiefgang (1,19–1,28 m) erleichtert den Zugang zu Marinas und flachen Buchten
- Geschwindigkeitsvorteil bei Leichtwind durch hohes SA/D mit Genua
- Bleifinnenkiel mit Bulbkiel und 36-prozentigem Ballastanteil
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,35 schließt eine Teilnahme an Hochseeregatten aus
- Die Komfort-Ratio liegt nur bei 18 Prozent der Konkurrenzmodelle
- Erheblich überladen für die Größe, erfordert aufmerksamen Segeltrim







