Design und Konstruktion
Berkemeyer verlieh der Miura einen gepfeilten Flossenkiel und ein Skeg-aufgehängtes Ruder, das über eine Pinne bedient wird, unter einem Mast mit einer einzigen Saling, der für diese Größe relativ tief positioniert ist. Das markanteste Merkmal ist das ausgeprägte Überwasserschiff am Breitbug, das der Entwurf effektiv nutzt: Dieses geschwungene Deck gibt dem Rumpf enorme Stabilität und schafft gleichzeitig überraschend viel Platz im Innenraum unter Deck. Der hochgezogene Kanuheck ist ein bewusster Kompromiss – er macht das Boot völlig untauglich zum Gleiten und begrenzt die Geschwindigkeit vor dem Wind, dennoch wirkt die gleiche Rumpfform als sehr gutes Seeboot. Mit einer Breite von 10 Fuß, einer Wasserlinie von 28 Fuß und einer Verdrängung von rund 10.700 Pfund weist die Miura nach modernen Maßstäben eine moderate Verdrängung und ein gutes Kenterungsverhältnis von 1,8 auf. (1)
Rigg und Seeverhalten
Der Segelplan ist genoa-getrieben: Die Miura trägt den Großteil ihrer Leistung in einer großen Genua mit einem eher kleinen Großsegel, was zum Charakter des Bootes passt. Am Wind und bei frischen bis starken Winden segelt sie hervorragend, ist bei leichtem Wind jedoch etwas träge. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 14,8 zeichnet sie als untertakelt aus, und die Verdrängungslänge (D/L) von 218 bestätigt den moderaten Bau. Die praktische Eignung der Plattform zeigt sich deutlich: Bertie Reed startete mehrere Miuras bei lokalen Offshore-Regatten mit überraschenden Ergebnissen und hielt jahrelang den Rekord für die Strecke Kapstadt nach St. Helena und zurück auf einer einzigen Yacht. Während die Klasse noch oft als solche regattiert, werden Boote wie die Savannah unter allen Bedingungen einhand oder mit kleiner Crew gesegelt.
Leistung und Ruf
Jenseits der lokalen Regatten hat sich die Miura eine beachtliche Bilanz auf Langstrecken aufgebaut. Allein drei Boote in der Hout Bay Marina stehen für insgesamt drei Weltumsegelungen, und die Klasse ist ein starker Konkurrent im Streit darüber, welcher Yachttyp die meisten Weltumsegelungen vorweisen kann. In Sachen Handicap zeigen Clubdaten des RCYC, dass Miuras mit einem Wert von 0,935 segeln, während RCODs bei 0,91 liegen. Die Miura schneidet mit einem kleinen Vorsprung besser ab, verträgt das doppelte Gewicht und bietet weitaus mehr Platz. Das SA Yacht Blog fasste sie als unglaublichen Allrounder für Seetüchtigkeit, Seeverhalten, allgemeine Leistung und Fahrtauglichkeit zusammen – eine wunderschöne, günstige, einfache, robuste kleine Yacht, die überall segeln kann. (1)
Unterbringung
Das Tumblehome, das den Rumpf versteift, bringt auch unter Deck Vorteile: Derselbe geschwungene Rumpf sorgt für eine enorme Kabinenraumausbeute bei einer 31-Fuß-Yacht. Das Boot war eindeutig als praktische Fahrtenyacht und Ausbildungsboot konzipiert und nicht als spartanischer Rennrumpf – die Miura wurde zur bevorzugten Kielyacht für Segelschulen, Erstkäufer von Kielbooten und preisbewusste Teilnehmer an der „Cape to Rio“-Regatta. Diese Rolle setzt einen nutzbaren Innenraum und ein gutmütiges Verhalten im Seegang voraus, nicht aber auf spartanische Unterkünfte.
Eignerschaft und Nachwirkung
Die Produktion begann 1978 mit mehr als 250 fertiggestellten Booten, die meist in Nebe in Hout Bay gebaut wurden, und die Klasse ist auch heute noch sehr aktiv. Der Name selbst leitet sich vom Spanischen für „Kampfstier“ ab – ein passender Spitzname für eine robuste, günstige Fahrtenyacht, die sich auf langen Passagen ebenso wie bei Clubregatten immer wieder bewährt hat.
Das Fazit
Die Miura 31 ist eine absolut seetüchtige kleine Regatta-/Fahrtenyacht mit einer für ihre Länge überraschend guten Bilanz auf Langstrecken. Ihr Knickspant-Rumpf ist robust und geräumig, die Kiel-und-Skeg-Konstruktion hat sich als bewährtes Seebot erwiesen, und das von der Genua angetriebene Rigg ist bei auffrischendem Wind äußerst effektiv. Die Trägheit bei leichtem Wind und das flachere, weniger elegant abfallende Profil des Kanuhecks auf raumen Kursen sind die unvermeidlichen Kompromisse für diese hohe Seetüchtigkeit.
Vorteile
- Auffälliges Kimmverhalten sorgt sowohl für Rumpfstabilität als auch für großzügigen Innenraum
- Hervorragende Leistung am Wind und bei frischem bis starkem Wind mit gutem Seeverhalten
- Außergewöhnliche Hochseehistorie mit mehreren Weltumsegelungen und langjährigem Rekord für Langstrecken
- Mäßige Verdrängung und ein gutes Kenterungsverhältnis für eine 31-Fuß-Fahrtenyacht
Nachteile
- Träger bei leichtem Wind und etwas untertakelt im Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung
- Der zurückgepfeilte Kanuheck verhindert das Gleiten und begrenzt die Geschwindigkeit vor dem Wind









