Design und Konstruktion
Der Rumpf der 422 ist aus massivem GFK ohne Kern gefertigt – eine Bauweise, die einen starken und langlebigen Rumpf ohne Kernmaterial ergibt. Das Deck hingegen besteht aus einem einzigen, geformten GFK-Balsakern, was für hohe Steifigkeit und Isolierung sorgt. Es verfügt über ein integriertes Fußreling, erhöhte Kajütaufbauten und eingeformte Antirutschmuster für besseren Halt. Der Rumpf selbst hat eine moderate Form mit einem feinen Vorschiffseintritt und einem flachen Heckauslauf. Er weist keine Knickspante oder Kimm auf, wodurch das Überwasserschiff eine glatte Linie erhält. Unter Deck trägt ein Flossenkiel aus Gusseisen Bleiballast für einen tiefen Schwerpunkt, der mit Edelstahlbolzen am Rumpf befestigt ist. Ein Skeg-aufgehängtes Ruderblatt aus GFK auf einer Edelstahl-Skeg-Säule bietet durch das tragende Skeg zusätzlichen Schutz bei Grundberührungen und Kollisionen. Mit einer Verdrängung von 21.000 Pfund, 8.400 Pfund Ballast und einer Breite von 13 Fuß 3 Zoll beschreiben die Zahlen eine solide Fahrtenyacht mit moderater Verdrängung und nicht eine leichte Regattayacht. (2)
Rigg und Handhabung
Sie ist eine Masttoppslup mit einem an Deck gesteppten Aluminiummast und einer einzigen Salingstellung, internen Fallen und Kabeln, die im Stick geführt werden, sowie einem im Mast gerefften Großsegel, das es Ihnen ermöglicht, das Segel direkt aus der Plicht zu binden. Der Aluminiumbaum trägt den Unterliekstrecker und das Topping-Lift, und zwei selbstholende Winschen flankieren das Steuer für die Genuaschoten. Die Steuerung erfolgt über ein einzelnes Rad auf einer Steuersäule, das über eine Kombination aus Drahtseil und Fall über Säule und Ruderquadrant mit dem Ruder verbunden ist, ergänzt durch eine Notpinne, die im Falle eines Ausfalls des primären Systems unter dem Ruderschaft verstaut wird. Ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 235 ordnet sie in das moderate Bereich ein, was bedeutet, dass sie das Gewicht von Fahrtenausrüstung aufnimmt, ohne dass dies einen spürbaren Einfluss auf das Seeverhalten als mittelschwere Fahrtenyacht hat. (2)
Unterbringung
Der Innenraum ist als drei separate Kabinen mit insgesamt sechs Schlafplätzen aufgeteilt, wobei zwei weitere Kojen im Salon möglich sind. Die Achterkabine des Eigners bietet eine große Doppelkoje auf der Mittellinie, großzügigen Stauraum und eine eigene Nasszelle mit Dusche. Besonders praktisch ist, dass sie sich zur Belüftung und für mehr Privatsphäre direkt zum eigenen Niedergang ins Cockpit öffnet. Im Vorschiff befindet sich eine V-Koje mit einer Kleidertruhe und Regalen, die bis zur zweiten Nasszelle reicht, die sich mit der dritten Kabine an Backbord mittschiffs teilt – dieser Bereich beherbergt zwei Einzelkojen, einen Schrank und Schubladen. Im Salon lässt sich die U-Koje an Steuerbord zu einer Doppelkoje umbauen, während das Sofa an Backbord als Einzelkoje oder als Navigationssitz an einem großen Kartentisch mit Instrumentenpaneel und Drehstuhl dient; ein Klapptisch bietet Platz für acht Personen. Die Pantry an Steuerbord achtern des Salons ist mit einer doppelten Edelstahlspüle, einem dreiflammigen Gasherd mit Backofen und Grill sowie einem von oben beladenen Kühlschrank mit Gefrierfach ausgestattet.
Plicht und Decksausrüstung
Im Innenraum ist das Mittelcockpit großzügig gestaltet, wobei hohe Sülls die Crew vor Wind und Gischt schützen. Der Boden und die Sitze sind mit Teakholz ausgelegt. Breite Seitendecks erleichtern den Zugang nach vorn zu sechs Festmacherleinen, zwei Bugrollen, einer elektrischen Ankerwinde und einem Ankerkasten. Zwei Dorade-Lüfter und ein klappbarer Stehtisch vervollständigen die Arbeitsbereiche. Zwei Backskisten bieten Stauraum für Segel und Ausrüstung, und eine Badeplattform am Heck mit Leiter und Heckdusche runden das Bade- und Tender-Interface ab.
Das Fazit
Die Moody 422 ist eine durchdacht unterteilt konstruierte Mittelcockpit-Fahrtenyacht, deren fester Rumpf und das Deck mit Balsakern als langlebige, isolierte Plattform für das dauerhafte Leben an Bord fungieren. Dixons Aufteilung bietet der Eignergeneration im Achterschiff echte Privatsphäre und ein flexibles Layout mit drei Kabinen im Vorschiff, während das Mastreffen und die aus dem Cockpit gesteuerte Segelhandhabung kleine Crews bei Passagen ideal unterstützen. Das Skeg-Ruder und der verklebte Flossenkiel sind konservative, seetüchtige Konstruktionen.
Vorteile
- Solider, nicht laminiert (uncored) GFK-Rumpf mit balsaholzkerngefedertem Einheitsdeck für hohe Steifigkeit und Isolierung
- Achterliche Eignerkabine mit eigenem Niedergang, eigener Nasszelle und Doppelkoje auf der Mittellinie
- Mastfurlung zum Reffen und selbstholende Genuawinschen am Steuerstand für eine bedienerfreundliche Segelbedienung direkt aus der Plicht
- Skeg-aufgehängtes Ruder mit Notpinne und schützendem Skeg
Nachteile
- Die moderate Verdrängung bedeutet, dass sie im Vergleich zu leichteren Zeitgenossen nicht besonders lebendig anspricht
- Das Mastreffen begrenzt die Kontrolle über den Profilverlauf des Großsegels im Vergleich zu einem klassischen Reffsystem








