Merit 22 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Paul Yates·1981·~600 hulls·Merit Marine Inc.
Merit 22 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · hubkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
22' · 6.71 m
Verdr.
2.000 lbs · 907 kg
Erstes Baujahr
1981

Die Merit 22 ist ein 22FußPaulYatesEntwurf von Merit Marine Inc., eine leichte, trailerbare GFKSlup, die als Clubregattaboot und für Küstentörns weit über ihre Länge hinausragt. Mit einer Verdrängung von rund 2.000 Pfund und einem ausziehbaren Bleikiel von 600 Pfund wurde sie für MORC und PHRFRegatten gezeichnet – mit einer Bewertung von etwa 210 bis 230 unter PHRF – und ihr Charakter auf dem Wasser ist der eines schnellen, temperamentvollen Vollblüters und nicht der einer komfortablen WeekenderYacht.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
22 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
18 ft
Breite
8 ft
Tiefgang
4 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Hubkiel
Ruder
1× —
Ballast
600 lbs (Blei)
Verdrängung
2.000 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
23 ft
Unterliek Großsegel
9,6 ft
Vorsegeldreieck Höhe
28 ft
Vorsegeldreieck Basis
8,25 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
29,19 ft
Segelfläche
227 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
22,88
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
30
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
153,1
Komfort-Ratio
10,09
Kenterungsverhältnis
2,54
Rumpfgeschwindigkeit
5,69 kn

Design und Konstruktion

Merit Marine baute die 22 von 1983 bis 1988, wobei etwa 100 bis 150 Einheiten produziert wurden. Sie ist ein Decksschiff im Geiste der Tanzer, und diese Konfiguration bietet für diese Länge ein echtes Innenraumvolumen. Strukturell ist sie ein leichtes Boot, was zu ihrem High-Performance-Konzept passt: Rumpf und Deck sind mit Balsaholzkern gefüllt und auf beiden Seiten mit Schichten von handaufgelegtem 1,5-Unzen-Matt und Knytex-Knäuelgarn verstärkt. Das Standard-Bodenwerk besteht aus einem Flossenkiel (mit Schwert), eine Kielschwert-Variante wird ebenfalls angeboten, sowie einem Spatenruder, das unter einem geneigten Vorsteven und einem negativen Spiegel hängt. Der Kiel selbst ist eine 600-Pfund-Laufkiel-Einheit aus Blei, die in einer zentralen Armlehne untergebracht ist – und überstand in einem Testlauf ein schnelles, unkontrolliertes Aufsetzen auf dem Boden ohne Schäden, wobei sie zwar schwankte und ächzte, aber keine Beschädigung zeigte.

Rigg und Handhabung

Als Masttoppslup hat die Merit eine I-Dimension von 28 Fuß und eine P von 23 Fuß, mit einem Standard-Großsegel von 114 Quadratfuß und Jibben von etwa 106 bis 123 Quadratfuß; eine 149 bis 150 Prozent große Genua bringt die Segelfläche auf rund 166 bis 172 Quadratfuß, und für den Kurs nach unten stehen Drifter, asymmetrische Spinnaker bis zu 381 Quadratfuß und ein konventioneller 350-Quadratfuß-Spinnaker zur Verfügung. Das Verhalten des Bootes unter Segeln ist das Hauptargument. In den Tests des Small Boat Journal aus dem Jahr 1986 stellten die Tester fest, dass sie leicht das schnellste Boot der Gruppe war und wie eine reinrassige Regattayacht im Wind durch das Segel flog. Selbst mit einem Rigg, das ein Jahr lang ungetrimmt auf dem Hof eines Motorboothändlers gestanden hatte, zeigte sie eine enorme Sehnsucht zu segeln. Ihre schnelle und temperamentvolle Leistung belohnt einen Skipper, der es liebt, am lebendigen Rad zu sitzen. Sie ist agil, leicht zu handhaben und hervorragend trailerbar, obwohl damalige Rezensenten warnten, dass sie nicht das ideale Boot für ängstliche Anfänger sein mag. (1)

Unterbringung

Unter Deck bietet das erhöhte Deck viel Platz: Es herrscht eine beträchtliche, gut proportionierte Höhe in der Kabine, und man kann sich trotz geringer Stehhöhe bequem hinsetzen. Doch Geschwindigkeit hat Priorität, weshalb die Ausstattung der Kabine minimalistisch ist und der Innenraum einfach gehalten ist. Ein Testsegler, dem die Tischlerarbeit bewertet werden sollte, sagte schlichtweg: „Es gibt keine.“ Das einzige Holzstück ist ein Tisch mit fragwürdiger Konstruktion – legt man eine Hand auf seine innere Ecke, klappt sich der Tisch wie ein riesiges Spielzeug auf. Das Boot macht im Charakter das wett, was ihm an Verarbeitungsqualität fehlt, und die Unterbringung ist eher als bescheidene Ausstattung für kurze Übernachtungen denn als Wohnraum für längere Törns zu verstehen.

Decksaufteilung und bekannte Schwachstellen

An Deck ist alles flach, was das Boot zur einfachsten zu bedienenden Yacht in der Testgruppe macht – nichts steht im Weg. Durchlöste Fußrelingen säumen den Heckspiegel und dienen als praktischer Haken für Schotblöcke und Fender. Die gleichen Relinge weisen jedoch scharfe Kanten auf, die sicherlich durch Ankerleinen schneiden würden, und dem Boot fehlen ordentliche Klampen am Bug und Heck. Größere Festmacher und eine zusätzliche Klampen am Bug wären ebenfalls willkommen. Dies sind eher kleine Auslassungen bei der Beschläge-Beschaffung als strukturelle Mängel, aber sie sollten vor ernsthaftem Festmachen oder Ankern behoben werden.

Refits und Eignerschaft

Der Unterhalt konzentriert sich auf einen außenliegenden Hilfsmotor mit typischerweise 4 bis 8 PS, der in einem Motorraum (Well) montiert ist, eine Pinne zum Steuern und einen Hubkiel, der das Trailern und das Befahren von Flachwasserrevieren vereinfacht. Das flache Deck und die aufgeräumte Aufteilung machen das Aufriggen, Schoten legen und Fender platzieren unkompliziert, und die Tatsache, dass der Rumpf mit Balsakern den Schock eines herabgelassenen Kiels überstand, deutet auf eine gutmütige Struktur hin. Der schlichte Innenraum bietet kaum Aufwand beim Renovieren; der Tisch ist das einzige Element, das ein sorgfältiger Eigner eventuell neu gestalten möchte.

Das Fazit

Die Merit 22 ist eine agile kleine Regatta-Segelyacht, die Verarbeitungsqualität und Komfort gegen Geschwindigkeit und Agilität eintauscht. Sie ist wirklich schnell, leicht zu trailern und strukturell unkompliziert, aber ihre minimale Kabine und das nervöse Rudergefühl sind eher für einen erfahrenen oder regattafokussierten Eigner als für einen Einsteiger-Cruiser geeignet.

Vorteile

  • Mit Sicherheit das schnellste Boot in ihrer Testgruppe und ein lebendiges Rudergefühl
  • Das Volumen des erhöhten Decks bietet Stehhöhe beim Sitzen und viel offenen Raum in der Kabine
  • Rumpf und Deck mit Balsakern überstanden den Sturz des Kiels ohne Schäden
  • Das flache, aufgeräumte Deck vereinfacht die Segelhandhabung und die Arbeit mit den Fendern
  • Trailerbar mit Hubkiel und Außenborderbohrung (1)

Nachteile

  • Minimaler Innenausbau und ein schlecht konstruierter, kippeliger Tisch
  • Scharfe Kanten der Fußreling können die Ankerleine beschädigen; keine ordentlichen Schotklemmen am Bug oder Heck
  • Das nervöse Rudergefühl passt vielleicht nicht zum schüchternen Einsteiger
  • Der einfache, spartanische Innenraum schränkt den Komfort beim Übernachten ein

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