Design und Konstruktion
Der Rumpf ist eine seetüchtige Struktur nach EU-Kategorie A-Spezifikationen, die im Handauflegeverfahren aus herkömmlichem GFK mit Balsaholzkern im Deck und im Rumpf oberhalb der Wasserlinie laminiert wurde. An jedem Decksauflagepunkt, an dem Beschläge montiert sind, ersetzen Sperrholz-Innenschalen das Balsa, um die Lasten zu konzentrieren. Das prägende strukturelle Element ist ein einzigartiger Kielschacht, der direkt mit dem Rumpf laminiert ist. In diesen ist eine gusseiserne Grundplatte mit einem Gewicht von 6.260 Pfund über ihre gesamte Umfangsseite hinweg mit 28 12-mm-Bolzen befestigt. Von dieser Platte aus hängt der klappbare Flügelkiel – ein 3.610 Pfund schweres Gusseisenblatt – an einer 2-Zoll-verstellbaren Edelstahlachse, die in Bronzescheiben läuft. Ein elektrisches/hydraulisches System hebt und senkt den Kiel per Knopfdruck, ergänzt durch eine manuelle Notfallbetätigung. Ein tiefgehendes Ruder mit langem Skeg sorgt für unterstützte Steuerung, und eine Version mit Doppelruder war als Werftoption erhältlich. Das Boot war mit einer fünfjährigen Osmosegarantie ausgestattet. (1)
Rigg und Handhabung
Das von Seldén entworfene Masttopprigg ist gut durchdacht und wird mit einem Furlex Rollfock kombiniert, die sich nach Meinung der Tester leicht bedienen ließ. Der Standardbaum liegt 10 Fuß über der Wasserlinie, da das erhöhte Cockpit diese Höhe erzwingt. Unter Segeln erzielten die Testcrew bei Winden von 11 bis 14 Knoten im Halbwind 7,3 Knoten Geschwindigkeit, die sich auf einem Querbugsegler auf 7,5 Knoten steigerte; bei weiter abgefallenen Kursen ging die Bootsgeschwindigkeit auf einem raumen Kurs um etwa einen Knoten zurück. Das optionale hohe Rigg wurde als deutlicher Vorteil in Revieren mit leichtem Wind hervorgehoben. Die Steuerung erfolgt über ein Whitlock Mamba Kegelradsystem mit Torsionsstange. Eine Kritik aus demselben Test lautete, dass die Lewmar 48 Primärwinschen für ein 45-Fuß-Boot etwas klein geraten seien.
Antrieb und Systeme
Der Standardmotor ist ein 56 PS starker Yanmar-Diesel mit Wellenantrieb, wobei ein 75 PS starker, turbogeladener Yanmar als optionales Upgrade erhältlich ist. Diese Turbomaschine trieb das Boot bei 2.800 U/min mühelos auf eine Marschgeschwindigkeit von 7,5 Knoten. Die Tankkapazitäten sind pragmatisch und zentralisiert angeordnet: Zwei Wassertanks aus Edelstahl und zwei Kraftstofftanks aus Edelstahl befinden sich mittschiffs, und zwei Polypropylen-Fäkalientanks bieten eine Kapazität von 48 Gallonen.
Unterbringung und Decks-Layout
Der erhöhte Salon und das hohe Mittelcockpit prägen die Philosophie des Wohnbereichs. Der erhöhte Steuerstand bietet eine gute Sicht, ist aber auch ein Ziel für Bugwellen. Dies wird durch eine klappbare Sprayhood abgemildert, die die Sichtlinien und den Schutz des Rudergängers bewahrt. Schmale Seitendecks, die mit einer traditionellen Teak-Oberfläche für sicheren Halt ausgestattet sind, vervollständigen die Bewegungsfreiheit im Freien.
Das Fazit
Die Southerly 135 Mk II ist eine spezialisierte Hochsee-Fahrtenyacht für Segler, die flache Reviere schätzen, ohne auf die Leistung eines tiefen Kiels zu verzichten. Ihr im Guss integrierter Kielkasten und die schwere Bodenplatte mit Ballaststruktur sind echte Blauwasser-Ingenieurskunst, und der Rumpf von Humphreys erfüllt die CE-Kategorie A. Die erhöhte Plicht und die geringe Baumhöhe sind eher Kompromisse des Layouts als Mängel, und die kleinen Primärwinschen stellen das einzige bekannte Schwachpunkt bei der Handhabung dar.
Vorteile
- Variabler Tiefgang von 2 Fuß 6 Zoll bis 9 Fuß 8 Zoll durch klappbaren Gusseisen-Flossenkiel
- CE-Kategorie A Hochsee-Rumpf mit integriertem Kielschacht und 28-Bolzen-Aufhängung
- Optionale 75 PS starke Yanmar-Turbomotorisierung für 7,5 Knoten Marschgeschwindigkeit
- In der Version mit Doppelruder erhältlich; optionales hohes Rigg für Leichtwind
Nachteile
- Die Lewmar 48 Primärwinschen sind für die Bootslänge als unterdimensioniert bekannt
- Das hohe Mittelcockpit und der 10-Fuß-Baum sorgen für viel Bugwasser
- Nur acht Exemplare gebaut, was den Support in der Flotte und das Wissen der Eignergemeinschaft einschränkt





