Design und Konstruktion
Perrys Handschrift bei der Islander 28 zeigt sich in einem Rumpf, den Eigner eher als elegant denn nur als funktional beschreiben. Die Deckslinie ist sauber, und die Linie des Kajütaufbaus verläuft nach vorn hin in einem entgegengesetzten Winkel weiter, um auf einen leicht negativ gestalteten Spiegel zu treffen. Zusammen vermitteln sie ein Gefühl von Geschwindigkeit und Ästhetik. Der Niedergang ist ungewöhnlich groß, und die Stufen, die nach unten führen, sind breit dimensioniert und dienen gleichzeitig als Zugang zum Motor. Das Deck und das Kajütdach bestehen aus Sandwichbauweise mit einem Sperrholzkern, während der Rumpf selbst aus massivem, handaufgelegtem GFK mit internem Bleiballast gefertigt ist. Ein praktischer Detail: Der Kleiderschrank leitet direkt in die Bilge ab, und das Schaltbrett hinter dem Spülbecken der Pantry bietet guten Zugang von hinten über den Backskiste im Cockpit an Backbord. (1)
Rigg und Handhabung
Die 28 ist ein Boot mit Pinnensteuerung, was ein Eigner als die clevere Lösung für diese Größe bezeichnet, und sie segelt wie im Traum. Ihr Segelplan lässt sich hervorragend für das Kreuzen am Wind ausbalancieren. Sie läuft sehr hoch am Wind und überbrückt Strecke schneller als viele ältere 30-Fuß-Fahrtenyachten, auf denen ihr Eigner gesegelt hatte. Das Rigg ist Masttopp mit Baumgenua und einer Schotführung mittschiffs im Großbaum, wobei der Traveller direkt vor dem Niedergang positioniert ist. Die Leistung kommt größtenteils von einer 135-prozentigen Genua von rund 291 Quadratfuß, ergänzt durch ein schmales Großsegel mit hoher Streckung von 145 Quadratfuß, was einem Gesamtsegelfläche von fast 436 Quadratfuß entspricht und zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 19,06 führt – typisch für Regatta-/Fahrtenyachten. Eigner rüsten oft ein Einleinen-Reffsystem und ein Lazy-Jack-System ein. Sie reift bei etwa 15 Knoten Wind gut an, also rechtzeitig bei böigem Wind. Einige Segler empfanden sie als rank, eine Eigenschaft, die der Eigner auf die damaligen IOR-Formel-Vorgaben zurückführt; ab etwa 20 Grad Krängung stabilisiert sie sich fast ohne Luvgierigkeit. Vor dem Wind erfordert die Pinne mehr Aufmerksamkeit, bleibt aber berechenbar. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Aufteilung kompakt, aber durchdacht gestaltet. Die Pantry befindet sich direkt an Backbord am Fuß der Niedergangsstufen und verfügt über einen zweiflammigen Herd, eine tiefe Kühlbox, eine einzelne Edelstahlspüle mit nur kaltem Wasser, reichlich Stauraum für Lebensmittel sowie einen Jalousiekasten unter der Spüle und Schubladen unter dem Herd; die Borddurchführung der Spüle ist leicht zugänglich. Gegenüber gibt es einen kleinen Kleiderschrank mit Bilgenentwässerung, und die Nasszelle direkt davor ist mit einer Edelstahlschüssel, einer Bordtoilette, einem Spiegel, Schubladen und einer Jalousietür ausgestattet, die Zugang zu den Borddurchführungen von Spüle und Toilette bietet. Die Backbordsitzbank lässt sich zu einer Einzelkoje mit einer langen Ablagefläche umbauen; die Steuerbordsitzbank lässt sich zu einer Doppelkoje ausziehen, wobei die Klappmechanik der Koje dazu führt, dass die Sitzbank uneben ist. Eine Achterkoje liegt achtern an Steuerbord, und die V-Koje im Vorschiff ist etwas kürzer – an Backbord aufgrund der Navigationsecke sogar noch kürzer – und verfügt über dreiteilige Polster auf ausziehbaren Schubladen sowie ein Frontpanel, das die Verkabelung freilegt. Die Plicht selbst wirkt geräumig für zwei Personen und eng für vier, ergänzt durch einen großen Stauraum an Backbord.
Bekannte Schwachstellen
Islander Yachts montierte ursprünglich einen flexiblen Schlauch als Fäkalientank unter der Steuerbord-Divano – eine Konstruktion, die spätere Eigner eventuell durch eine feste Lösung ersetzt haben. Die von einigen Seglern bemängelte Rankheit ist ein Konstruktionsmerkmal des IOR-Typs und kein bekanntes Versagen. Die Polsterung der V-Koje sowie die unebene Umwandlung zur Doppelkoje sind eher Kritikpunkte im Bereich des Komforts als Mängel.
Refits und Unterhalt
Eigner berichten über einen unkomplizierten Zugang zu den Systemen, was die Wartung erleichtert: Der Backskist im Cockpit reicht bis zum Borddurchlass der Pantry und zum hinteren Teil des Schalters, und die Stufen dienen dem Motor. Ein Lazy Jack und ein Einleinen-Reffsystem sind häufige Eigner-Modifikationen, die das Segeln mit kleiner Crew vereinfachen.
Das Fazit
Die Islander 28 ist ein Perry-Entwurf mit der echten Eleganz eines kleinen Bootes und einem lebendigen, gut ausbalancierten Rigg, das aufmerksames Segeln belohnt. Sie ist eine saubere Fahrtenyacht mit Sandwichdeck, praktischem Innenraum und ungewöhnlich gutem Zugang zu den Systemen für ihre Größe, auch wenn die Kabinenaufteilung für vier Personen eng ist und ihr ranker Rumpf bei Wind Respekt erfordert.
Vorteile
- Robert Perry Design mit belegter Eignergunst für Optik und Segelbalance
- Leichtes Aufkreuzen und hohes Laufen nach Luv mit berechenbarer Kontrolle vor dem Wind
- Großer Niedergang und guter Zugang zu Motor, Paneele und Borddurchlässen
- Praktische Pantry und guter Stauraum im Nassbereich mit leicht zugänglichen Borddurchlässen
Nachteile
- Ranke Rigganlage bei der IOR-abgeleiteten Rumpfform; erfordert frühzeitiges Reffen bei Böen
- Cockpit und Innenraum sind für vier Personen eng; V-Koje ist kurz und die Steuerbord-Sitzbank ist als Kojenvariante unruhig
- Bescheidene Tankkapazitäten und kompakte Aufteilung für längere Törns










