Design und Konstruktion
Die Voyage 12.5 ist um einen massiven GFK-Rumpf mit einem Sandwichdeck mit Balsaholzkern herum gebaut, was Gewicht einspart und zusätzliche Isolierung bietet. Jeanneau verschloss die Rumpf-Deck-Verbindung mit einer robusten mechanischen Befestigung, die durch hochfesten Kleber verstärkt wird – eine Methode, die den Verwindungslasten auf See standhält. Ein prägendes äußeres Merkmal ist das breite, kraftvolle Heck mit integrierter Badeplattform, das den Achterschiffsbereich für mehr Volumen und Cockpit-Platz verbreitert. Unter der Wasserlinie weist der Standard-Flossenkiel einen Tiefgang von 5'5" auf und arbeitet mit einem am Skeg montierten Ruder; das Skeg verleiht dem Ruder ein schützendes Vorderrandprofil und einen sekundären Lagerpunkt, was einen echten Sicherheitsvorsprung gegenüber einem anfälligen Spatenkiel darstellt. (1)
Rigg und Handhabung
Die meisten Exemplare sind Masttoppslups mit einem festen Flossenkiel und Skeg-Ruder. Der Segelplan umfasst ein 360 ft² Großsegel und eine 575 ft² Genua für eine Gesamtsegelfläche am Wind von 935 ft² bei einer Vorstagshöhe von 50'4" und einer Vorliek des Großsegels von 44'11". Unter Segeln läuft der Rumpf wie auf Schienen und hält auch bei Brise gut Kurs. Die Kombination aus einem etwas längeren Flossenkiel und Skeg kann das Boot jedoch beim Rückwärtsfahren aufgrund des Radeffekts (Propellerwirkung) unhandlich machen, was beim Anlegen an einen Liegeplatz mit Festmacher Aufmerksamkeit erfordert. (1)
Unterbringung
Die Erstkäufer konnten zwischen verschiedenen Innenraumaufteilungen mit drei bis vier Kabinen wählen, was die wichtigste Individualisierungsoption darstellte. Die Tankkapazitäten sind für die Bootsgröße großzügig bemessen: Über 450 Liter Wasser und 190 Liter Diesel ermöglichen ausgedehnte Törns ohne ständige Nachfüllung. Das breite Heck führt in der Version mit drei Kabinen zu einer geräumigen Achterkabine, während das Layout mit vier Kabinen etwas Stauraum zugunsten zusätzlicher Kojen opfert.
Bekannte Schwachstellen
Die typischen großen Kajütfenster neigen zu Haarrissen und Undichtigkeiten – ein Problem, das auf die großen Flächen aus festem Glas zurückzuführen ist, das in den Kajütaufbau eingebaut wurde. Bei einigen frühen Rümpfen kann der originale Gelcoat Schlierenbildung zeigen, was eher eine Oberflächenbeschädigung als einen strukturellen Fehler darstellt. Mechanisch sind die Kraftstoff-/Kühlwasser-Armaturen am Motor bekanntermaßen anfällig für interne Korrosion; wenn sie versagen, kann Salzwasser in die Motorzylinder zurückgesaugt werden, was zu schleichender Korrosion führt. Das innere Gitterwerk um die Kielbolzen sollte auf Haarrisse oder Trennungserscheinungen untersucht werden, was auf eine frühere harte Grundberührung durch einen Anker hindeutet. (1)
Refits und Unterhalt
Viele Einheiten verließen die Werft mit einem Perkins M50 oder Yanmar 4JH Motor, beiden handwerklich solide Dieselmotoren dieser Ära. Das Deck mit Balsaholzkern erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Erneuerung von Decksdurchführungen, da eingedrungene Feuchtigkeit im Kern nur schwer zu trocknen ist. Das breite Heck und die integrierte Plattform laden zum Spielen mit dem Beiboot und zum Schwimmen ein, doch aufgrund der Schwachstellen an den Fenstern und Ellbogen sollte bei einem Gutachten-Refit diese Punkte oberste Priorität haben.
Das Fazit
Die Voyage 12.5 ist eine gut durchdachte Fahrtenyacht mit moderater Verdrängung, Skeg-Ruder und massivem Rumpf, die sich durch ein sorgfältiges Gutachten lohnt. Ihre Stabilitätswerte und Tankkapazitäten eignen sich hervorragend für lange Törns, während das breite Heck zusätzlichen Wohnraum bietet. Die bekannten Probleme mit Fenstern, Ellbogen und dem Bodengruppe-Grat sind mit fundiertem Wissen beim Eigner leicht zu bewältigen.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf mit verklebungsgesteifter Rumpf-Deck-Verbindung
- Skeg-aufgehängtes Ruder mit schützendem Vordereck
- Großzügige Wassertank- und Kraftstoffkapazitäten für lange Reviere
- Ab Werft lieferbar als Drei- oder Vier-Kabinen-Version
Nachteile
- Große Kajütfenster sind anfällig für Rissbildung und Undichtigkeiten
- Die Kraftstoff-Air-Mischungsarmbänder korrodieren und können die Zylinder überfluten
- Der Radeffekt macht das Manövrieren rückwärts schwierig
- Einige frühe Gelcoat-Risse







