Design und Konstruktion
Streuer legte den Phantom 38 mit einem Flossenkiel aus massivem GFK-Rumpf und einem Skeg-aufgehängten Ruder vor. Sowohl Rumpf als auch Deck wurden im traditionellen Stil der deutschen Werft als massives GFK gebaut. Der Bleiballast von 8.598 Pfund sorgt für ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 41 Prozent bei einer Gesamtverdrängung von 20.944 Pfund, was dem Boot das Stabilitätsprofil verleiht, das Konstrukteure dieser Ära für Schiffe reservierten, die voraussichtlich voll beladen über Ozeane gesegelt werden sollten. Ihr Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,48 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) nahe 311 beschreiben einen Rumpf mit moderater Breite und erheblichem Gewicht für seine Größe. Ein Kenterungsverhältnis von 1,64 ordnet sie fest in den Bereich ein, der für den Blauwassereinsatz als geeignet gilt. Die benetzte Fläche von etwa 419 Quadratfuß und ein Immersionsgrad von 1.553 Pfund pro Zoll deuten auf einen Rumpf hin, der seine Linien unter Last ohne spürbare Absackung trägt, selbst wenn sich Vorräte ansammeln. (1)
Rigg und Handhabung
Die Phantom 38 ist als Masttoppslup mit einer Segelfläche von fast 662 Quadratfuß getakelt, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 13,94 führt – ausreichend, um sie bei leichtem Wind in Fahrt zu halten, ohne dass das Paar für das Fahrtensegeln überproportional viel Segelfläche benötigt. Ihre Großschot hat eine Länge von 98 Fuß auf 14-mm-Leine, die Fock- und Genuaschoten sind 39 Fuß lang und die Spinnakerschoten fast 87 Fuß, allesamt im selben Durchmesser. Diese Konsistenz vereinfacht die Ersatzteile und die Kompatibilität der Winschen für den Eigner. Die Wellenantrieb-Übertragung in Kombination mit der Option eines Innenborders spiegelt ein unkompliziertes mechanisches Layout wider, das eher auf langfristige Wartbarkeit als auf Komplexität ausgelegt ist. Mit einem Tiefgang, der je nach Beladung zwischen 5,58 und 5,88 Fuß schwankt, kann sie sich in den meisten Marinas eintragen, während sie gleichzeitig das laterale Profil beibehält, das ein Flossenkiel für das Am-Wind-Segeln benötigt.
Unterbringung
Unter Deck bietet die Phantom 38 sechs Kojen – eine Zahl, die einer Familiencrew oder zwei Paaren auf einer Küstenfahrt ohne Enge im Salon ausreicht. Die Breite von 11,3 Fuß verleiht dem Innenraum für die damalige Zeit eine angemessene Weite, und die Masthöhe von 46 Fuß über der Wasserlinie bestimmt die vertikale Skala des Riggs, das den Bewohnern dieser Kojen auf Langstreckenfahrten zur Verfügung steht. Die Raumaufteilung von Klaus Streuer, die sich aus seiner umfangreichen Reihe von Phantom-Fahrtenyachten der 1970er Jahre ableitet, setzt nutzbares Volumen über dekorativen Prunk.
Das Fazit
Die Phantom 38 ist eine robuste, von Streuer entworfene Fahrtenyacht aus massivem GFK, gebaut von einer deutschen Werft mit dem klaren Ziel, Lasten auf langen Törns zu tragen. Ihre Stabilität und ihre Kennzahlen im Verdrängungsverhältnis, kombiniert mit einem praktischen Innenraum mit sechs Kojen und einem konservativen Wellenantrieb, machen sie zu einer durchdachten Wahl für Segler, die strukturelle Ehrlichkeit über Mode stellen.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf mit Bleiballast, 41 % Ballastanteil und einem Kenterungsverhältnis von 1,64
- Sechs Kojen und eine Breite von 11,3 Fuß für echten Wohnkomfort auf Törns
- Einfaches Innenborder-Getriebelayout und durchgängige 14-mm-Schotspezifikation im gesamten Rigg
Nachteile
- Der Tiefgang von bis zu 5,88 Fuß schränkt die flachsten Ankerplätze ein
- Die Immersionsrate nahe 1.553 lbs/inch zeigt, dass das Boot mit viel Fahrtausrüstung stark belastet wird





