Design und Konstruktion
Mit einer Verdrängung von 1.433 Pfund, einem Tiefgang von 4 Fuß 6 Zoll und einer weit nach achtern getragenen Breite von 7 Fuß 3 Zoll ist die RS 21 ein kompakter, aber breiter Rumpf. Ihr abgerundeter Vorsteven und ihre ausgeprägten Knickspante maximieren die Wasserlinie und wirken absolut zeitgemäß. Das niedrige Freibord, der umgekehrte Bug und das Kimmendeck verleihen ihr das optische Erscheinungsbild eines modernen Entwurfs. Das Layout als offenes Boot ist die entscheidende Wahl: Es gibt keine Kabine oder ein Doghouse jeglicher Art, und das Cockpit ist praktisch das gesamte Boot. Eine wasserdichte Luke im Bug bietet dennoch reichlich Stauraum für Crewtaschen und Ausrüstung, während eine große, eingelassene Luke einen Sandwich-Rumpf aus Vinylester mit einem Kern aus recyceltem Kunststoff freilegt, der für sein Gewicht eine spürbare Steifigkeit der Paneele verleiht. Tom Rich beschrieb das Laminat als nicht übermäßig dick, aber beim Abklopfen fest. Die Werft weist darauf hin, dass ein total beschädigter Rumpf zerkleinert und im nächsten Boot wiederverwendet werden kann. (1)
Ballast und Stabilität
Die 730 Pfund Ballast sorgen für ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von über 50 Prozent, was perfekt zum Konzept einer stabilen Clubplattform passt. Probefahrer fanden das Boot im Hafen erstaunlich stabil – vier Erwachsene auf einem der Seitendecks verursachten kaum Krängung – und viele betonten, es fühle sich eher wie ein großes Boot als wie eine Jolle an. Diese Standfestigkeit untermauert die Gutmütigkeit, die RS dem 21 zuschreibt, und macht das Boot im Vergleich zu sportlicheren Alternativen, bei denen das Ausreiten am Wind zur Norm wird, sehr komfortabel. Hier ist das Ausreiten nicht erlaubt, und das Boot wird mit drei oder vier Crewmitgliedern gesegelt.
Rigg und Handhabung
Die RS 21 ist mit einem 7/8-Slup-Rigg ausgestattet, das einen Selden-Carbonmast und ein Aluminiumbaum besitzt. Sie ist für schnelles Trimmen zwischen den Regatten über die Wantenspanner vorbereitet. Die Fock hat Klauenhaken und 2:1-Fockleitungen auf kurzen Querträgern mit Stoppern. Tester stellten fest, dass die quer verstellbaren Fockleitungen hart gefiert werden können und dennoch eine gut proportionierte Focktasche erzeugen. Es gibt keinen Traveller für die Großschot; stattdessen befindet sich eine Halterung in der Mitte des Cockpits, in der sowohl der Torqeedo als auch die Großschot-Barriere untergebracht sind. Das Großsegel ist doppelend und kann von vorn oder hinten getrimmt werden. Ein geteiltes System ermöglicht es einem Crewmitglied, den Steuermann abzulösen. Das Fieren von einem hinteren, oberdecks gelegenen Positionen lässt sich der Baum fast bis auf die Mittellinie trimmen. Sowohl die Fock- als auch die Großfall laufen aus dem Mast heraus und enden in feinen Klemmhebeln für schnelle Anpassungen des Vorlieks unterwegs. Cunningham und Baumniederholer sind aus der Hocke heraus leicht zu erreichen. Greg Stewart fand das Rudergleichgewicht sehr gut und meinte, das Boot neige nie zum Aus dem Ruder Laufen. Allen betonte, dass das Gewicht der Crew am Wind an der richtigen Stelle einen riesigen Unterschied bei der Last auf dem Ruder macht – beim Regattasegeln sollte man entweder absolut aufrecht oder mit einer leichten Luvgierigkeit segeln. Das Boot hat eine feine Spur, die sofort signalisiert, wenn man das Profil gefunden hat. Auf raumen Kursen läuft es gut, wenn die Leesegeltrimm-Profilen passen. An Land springt sie mit bemerkenswert kleiner Bugwelle an und fühlt sich eher sicher als riskant an, obwohl bei vier Personen vor dem Wind im Kabbelwasser das Gewicht so weit wie möglich achtern platziert sein muss.
Cockpit und Unterbringung
In der reinen Cockpit-Version bietet das Boot reichlich Bewegungsfreiheit für eine Crew von vier oder fünf Personen. Sailing World bewertete die Ergonomie des Cockpits als hervorragend für ein Boot dieser Größe; dank abgeschrägter Deckecken lässt sich dort bequem aufrecht an den Seerelingen sitzen. Der Bügel im Mittelcockpit dient gleichzeitig als Handlauf, den Tester als wertvolle Unterstützung für Segler mit Balance- oder Mobilitätsschwierigkeiten bezeichneten. Die Edelstahl-Sicherheitsleiste bietet dem Steuermann beim Übersetzen einen sicheren Ausgleichspunkt. Ein Ausschnitt im Vordeck ermöglicht es einer weniger agilen Person am Bug, nach vorn zu gehen, ohne das Risiko einzugehen, über Bord zu fallen. Das einfache Layout im Vorschiff wird auch unerfahrenen Crews keine Angst machen.
Bekannte Schwachstellen
Bei den Tests zeigten sich einige praktische Einschränkungen. Das Aufschneiden einer Welle kann das Wasser durch die Plicht drücken, anstatt das Boot nur zu verlangsamen. Daher sind bei Kabbelwasser eine gute Entwässerung und die Aufmerksamkeit der Crew wichtig. Bei Gegenwinden und Halbwinden fing sich die zusätzliche Großschot gelegentlich an Teilen der Mittelsteuerstandskolumne im Cockpit. Dies ist ein Detail, das für alle Neulinge im Bereich des geteilten Schotsystems dieses Bootes von Interesse ist. (1)
Das Fazit
Die RS 21 ist ein bewusst zurückhaltendes Einheitsklassen-Kielboot, das als Clubregattaboot und Ausbildungsplattform erfolgreich ist, ohne sich als reine Geschwindigkeitsmaschine auszugeben. Ihr offenes Layout mit durchgehendem Cockpit, die elektrische Antriebslagerung und das trimmbare Rigg machen echtes Segeln für Crews mit unterschiedlichen Fähigkeiten zugänglich. Die Stabilität und das feinfühlige Ruderverhalten machen sie zu einem sicheren Ort zum Lernen oder für harte Regatten. Die wenigen Handhabungsmerkmale sind im Vergleich zum durchdachten Gesamtkonzept unbedeutend.
Vorteile
- Außergewöhnliche Stabilität für ein 21-Fuß-Kielboot, krängt kaum mit vier Personen an Bord im Hafen
- Gutmütiges, vertrauenerweckendes Rudergefühl, das beim Gleiten nie an der Grenze spielt
- Offenes Cockpit-Layout mit Bugfach und hervorragender Ergonomie für vier oder fünf Personen
- Sehr feinfühlig trimmbares Rigg mit präziser Profiltiefe-Regulierung vom Mast aus
- Einfache Systeme und Klassenvorschriften halten das Regattasenieren eng und zugänglich
Nachteile
- Das offene Boot bedeutet keinen Schutz in der Kabine und gelegentliche Wassereinbrüche durch die Wellen in der Plicht
- Die Großschot kann bei Schotschlägen am Mittelstützpfeiler in der Plicht hängen bleiben, bis sich die Crew an den neuen Weg gewöhnt hat
- Nicht für das Ausreiten auf dem Heck ausgelegt, was den sportlichen Jollengleitmodus einschränkt, den manche erwarten






