Konstruktion und Bauweise
Die Morgan 27 verfügt über einen massiven GFK-Rumpf mit Bleiballast sowie ein Flossen-Ruder-Konzept mit Spatenruder. Ihre Kennzahlen zeugen von einer steifen, moderat schweren kleinen Fahrtenyacht: Eine Verdrängung von 7.000 Pfund bei einer Wasserlinienlänge von 25 Fuß, ergänzt durch 3.300 Pfund Blei, ergeben ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 47 Prozent. Dieser Ballastanteil ist für diese Größe hoch und sorgt zusammen mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 200 dafür, dass das Boot fest im Lager der schweren und stabilen Boote liegt und nicht zu leicht und rank. Das Kenterungsverhältnis von 2,06 und eine Komfort-Ratio von 20,01 vervollständigen das statistische Bild eines kleinen Bootes, das eher darauf ausgelegt ist, sicher als sportlich zu wirken. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist als Masttoppslup mit einer angegebenen Segelfläche von etwa 373 Quadratfuß getakelt – aufgeteilt auf ein 155 Quadratfuß großes Großsegel und einen 217 Quadratfuß großen Vorsegeldreieck – und der Mast steht 40,5 Fuß über der Wasserlinie. Das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16,36 deutet auf ein Boot hin, das seine Segel tragen kann, ohne überfordert zu sein, aber nicht für rasante Geschwindigkeiten auf raumen Kursen gebaut ist. In Verbindung mit dem Unterwasserprofil aus Flossenkiel und Spatenkiel sowie dem Tiefgang von 4,5 Fuß beschreiben das Rigg und die Rumpfform eine manövrierfähige, berechenbare Fahrtenyacht für Küstenfahrten mit genügend Stabilität, um bei gutem Wetter weiter auf See zu gehen. (1)
Unterbringung und Tankkapazitäten
Unter Deck wurde die Morgan 27 auf die Gegebenheiten eines 27-Fuß-Rumpfes zugeschnitten: Die Tankkapazitäten sind minimal mit 14 Gallonen Benzin für den Hilfsmotor und rund 15 Gallonen Wasser. Diese Werte sind keine Zahlen für eine lange Fahrtenreichweite, sondern passen zu einem Boot dieser Länge, das für Wochenendtörns und Küstentouren genutzt wird. Die Breite von 9,83 Fuß bietet dem Entwurf den vorhandenen Raum, und die schwer verdrängende Rumpfform tauscht reines Innenraumvolumen gegen die bereits in den Stabilitätswerten erwähnte Sicherheit ein.
Bekannte Schwachstellen
Die verfügbaren Materialien definieren die inhärenten Grenzen des Entwurfs – die geringe Kraftstoff- und Wasserkapazität, das bescheidene Segelfläche-Verhältnis und der durch die Breite begrenzte Innenraum – und nicht etwa Schwachstellen oder Konstruktionsfehler. Ein Käufer oder Eigner sollte dies als Einschränkungen dieses Bootstyps und nicht als Mängel betrachten.
Eigentumsverhältnisse
Die Produktion lief nur von 1971 bis 1976 – ein Fünfjahresfenster, das endete, bevor Charley Morgan 1972 die Morgan Yachts verließ. Jede Morgan 27 repräsentiert daher die von Charles Morgan entworfene Modellreihe der Werft, gebaut unter dem Eigentum von Morgan Yachts vor späteren Äras des Unternehmens. Diese kurze, einheitliche Produktionsphase unter einem einzigen Konstrukteur macht das Modell zu einem konsequenten, sich nicht weiterentwickelten Entwurf und nicht zu einem Boot mit aufeinanderfolgenden Generationen zum Vergleich.
Das Fazit
Die Morgan 27 ist eine kleine, schwer ballastierte Taschen-Fahrtenyacht mit einem Flossen- und Spatenrumpf sowie einem konservativen Masttopprigg. Sie ist ein stabiles, unkompliziertes Boot aus einer kurzen fünfjährigen Bauzeit, frei von dokumentierten Mängeln und eher durch ihre Grenzen als durch ihre Fehler definiert.
Vorteile
- Hoher Ballastanteil von 47 Prozent für ein 27-Fuß-Boot mit Bleiballast und einem sicheren Kenterungsverhältnis.
- Solide GFK-Konstruktion mit Flossenrumpf und Spatenruder für berechenbares Verhalten.
- Einzelklassen-Design, kurze Produktionszeit (1971–1976) ohne Generationswechsel.
Nachteile
- Minimaler Tankinhalt: ca. 53 Liter Kraftstoff und 57 Liter Wasser.
- Das bescheidene Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis schränkt die Leistung bei leichtem Wind ein.
- Die kompakte Breite und die schwere Verdrängung opfern Innenraumvolumen zugunsten der Stabilität.









