Design und Konstruktion
Von den Duchten bis zum Bugspriet ist sie mit feinem burmesischem Teakholz ausgestattet, was dem klassischen Look durch Bronze-Knickspanten, Bullaugen und Püttinge zusätzliche Tiefe verleiht. Später in der Produktion machte Taiwan den Anbau dieses Teaks von den 200 Jahre alten Bäumen illegal – dies markiert eine stillschweigende Trennlinie in der Materialgeschichte des Bootes. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist als Duchten-Rumpf ausgeführt, außen mit Teak beplankt und über einen Genuaschienenbolzen verschraubt, während die Relingstützen innen an dieser Duchte montiert sind und ein angeformter Stoßstangenkorb mit Bronzebeschlag ihre Bordwand schützt. Der Ballast besteht aus eingegossenem Blei, und die Teakdecks sowie der Innenraum – zusammen mit all dem Bronzebeschlag – sorgen für das nötige Gewicht. Die Breite liegt mittschiffs bei moderatem Freibord, und der Löffelbug mit Wasserstag bietet reichlich Platz auf dem vorderen Deck. Der Bugspriet selbst ist ein 6 Fuß langer 4x4 aus angeblich einem afrikanischen Holz, das einer Eignerin zufolge „Yackel“ heißt. (1)
Die Decksstruktur ist subtiler, als es der massiv glasfaserverstärkte Rumpf vermuten lässt. Laut einem Eigner wechselt das Deck abwechselnd zwischen Längsformen aus massivem GFK und GFK mit Balsaholzkern, während die Teakdecks in die massiven GFK-Längsträger einlaminiert sind und der Kajütaufbau komplett mit Kern besteht. Der Mast ist überraschend an Deck gesteppt und ruht auf einer länglichen Rosewood-Auflage, die exakt dem Mastprofil angepasst ist, sodass sie eher wie ein Decksaufbau wirkt als wie eine Säule. Diese Auflage bildet den Mittelpunkt einer Struktur, die im Inneren – ähnlich wie bei einer Cabo Rico – komplett mit Teakholz ausgekleidet ist.
Rigg und Handhabung
Einbaugestagte Wanten am äußeren Deckrand und ein einzelnes Achterstag stützen das Kutterrigg mit einer Saling, das für einfache Einhandbedienung ausgelegt ist. Eine Teak-Baumniederholer-Galgenkonstruktion und eine Topping-Lift-Anlage mit Traveller auf dem Kajütaufbau sind üblich; der Kajütaufbau trägt fünf Bronzetüren an jeder Seite mit vier Lüftungsöffnungen oben. Nummer 51 wurde mit einem zweisaligen, hohen Rigg gebaut, was eine Abweichung von der Standard-Ein-Saling-Konfiguration darstellt. Unter Segeln geben Segler im Forum zu, dass sie sich gut segelt und viel Platz an Bord bietet, während ein Rezensent angesichts der Zahlen mit mäßiger Geschwindigkeit bei leichtem Wind gerechnet hatte. Mit dem langen Flossenkiel und dem angehängten Ruder ist sie weniger für Geschwindigkeit als vielmehr für Stabilität gebaut. (1)
Unterbringung
Die mit Teakholz ausgekleidete Achtercockpit ist für das Segeln auf See ungemütlich – die eher steilen Sitzwinkel, der knappe Beinfreiheit und die hohen Sülls sind nicht optimal, und die Bänke sind nicht lang genug, um darauf zu liegen. Unter Deck bietet der Innenraum zwei Kojen achtern, wobei die Steuerbordkoje eine Kabine mit einer Plakette besitzt, auf der „Eigner“ steht. Die Pantry befindet sich an Backbord des Niedergangs, die Navigationsecke liegt an Steuerbord, wo man sich auf einem geraden Salonsofa im Vorschiff niederlassen muss, um sie zu nutzen. Im Salon nehmen ein fester Tisch und eine U-förmige Sitzecke die Backbordseite ein. Vorne an Backbord befindet sich die Nasszelle, und ganz vorn liegt eine Doppelkoje an Backbord in der Bugkabine. Der durchgehende Teak-Ausbau verleiht der Kabine eine zeitgemäße Wärme, die zum äußeren Design passt.
Bekannte Schwachstellen
Das Teakholz ist sowohl das Markenzeichen des Bootes als auch seine größte Hürde. Aufgrund des hohen Anteils an Teakholz ist dies eine pflegeintensive Yacht, und die Teakdecks sind mit hoher Wahrscheinlichkeit abgenutzt und erfordern Arbeit; Eigner bestätigen, dass die Teakdecks undicht sind. Ein besonders anfälliger Bereich sind die in den Kajütaufbau eingelassenen Teakpaneele, und der Grund dafür ist strukturell: Während die Befestigungselemente im Deck in Glas eingeschraubt sind, werden die Befestigungen am Kajütaufbau in Holz geschraubt. Daher sind die eingelassenen Paneele des Aufbaus einem anderen Versagensrisiko ausgesetzt als das eigentliche Deck. Der ungewöhnliche 50 PS BMW-Motor war Berichten zufolge unerwünscht, und die meisten Lord Nelsons wurden bereits remotorisiert; falls nicht, sollte der Käufer hier ein Budget einplanen. Der Zugang zum Motor erfolgt über den Niedergang und eine achterliche Backskiste, aber die Struktur des Niedergangs – das sogenannte „Stiegenpuzzle“ – ist sperrig und kompliziert zu demontieren und zu lagern, wenn man den Vorderbereich des Motors sehen möchte.
Das Fazit
Die Lord Nelson 41 ist eine bewusst anachronistische Fahrtenyacht: ein schweres, mit Teakholz bekleidetes und mit Bronze beschlagenes Boot, gebaut für stabile Langstrecken auf See und nicht für Geschwindigkeit. Ihre Bauweise ist solide und ihre Kabinen sind für die Länge geräumig, aber der hohe Pflegeaufwand des Teaks und der BMW-Motor sind reale Aspekte beim Unterhalt. Sie eignet sich für Segler, die klassische Substanz über moderne Leistung stellen.
Vorteile
- Einlaminierte Bleiballast und massiver GFK-Rumpf mit einem teakverkleideten Kiel-Übergang im Bulwark-Stil
- Geräumiger, komplett mit Teakholz ausgestatteter Innenraum mit separaten Achter- und Vorschiffskabinen
- Stabiles, weiches Seeverhalten im Hafen und bei schwerer See; Kutterrigg ist einhand optimiert
Nachteile
- Überall hochfrequenter Pflegebedarf durch Teakholz; Decks lecken und verschleißen, Kajütaufbau-Paneele anfällig
- Ungewöhnlicher BMW-Motor, der oft ausgetauscht wurde; unhandliche Demontage des Niedergangs für den Motorzugang
- Langsam bei leichtem Wind; Sitze im achteren Cockpit sind eng und nicht als Kojen nutzbar










