Design und Konstruktion
Die 362 behält den massiven GFK-Rumpf und das Deck der Sigma 36 bei – ein unkompliziertes GFK-Laminat ohne Kern im Rumpf selbst. Bei einer Länge über alles von 36 Fuß bei einer Wasserlinienlänge von 28 Fuß sorgt eine Breite von 11,5 Fuß für ein Verhältnis von Länge zu Breite von 3,13. Das Boot trägt 5.160 Pfund Bleiballast bei einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 42 Prozent bei einer Verdrängung von 12.400 Pfund. Der Flossenkiel hat je nach Beladung einen Tiefgang von etwa 6,1 bis 6,4 Fuß, und ein Spatenruder vervollständigt das Unterwasserprofil. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 240 und eine benetzte Fläche von fast 35 Quadratmetern ordnen sie eher in die Kategorie einer moderat schweren, leicht anspringenden Fahrtenyacht als in die einer Ultraleicht-Regattayacht ein. Während das Kenterungsverhältnis von 1,97 und das Komfort-Ratio von 24,5 ein Boot mit vernünftigem Seeverhalten für ihre Größe beschreiben. (1)
Rigg und Handhabung
Wo die 362 sich von der 36 unterscheidet, liegt oberhalb des Decks: Ein Masttoppslup-Rigg und ein überarbeiteter Kajütaufbau prägen sie. Mit einem Referenz-Segelplan von 594 Quadratfuß für Großsegel und Fock beträgt ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) 17,3, steigt mit einer 135-prozentigen Genua auf 20,6, und die Rezension in der Yachtdatenbank weist darauf hin, dass sie mehr Rigg trägt als 62 Prozent vergleichbarer Segelboote, was sie als leicht übertakelt kennzeichnet. Diese Neigung zu viel Segelfläche, gepaart mit einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 7,2 Knoten und einer angegebenen Marschgeschwindigkeit von 6,0 mit einem Maximalwert von 7,0, deutet auf ein Boot hin, das unter voller Segelfläche auf raumen Kursen seinen Rhythmus findet. Das standardmäßige laufende Gut ist auf das Masttopp-Layout abgestimmt – 12-mm-Fallen von rund 32,6 Metern Länge für Großsegel, Genua und Spinnaker, 14-mm-Schoten für Fock, Genua und Großschot sowie eine Bergeschlaufe und eine Unterliekspanner mit 8,2 Metern Länge – Maße, die ein zukünftiger Eigner beim Ersetzen verschlissener Leinen berücksichtigen sollte. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Sigma 362 mit zwei Kabinen und sieben Kojen aufgeteilt, und das Interieur ist wie bei den meisten ihrer Zeitgenossen im Teakholz ausgeführt. Die Stehhöhe liegt über dem Durchschnitt für ein 36-Fuß-Boot, und das Boot verfügt über 300 Liter Frischwasser sowie einen 80-Liter-Dieseltank. Diese Volumina ermöglichen ausgedehnte Törns ohne die ständige Wasserrationierung, die kleinere Boote plagt, und die Anzahl der Kojen sorgt dafür, dass eine Familie oder eine Regatta-Crew schlafen kann, ohne jeden Abend die Sofakojen in provisorische Kojen umbauen zu müssen.
Ausrüstung und Antrieb
Das Boot kann mit einem Volvo Penta 2003 Diesel mit 37 PS ausgestattet sein, der einen Wellenantrieb antreibt. Diese Installation ermöglicht die angegebenen Reisegeschwindigkeiten von 6,0 Knoten unter Motor und eine Höchstgeschwindigkeit von 7,0 Knoten. Die Kraftstoffkapazität von 80 Litern ist bescheiden, aber für ein Segelboot, dessen Motor in erster Linie als Hilfsmotor dient, völlig ausreichend. Das Absenkungsverhältnis von etwa 206 kg pro Zentimeter zeigt, wie stabil sich der Rumpf mit Vorräten und Wasser verhält – ein wichtiger Faktor beim Beladen für eine Langfahrt.
Das Fazit
Die Sigma 362 ist eine gelungene Weiterentwicklung der Sigma 36. Sie tauscht einige spartanische Regatta-Eigenschaften gegen Fahrtenkomfort ein, behält aber einen bewährten Rumpf und verfügt über ein leistungsstärkeres Rigg. Sie ist eine praktische 36-Fuß-Cruiser-Rennyacht mit überdurchschnittlicher Stehhöhe, vernünftiger Tankkapazität und seetüchtigen Proportionen, wenngleich ihr stark überhöhter Segelplan diszipliniertes Handling und sorgfältige Leinenführung erfordert.
Vorteile
- Teilt den bewährten Sigma 36-Rumpf in massivem GFK
- Überdurchschnittliche Stehhöhe und sieben Kojen auf zwei Kabinen
- 300 Liter Wasser- und 80 Liter Kraftstoffkapazität für längere Törns
- Vernünftige Kenterungs- und Komfort-Ratios für eine 36-Fuß-Fahrtenyacht
Nachteile
- Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen etwas übertakelt, anspruchsvoller unter Segeln
- Bescheidenes Motorleistung im Verhältnis zur Verdrängung von 12.400 Pfund







