Design und Konstruktion
McCurdy & Rhodes formten die Swiftsure 30 als Einrumpfboot mit einem geneigten Vorsteven und einem leicht negativen Spiegel, das überwiegend aus GFK mit Teakholz-Akzenten gebaut ist. Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, ebenso das Deck, wobei unter Deck ein Skeg-aufgehängtes Ruder und ein fester Flossenkiel – oder optional ein Schwert – verbaut sind. Der Tiefgang der Flossenkiel-Version von 4,8 Fuß und die Breite von 10 Fuß verleihen ihr die Proportionen einer breiten Fahrtenyacht mit moderatem Tiefgang. Ihr Kenterungsverhältnis von 2,04 und ihre Komfort-Ratio von 20,12 ordnen sie eher in den Bereich der traditionellen Familien-Fahrtenyachten als in den Extrembereich der Hochseeregattayachten. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist mit einem Masttoppslup-Rigg (Bermuda) ausgestattet, das über intern montierte Fallen, Jiffy-Reffanlage, Unterliekstrecker und einen Baumniederholer verfügt. Die Travellerschiene der Großschot ist auf dem Brückendeck montiert, sodass die Bedienelemente für den Großsegeltrimm frei von der Niedergangstür bleiben. Zwei Genuawinschen befinden sich auf dem Cockpitsumfang, eine dritte bedient die Fallen, während zwei Fallwinschen auf dem Kajütdach montiert sind. Die Steuerung erfolgt über eine Radsteuerung an einem Skeg-Ruder. Auf der Regattabahn kennzeichnet ihr PHRF-Durchschnittshandicap von 181 sie eher als Clubregattayacht mittlerer Klasse als als ausgezehrtes Vollblut. (1)
Unterbringung
Unter Deck befindet sich die Pantry an Backbord mit zwei Spülbecken und einem dreiflammigen Spirituskocher. Die Nasszelle liegt im Vorschiff, direkt achterlich der V-Koje, und ist mit einem Kleiderschrank sowie zwei klappbaren Schallschotts ausgestattet. Sie wird durch acht zu öffnende Luken und zwei feste Kajütaufbauten belichtet. Für acht Personen bietet das Boot Schlafplätze durch die V-Koje, die Salonsofakojen mit Klapptisch und zwei große Achterkojen. Ein großer Kartentisch steht an Steuerbord direkt vor dem Niedergang. Die Belüftung erfolgt über zwei Luken – eine im Vorschiff und eine in der Hauptsalondecke – sowie zwei Dorade-Lüfter, was für Törns in warmen Revieren ohne mechanische Hilfsmittel sorgt.
Ausrüstung und Antrieb
Der werksseitige Motor war ein japanischer Yanmar 2GM oder Westerbeke-Diesel, wobei der Yanmar 2GM als Standardmotor angegeben ist. Die Plicht ist mit zwei Genuawinschen und einer dritten für die Fallen ausgestattet, was zu den oben genannten Fallwinschen auf dem Kajütdach passt. Das am Rad gesteuerte Skeg-Ruder und der Traveller auf dem Brückendeck machen das Trimmen des Bootes einhand direkt von der Steuerstandsecke aus leicht machbar.
Das Fazit
Die Swiftsure 30 ist eine unkomplizierte Fahrten- und Regattayacht der 1970er Jahre: solide GFK-Konstruktion, ein praktisches Masttopp-Rigg mit vernünftiger Winsch-Verteilung und ein Innenraum, der für acht Personen in einer kompakten Küstenklasse ausgelegt ist. Sie belohnt den Käufer, der einen einfachen, breiten Weekender mit Regatta-Potenzial sucht, anstatt eines komplexen modernen Performance-Rumpfes.
Vorteile
- Steifer, mit Blei ballastierter Rumpf mit fast 46 % Ballastanteil für ein Boot von 7.520 lb
- Radsteuerung und Skeg-Ruder mit Traveller auf Brückendeck für einfaches Trimmen
- Acht Schlafplätze durch vorn liegende Nasszelle, großen Kartentisch und gute Lukenbelüftung
Nachteile
- Der Spirituskocher mit drei Brennern ist für das moderne Fahrtensegeln veraltet
- Das optionale Schwert erhöht die Komplexität im Vergleich zum festen Flossenkiel
- Die PHRF 181 stuft sie als mäßig für das heutige Club-Regattageschehen ein








