Design und Konstruktion
Das prägende Merkmal der 325 ist ein relativ radikaler, aufholbarer Flügelkiel-Anker, der für seine Zeit einzigartig war und heute noch ungewöhnlich ist. Fast 1,5 Tonnen Ballast befinden sich im Kiel als Bleiflügel an einer Edelstahlwelle, wobei der geflügelte Ballast mit Bolzen auf eine Reihe von vertikalen Edelstahlwellen gebolzt ist, zwischen denen sich der Hydraulikzylinder befindet. Der Kiel ist in eine Hautstruktur eingegossen, die mit Wasser geflutet werden kann – ein Detail, das die Ingenieurskunst hinter einer Yacht verdeutlicht, die auf Grund laufen soll. Im Gegensatz zur ursprünglichen Super Seal 26 trägt die 325 ihren gesamten Ballast im Kiel. Mit einer Verdrängung von 7.800 lb, 2.650 lb Bleiballast und einer Breite von 10 Fuß 6 Zoll sind ihre Maße für ein Boot dieser Ära moderat, und Bills Abneigung gegen breite Hecks spiegelt sich in ihren Linien wider. (1)
Rigg und Handhabung
Am Wind bei etwa 10 Knoten Wind stellten Segler fest, dass sie recht leicht krängte, aber bereits kurz vor fünf Knoten Geschwindigkeit lief. Der Rezensent von Yachting Monthly beschrieb sie als anfangs rank – ein Merkmal, das typisch für Boote ist, die eine gute Endstabilität und viel Segelfläche bei schwerem Wetter bieten. In allen Belangen ist sie ein schneller und kraftvoller Allrounder. Das gut ausbalancierte Ruder sorgt für ein federleichtes Gefühl auf flachem Wasser, obwohl die Ruder hängen und nicht vertikal angehoben werden. Mit einer Tiefe von 4 Fuß 7 Zoll erschweren sie die Manöver, sobald der Kiel über die Ruderwirkungstiefe angehoben wird. Bei aufgeholtem Kiel hat sie einen Tiefgang von knapp über 2 Fuß und liegt problemlos ohne zusätzlichen Stützrahmen auf dem Flügel – ein echter Vorteil im Flachwasser. Die meisten Exemplare sind mit einer Radsteuerung ausgestattet, wobei die Steuersäule weiter achtern positioniert ist als beim Prototyp, um Platz für einen Traveller direkt davor zu schaffen. Die Püttinge für die Caps, Loweres und die dazwischenliegenden Profile befinden sich mittschiffs auf dem Seitendeck, ganz im Stil dieser Ära.
Unterbringung
Der Innenraum ist zwangsläufig um den Kielschacht herum konzipiert, und Parker hat dies hervorragend gelöst. Die Position des Kiels ermöglicht eine Vorpiek mit einer Koje von über 2,03 m Länge sowie eine geräumige Nasszelle an Steuerbord, die vom Vorschiff oder Salon aus zugänglich ist. Auf Backbord des Kielschachts befindet sich ein Kartentisch, während der Salon und die Pantry komfortabel dimensioniert sind und eine Stehhöhe von knapp über 1,80 m bieten. Der klappbare Salontisch ist ein wunderschön verarbeiteter Mittelpunkt und ein Markenzeichen von Parker, der angeblich bis zu zehn Personen Platz bietet. Eine Achterkabine verläuft quer unter dem Cockpit. Ein Querträger statt eines P-Schlitzes sorgt für Sicherheit auf einem Boot, das regelmäßig trockenfällt, und ab Werk stand eine große Anzahl an Individualisierungsoptionen zur Verfügung.
Bekannte Schwachstellen
Potenzielle Eigner sollten beachten, dass Korrosion am Hydraulikzylinder des Kiels aufgrund der Nähe verschiedener Metalle im Meerwasser häufig vorkommt, was Anoden unerlässlich macht. Es ist bekannt, dass sich die Befestigungen des Bleikiels für den Rumpf abschneiden können. An Deck neigen die durchgebolzten Püttinge zu Wassereinbruch, und in diesen Bereichen werden häufig hohe Feuchtigkeitswerte gemessen.
Das Fazit
Die Parker 325 ist eine durchdachte, vielseitige Fahrtenyacht, deren Hubflügelkiel und geringer Tiefgang Reviere öffnen, die vielen Booten dieser Größe verschlossen bleiben. Ihr praktischer, gut verarbeiteter Innenausbau ermöglicht echtes Wohnen an Bord. Sie belohnt Eigner, die bereit sind, sich um die Hydraulik des Kiels und die Decksbeschläge zu kümmern. Auf dem Gebrauchtbootmarkt bietet sie einen ranken, aber seetüchtigen Rumpf, der schnell Höhe läuft und sich leicht steuern lässt.
Vorteile
- Der aufholbare Flügelkiel hat einen Tiefgang von knapp über 60 cm im aufgeholten Zustand und ruht auf dem Flügel ohne Stütze
- Der gesamte Ballast befindet sich im Blei-Flügelkiel; der Baumstamm ist ideal für Grundberührungen geeignet
- Praktischer Innenraum um den Kielschacht mit einer langen Vorschiffskoje und geräumigen Nasszellen
- Leichtgängiges Rudergefühl und gute Segeltrageeigenschaften bei schwerem Wetter
Nachteile
- Korrosion am hydraulischen Zylinder des Kiels häufig; Befestigungen können reißen
- Durchgebolzte Püttinge neigen zu Wassereintritt
- Ruderhöhe schränkt das Manövrieren mit aufgeholtem Kiel ein
- Anfangs rank bei leichtem Wind








