Design und Konstruktion
Der Rumpf und das Deck der 570 sind im Vakuuminfusionsverfahren als Sandwichbauweise gefertigt. Sie bestehen aus osmosebeständiger Vinylesterharzschicht auf einem Divinycell-Schaumkern mit multiaxialem E-Glas, einem modernen Konstruktionsansatz, der das Gewicht niedrig hält und gleichzeitig resistent gegen Osmose ist. Das Deck ist sowohl angebunden als auch mit Bolzen am Rumpf befestigt, wobei in hochbelasteten Bereichen wie den Winschen Fundamenten verstärktes GFK verwendet wird. Unter der Wasserlinie liegen einige Epoxid-Primer-Schichten auf dem Laminat. Die Rumpfstabilität wird durch eine Batterie von Längstringern, ein verstärktes Bodengruppen-Raster und strukturelle Schotten gewährleistet. Der fast senkrechte Bug und der leicht geneigte, umgekehrte Spiegel maximieren die Wasserlinienlänge, während ein langes, bündiges Teakdeck vor dem Mast – Teak ist Standard – ihr ein souveränes Profil verleiht. Der Flossenkiel kombiniert einen gusseisernen Kielblatt mit einer Bleibombe, und das ausbalancierte Spatenruder dreht sich an einem massiven Edelstahlbeschlag. (1)
Rigg und Handhabung
Ihr hohes, dreisalingiges 7/8-Rigg ist aus Aluminium und an Deck durchgeführt, unterstützt durch ein Drahttauwerk, mit einem Standard-Großsegel mit Volllatten und einer 106-prozentigen Arbeitsfock. In einer Testfahrt in der Zeitschrift Cruising World segelten die Tester die Flachkiel-Version mit einem Seldén Rollgroßsegel und einer Furlex Rollfock. Sie fanden den ausgewogenen Rumpf extrem leichtgängig auf dem Wind zu steuern, selbst bei den Carbon-Ruderscheiben des Ankers. Der 180 PS starke Volvo Penta Diesel mit einem vierflügeligen Faltpropeller bot reichlich Leistung, und die Testyacht drehte sich dank der Max Power Bug- und Heckstrahlruder – deren Joysticks neben den Furuno Autopilot-Repeatern an den beiden Steuerständen montiert waren – problemlos in ihrer eigenen Länge. Als leistungsstarke Weltumseglerin lässt sie sich dennoch von einer kleinen Crew von zwei Personen problemlos handhaben. (2)
Unterbringung
Rhoades Young gestaltete den Innenraum im hellen Afrikanischen Mahagoni mit Zierleisten und Bodenbrettern aus einem weiteren hellen Holz, angeordnet um ein niedriges, großzügiges Mittelcockpit und umlaufende Salonfenster. Aufgrund des Semi-Custom-Charakters haben Eigner bei der Aufteilung der Kabinen große Gestaltungsfreiheit. Die nach vorn gerichtete Navigationsecke an Steuerbord ist fest integriert, und eine klappbare Schalttafel bietet schnellen Zugang zu Sicherungen und Schaltern. Eine große, begehbare Maschinenraum befindet sich mittschiffs und ist zudem durch den Entfernen der Niedergangsstufen und einer Reihe von Paneele hinter der Pantry zugänglich. Teak unter den Füßen und ein erhöhter Salonsaal mit den umlaufenden Fenstern sorgen für viel Licht im Wohnbereich.
Ausrüstung und Decksbeschlag
Die Testyacht war mit einem vollständigen Holmatro-Hydraulikpaket, einer kompletten Andersen-Winschenserie, einer Lofrans-Ankerwinde unter Deck mit einem großen Delta-Anker und robusten doppelten Bugrollen sowie großzügigem Lewmar-Beschlag und Spinlock-Klammen ausgestattet. Ein auf einer Steuersäule montierter Furuno Navnet 3-D GPS-/Kartenplotter protokollierte die Bootsgeschwindigkeit, und das Boot war zudem mit einem Bugstrahlruder als Backup bei Manövern ausgerüstet.
Das Fazit
Die Najad 570 ist eine durch und durch moderne, vakuuminfundierte Semi-Custom-Fahrtenyacht mit der Steifigkeit und den Tankkapazitäten für ausgedehnte Offshore-Einsätze, die sich dank des Propellers und der hydraulischen Unterstützung dennoch einhand oder mit kleiner Crew beherrschen lässt. Sie ist eine stattliche, schwere Yacht, deren Flach- oder Tiefgangsoptionen sowie Eigner-Layouts sowohl für den Charter- als auch für den privaten Gebrauch geeignet sind.
Vorteile
- Vakuuminfundierter Vinylester-Divinycell-Sandwich-Rumpf und -Deck mit Gitterrahmen und Schotten für hohe Steifigkeit
- Dank Strahlruder, Hydraulik und Autopiloten-Systemen leicht von zwei Personen zu bedienen
- Semi-individueller Innenraum mit hellem Salon und begehbarer Motorzugang
Nachteile
- Große Verdrängung und großes Rigg erfordern eine umfangreiche Wartung der Systeme
- Das serienmäßige Teakdeck erfordert kontinuierliche Pflege






