Konstruktion und Bauweise
Die Moody 64 verdrängt etwa 66.000 Pfund (ca. 30 t) und ist mit 22.000 Pfund Ballast konzipiert, die sich im Bulbkiel am Fuß ihres standardmäßigen 8-Fuß-6-Zoll-Flossenkiels befinden. Dieses Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 0,33 sorgt für ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von rund 185 und ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,05. Diese Werte beschreiben einen schweren, stabilen Rumpf mit genügend Segelfläche, um auch bei leichtem Wind Fahrt zu machen. Der Rumpf besteht aus handaufgelegtem GFK mit einem Kern aus balsigem Endgrainbalsa in Zollstärke, das in Polyester-Bindemasse eingebettet ist. Massives Laminat wird für alle Borddurchführungen sowie für Vorsteven, Kiel und Skeg verwendet. Das Deck ist sowohl laminiert als auch mechanisch an eine nach innen gerichtete Rumpfbuchse befestigt. Als mechanische Befestigung dienen Monel-Nieten, die durch eine Aluminium-Gegenplatte getrieben sind. Ein gelaminierter Teak-Kuvaufbau schmückt das Kajütaufbau-Süll über einer langen Fußreling. Ein teilweise freiliegendes, Skeg-aufgehängtes Ruder und ein leicht nach Steuerbord versetzter Propeller vervollständigen das Unterwasserschiff. Der Rumpf wurde in den Farben Blau, Weiß oder Burgundergelcoat angeboten.
Rigg und Handhabung
Über dem Deck trägt die Moody 64 ein hohes Masttopp-Cutter-Rigg auf einem 88-Fuß-Mast, mit dreifach nach achtern gepfeilten Salingen, die die Kap-Salingen, die oberen und unteren Zwischensalingen sowie die achteren Unterwanten tragen. Ein feiner Bug und eine minimale benetzte Fläche sorgen für einen schlanken Vorschiffsaufbau. Sie führt den Großteil ihrer 17-Fuß-Breite von der Schiffsmittschiffslinie bis direkt zum Spiegel, was für eine hervorragende Formstabilität ohne einen überdimensionierten Vorsteven sorgt. Zwei 42-Zoll-Räder sind jeweils mit einer Bank und gepolsterten Hüftstützen ausgestattet und werden von einer Whitlock-Steueranlage sowie einem halben Whitlock Mamba Autopiloten angetrieben. Eine standardmäßige 15-PS-Sleipner-Bugstrahlsteuerung erleichtert das Manövrieren in engen Häfen. Eine riesige Luke mit einer Diagonale von 36 Zoll direkt achterlich des inneren Vorstags öffnet das Vordeck, und eine vertikale Lewmar 3000-Ankerwinde hält das Ankergeschirr bereit.
Performance-Historie
Die Leistungsfähigkeit des Entwurfs ist keine Theorie. In der Fachzeitschrift Cruising World schrieben die Rezensenten, dass Rumpf Nummer eins beim Atlantic Rally for Cruisers im Jahr 2002 die Klasse A gewann und sich gegen eine Flotte längerer Oysters und Swans auf Platz vier insgesamt platzierte. Dabei legte sie die 2.680 Meilen lange Strecke von Gran Canaria nach St. Lucia in knapp unter 13,5 Tagen zurück – mit einem durchschnittlichen Tagesschnitt von 200 Seemeilen vor dem Wind. Dieses Ergebnis des ersten Bootes am Startschuss spricht eher für die tatsächliche Leistung des Crossover-Konzepts als für dessen Marketing. (1)
Unterbringung
Im Innenraum ist der Bodenbelag als Simuliertek-Holzdekor ausgeführt, und das Interieur wurde von Roel De Groot in Zusammenarbeit mit Dixon gezeichnet. Die nach achtern verlängerte Breite bietet großzügigen Wohnraum auf einer Ebene. Die Steuer- und Navigationsecke sind ab Werk mit einem Raymarine-Instrumentenpaket, einem Furuno-Radar und Kartenplottern ausgestattet, während eine Lewmar-Ankerwinde über die Steuerung per Fernbedienung bedient werden kann. Edelstahl-Davits für das Beiboot sind Standard und tragen das Tender ohne dass es das Heck verschandelt.
Ausrüstung und Antrieb
Ein 230 PS starker, turbogeladener Yanmar-Diesel sorgt für den Vortrieb, kombiniert mit dem serienmäßigen Bugstrahlruder und dem bereits erwähnten Autopilot-Antrieb. Die Tankkapazitäten sind großzügig bemessen: Etwa 1.970 Liter Diesel und 1.340 Liter Wasser unterstützen lange, unabhängige Reisen, und die Struktur von Deck und Rumpf ist für den ernsthaften Gutachter oben detailliert beschrieben.
Das Fazit
Die Moody 64 ist eine durchdacht konstruierte Crossover-Fahrtenyacht, die beweist, dass ein schwerer, breiter Rumpf nicht langsam sein muss und dass zwei Segler mit der richtigen Takelung und den passenden Systemen eine 63-Fuß-Yacht problemlos handhaben können. Ihre Konstruktion ist detailliert und zweckmäßig, und ihr ARC-Ergebnis ist ein echtes Gütesiegel.
Vorteile
- Dixons Crossover-Konzept lieferte echte Transatlantik-Geschwindigkeit und gewann 2002 die ARC Class A
- Rumpf mit Balsaholzkern und massivem Laminat an allen Durchführungen und Kielstrukturen
- Tiefes, breites, stabiles Plattform mit 22.000 lb Bulbballast auf einem Flossenkiel
- Sehr gute Standardausrüstung: Bugstrahlruder, Autopilot-Antrieb, Furuno- und Raymarine-Elektronik (1)
Nachteile
- Erfordert zwei sehr fähige Segler; kein Boot für Gelegenheitssegler mit kleiner Crew
- Der tiefe Tiefgang von 2,57 m (8 Fuß 6 Zoll) schränkt einige Reviere ein, es sei denn, der 1,98 m (6 Fuß 6 Zoll) lange Kiel wurde spezifiziert


