Design und Entwicklung
Die Abstammung der LE 111 liegt im Kontext der breiteren Geschichte der Lemsteraak, bei der sich die Rumpfkonstruktion vom Holz über geschweißte und später gebrochene Eisen- und Stahlrümpfe bis ins frühe 20. Jahrhundert entwickelte. Die Alderaast LE111 wurde im Winter 2015–2016 von SRF in Harlingen gebaut, wobei Chris Beuker das Konzept entwickelte und den Bau überwachte. Das Design selbst stammt von Martijn van Schaik, der mit Hoek Design verbunden ist – dem Studio, das seit den frühen 1980er Jahren mit eigenen Geschwindigkeitsberechnungsprogrammen über 250 Lemsteraken verfeinert hat. Mit einer Länge von 12,85 Metern ist diese Visserman 60 cm länger als Schaiks Entwürfe mit 12,25 m wie Eb en Vloed, was einen bewussten Ausbau der etablierten Proportionen markiert.
Konstruktion
Anstatt eine einheitliche 5-mm-Stahlplatte zu verwenden, wurde die Alderaast LE111 aus verschiedenen Plattendicken zusammengesetzt – eine Entscheidung, die das Material an die strukturellen Anforderungen anpasst, anstatt einen einzigen Standard durchzusetzen. Das Schwertprofil ist bemerkenswert schlank, ein Merkmal, das sich beim Segeln in Krängung zeigt. Die Bauweise blieb bei geschweißtem Stahl, was der späteren Phase des Baus von Lemsteraaks entspricht.
Rigg und Handhabung
Das Leistungsprofil für die LE 111 betonte eine schnelle, wendige Yacht, die bei leichtem Wind schnell anspringt. Dieses Ziel wurde durch Analyse verfolgt: Neun Designvarianten wurden mit den Softwareprogrammen Multisurf und Winpower hinsichtlich Widerstand, Seeverhalten und Segelleistung untersucht, und drei Modelle wurden anschließend mit Computational Fluid Dynamics weiterverfolgt, um den Rumpfwiderstand zu visualisieren. Der resultierende Rumpf ist im Unterwasserschiff relativ schlank mit wenig benetzter Fläche, und Tester stellten neben der Schnelligkeit auch eine geringere Anfangsstabilität fest. Auf dem Wasser beschleunigt die LE 111 in Böen sehr schnell und schießt los, sobald der Wind auffrischt. Das schlanke Unterwasserschiff mit wenig benetzter Fläche erklärt die berichtete Agilität bei leichtem Wind und die hohe Beschleunigung. (1)
Refits und Eignerschaft
Die Alderaast LE111 ging von Jellesma Beheer B.V. aus Lemmer, die das Boot von 2016 bis 2025 besaß, im Jahr 2025 an Wallisuma B.V. aus Naarden über. Die Eignergeschichte ist kontinuierlich und aktuell; die ursprüngliche Bauaufsicht durch Beuker war die einzige bekannte Mängelquelle abgesehen von der Übertragung. Die variable Plattenstärke und das schlanke Schwert sind konstruktive Merkmale des Rumpfes.
Das Fazit
Die Lemsteraak LE 111 Visserman Uitvoering ist eine zweckmäßig verlängerte, durch Software optimierte Interpretation des offenen Fischer-Aaks. Sie opfert etwas Anfangsstabilität für einen schlanken Rumpf mit geringer benetzter Fläche, der schnell beschleunigt und sich bei leichtem Wind hervorragend einsetzen lässt. Ihr aus unterschiedlich dicken Stahlplatten geschweißter Rumpf zeigt eine moderne Ingenieurskunst, die auf ein traditionelles Layout angewendet wurde.
Vorteile
- Schlanke Rümpfe mit geringer benetzter Fläche und bewährter Leichtwindbeschleunigung
- Modernes, auf CFD und VPP basierendes Entwicklungsprozess über neun Varianten hinweg
- Offene Visserman-Plicht, die dem Erbe der Arbeitsboote treu bleibt
- Ununterbrochene, aktuelle Eignergeschichte seit 2016
Nachteile
- Geringere Anfangsstabilität als bei volleren Lemsteraak-Formen
- Keine detaillierten Angaben zu Kabinenaufteilung oder Systemen veröffentlicht






