Design und Konstruktion
Die Saphire 27 ist weniger extrem als einige ihrer Sportboot-Rivalen, mit einem runderen und schmaleren Heck sowie einer schlankeren Wasserlinie im Achterschiff, die die Designer eher für den täglichen Gebrauch als für reinen Regatta-Minimalismus geformt haben. Rumpf und Deck bestehen aus GFK-Sandwich mit Schaumkern und Vinylesterharzen, das im Vakuuminjektionsverfahren laminiert wurde, um Gewicht zu sparen. Die Boote werden in Polen bei Delphia Yachts laminiert und fertiggestellt. Die strukturelle Konstruktion lag in den Händen von Francesco Pelizza, die Innenausbauarbeiten wurden von Mauro Sculli durchgeführt und die Segel stammen von Alessandro Castelli, unter der Projektleitung von Sebastiano Rech Morassutti. Ein Bleikiel und ein Carbon-Rigg gehören zu ihren feineren Extras. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist im Vergleich herkömmlich, ohne Achterstag, und trägt ein Fathead-Großsegel mit einer leicht überlappenden Genua für insgesamt 44 Quadratmeter Segelfläche; Code Zero und Gennaker können noch mehr Leistung bringen, und als Alternative wird ein weicherer Großsegeltyp in „Familiengröße“ ohne ausgestellten Kopf angeboten. Fallen und Trimmleinen laufen nach achtern über das Kajütdach für einfaches Handling an der Winsch, obwohl sich die Plicht mit nur einem einzigen Winschpaar begnügen muss und die Fock vor dem Trimmen anderer Leinen am Umlenkblock gefiert werden muss. Bei leichtem Wind stellten Testsegler fest, dass das Vorschiff weit nach vorn zu verlegen das Heck hebt und die benetzte Fläche trimmt, während das einzelne Ruder im Manövrieren einen Vorteil gegenüber Konkurrenzmodellen mit Doppelruder bietet – es geht schneller durch die Wende und beschleunigt danach besser. Am Wind bei 12 bis 15 Knoten gibt es keinen messbaren Unterschied zur Seascape 27 in Geschwindigkeit oder Höhe am Wind, aber bei 15 Knoten erreicht die Saphire unter Vollzeug ihre Grenze und verlangt danach nach einem Reff. Ihr theoretisches ORC-Handicap von 605,8 deutet darauf hin, dass sie unter allen Bedingungen etwas schneller sein sollte als der Vergleichsmodell, und sie ist eine fähige Leichtwind-Yacht auf Binnenseen. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist das Layout völlig offen ohne Schotten in der Vorschiffskabine; stattdessen gibt es auf beiden Seiten umfangreiche Stauraumkonstruktionen und eine kleine Pantry. Eine gute Nacht schlafen lässt sich tatsächlich nur auf den beiden Salonkojen, während die beiden Rohrkojen im Vorschiff sehr eng sind. Das Konzept bewegt sich zwischen Sportboot und Daysailer mit begrenztem Fahrtenkomfort, und die Werft gab an, dass der Hubkiel das Boot leicht trailern und über eine Rampe zu Wasser lassen macht, was dem Bericht entspricht, dass es einfach zu slippen und zu ankern ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Das Aufholen des Kiels ist ein aufwendiger Prozess, und das externe Ausklappsystem ist komplizierter und energieintensiver als das von einigen Konkurrenzbooten. Bei dem getesteten Boot waren die Innenflächen noch nicht perfekt, obwohl die Werft versicherte, dass für die Serienproduktion Korrekturen folgen würden. (1)
Refits und Eignerschaft
Eigner können zwischen Benzin- oder Elektro-Außenborder wählen; die elektrische Option von Torqeedo wird als Wellenantrieb unter dem Cockpitboden montiert und für das Ankern aufrecht hochgeklappt werden kann. Der offene Innenraum und die einfachen Systeme eignen sich ideal für Segler, die das Boot trailern und die Persenninge oder den Antrieb nach Bedarf upgraden. (2)
Das Fazit
Die Saphire 27 ist ein vielseitiges, trailerbares Sportboot, das Leistung mit der Praktikabilität des Tagestörns verbindet. Sie ist leicht zu unterhalten und lässt sich schnell für Regatten oder das Segeln auf Binnenseen aufriggen. Sie ist keine reine Fahrtenyacht, aber ihr geringes Gewicht und ihr Hubkiel öffnen Reviere, die größere Boote nicht erreichen können.
Vorteile
- Leicht, trailerbar und dank Hubkiel schnell zu Wasser zu lassen
- Einzelrudersystem erleichtert Manöver und Beschleunigung
- Konventionelles, achterstagfreies Rigg mit praktischen Segeloptionen
- Offener Innenraum mit guter Stauraumkapazität und Salonkojen
Nachteile
- Das Kielheben und das Ausfahren des Außenborders sind aufwendig
- Die Kojen in der Vorpiek mit Rohrkojen bieten nur begrenzten Komfort
- Erfordert ab über 15 Knoten Wind unter voller Segelfläche ein Reff







