Design und Konstruktion
Capital Yachts baute die Newport 27-1 ab 1970 in Harbor City, Kalifornien, mit einem geneigten Vorsteven, einem senkrechten Spiegel und Holzverzierungen auf einer überwiegend aus GFK bestehenden Konstruktion. Der Rumpf ist handaufgelegt mit einem Bleikiel, und das Unterwasserschiff trägt einen festen, gepfeilten Flossenkiel mit einem intern montierten, balancierten Spatenruder, das über eine Pinnensteuerung oder eine Ankerpinne gesteuert wird. Das erhöhte Flachdeck verleiht ihr ein markantes Aussehen und ermöglicht Stehhöhe im Innenraum – eine Layout-Entscheidung, bei der man das niedrige Profil eines Bootes mit Kajütaufbau gegen echte Stehhöhe unter Deck eintauscht. Öltes Teakholz kommt großzügig zum Einsatz, obwohl die warme, traditionelle Ästhetik durch formica-holzoptisches Material, das alle horizontalen Oberflächen bedeckt, gemildert wird. (1)
Rigg und Handhabung
Die Newport 27 ist eine Masttoppslup mit Bermuda-Rigg und einer Segelfläche von rund 345 Quadratfuß. Ihr Traveller befindet sich vor dem Niedergang. Mit einer Verdrängung von 6.000 Pfund läuft sie bei leichtem Wind gut an, ist jedoch rank. Steigt der Wind und die Bootsgeschwindigkeit, nimmt auch die Luvgierigkeit zu. Ein Nachteil bei der Handhabung liegt im Rigg: Die Reibung zwischen dem Traveller und seiner Bahn macht es schwierig und gefährlich, das Großschot unter Last zu trimmen. Sie ist keine robuste Fahrtenyacht für die Langstrecke und kein wettbewerbsfähiger Regattaboot mehr, bleibt aber ein seetüchtiges, günstiges Daysailer. (2)
Unterbringung
Ein erhöhtes Glattdeck bietet etwas mehr als 1,80 m Stehhöhe, und das häufigste Layout platziert eine V-Koje, eine Nasszelle und einen kleinen Kleiderschrank vor dem Hauptschott. Sechs Fuß lange Sofakojen verlaufen auf beiden Seiten des Salons, mit einem Tisch, der bündig zum Schott klappbar ist und unter Segel als Navigationsecke dient. Achtern der Sofakojen befindet sich an Backbord eine Arbeitsplatte mit Spüle und Zugang zur Kühlbox, während ihr gegenüber ein eingelassener zweiflammiger Spirituskocher steht. Variationen umfassen eine Achterkoje an Steuerbord, eine feste Dinette mit erhöhten Sitzen und eine achtern angeordnete Nasszelle. Die Referenz für die 27-1 beschreibt Schlafplätze für fünf Personen über eine Doppel-V-Koje im Vorschiff, eine gerade Sofakoje und eine klappbare Dinette, die sich zu einer Doppelkoje umbauen lässt, wobei die Pantry auf beide Seiten der Niedergangstreppe aufgeteilt ist.
Bekannte Schwachstellen
Die Borddurchlässe sind aus Bronze, aber mit PVC-Schiebesperren ausgestattet – eine Kombination, die bei der Besichtigung eines solchen Ankers beachtet werden sollte. Die Tankkapazitäten reichen für längere Törns als ein Wochenende nicht aus, mit einem 23-Liter-Fäkalientank und bescheidenen Wassertank- sowie Kraftstoffkapazitäten. Die bereits erwähnte Reibung im Travellerschiene ist das andere dokumentierte Problem beim Handling. Diese Mängel sind für einen Daysailer oder ein Boot für küstennahe Wochenendtörns akzeptabel, beeinflussen jedoch direkt den Einsatzzweck des Bootes. (2)
Refits und Eignerschaft
Die meisten Newport 27s wurden mit einem Einbaumotor ausgestattet, entweder einem benzinbetriebenen Atomic 4 oder später einem 11 PS starken Universal-Diesel, und der Zugang zum Motor ist bei beiden Versionen hervorragend. Frühe Modelle haben einen Tiefgang von 4 Fuß 3 Zoll. Die Einfachheit des Bootes, das offene Innenraumkonzept und der gute Motorzugang machen sie zu einer idealen Plattform für gezielte Upgrades statt eines kompletten Neubaus.
Das Fazit
Die Newport 27-1 ist eine ihrer Zeit entsprechende Regatta-/Fahrtenyacht, die ihren Platz als leistungsfähige, günstige Daysailerin mit einem für ihre Länge wirklich geräumigen, aufrechten Innenraum gefunden hat. Ihr handaufgelegter Rumpf und der Bleikiel sind ehrlich gebaut, und der Zugang zum Motor ist ein seltener Pluspunkt. Die Rankheit, die Luvgierigkeit, die PVC-Absperrschieber und die dünnen Tanks definieren ihre Grenzen: Sie ist ein Boot für Küstenfahrten und das Wochenende, kein Hochseetörn.
Vorteile
- Das hochgezogene Flachdeck bietet Stehhöhe und einen offenen, flexiblen Innenraum
- Handaufgelegter Rumpf mit Bleiballast und hervorragendem Zugang zum Innenborder
- Gute Leichtwindleistung und eine einfache, leicht aufzurüstende Plattform
Nachteile
- Rankes Seeverhalten und zunehmende Luvgierigkeit bei auffrischendem Wind
- Bronze-Borddurchlässe kombiniert mit PVC-Absperrschiebern
- Zu kleine Tankkapazitäten für alles außer einem Wochenendtörn
- Reibung des Travellers erschwert die Einstellung der Großschot unter Last







