Design und Konstruktion
Castros Lastenheft führte zu einem Boot mit einer Länge über alles von 7,31 Metern, einer Breite von 2,5 Metern und einer Verdrängung von 1.450 Kilogramm, das auf zwei Kimmkielen aus Eisen ruht, die je nach Beladung zwischen 2,92 und 3,22 Fuß Tiefgang haben. Die Konstruktion entsprach den damaligen Normen mit einem Rumpf und Deck aus massivem GFK sowie einem eisernen Kiel. Trotz eines Ballast-Verdrängungs-Verhältnisses von nur 34 Prozent verleiht die Rumpfform der Jaguar 24 eine erhebliche Formstabilität, und ein Kenterungsverhältnis von 2,23 stellt sie außerhalb der Grenzwerte für Hochseeregatten. Ihr Charakter als Leichtgewichts-Regattaboot wird durch ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 178 und ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 19,17 bestätigt, während eine Komfort-Ratio von 14,0 und ein Immergierungsgrad von etwa 572 Pfund pro Zoll einen steifen, leicht anspringenden Rumpf beschreiben, dessen theoretische Rumpfgeschwindigkeit bei fast 6,0 Knoten liegt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Jaguar 24 ist mit einem leicht zu bedienenden 7/8-Rigg ausgestattet, das ein Selbstwendefock und einen abnehmbaren Traveller für die Großschot besitzt. Die gesamte Segelbedienung erfolgt über die Plicht, da die Leinen nach achtern geführt werden. Das 7/8-Rigg sorgt für gute Segeleigenschaften, obwohl das kleine Vorsegel bedeutet, dass für raume Kurse ein Spinnaker benötigt wird. Die Schotlängen sind für ein Boot dieser Größe großzügig bemessen – eine Großschot von 60 Fuß, Fock- und Genuaschoten von jeweils 24 Fuß sowie Spinnakerschoten von knapp über 52 Fuß, allesamt mit einem Durchmesser von 3/8 Zoll. Ein zentral montierter Außenborderschacht nimmt Motoren bis zu 10 PS auf, wobei 6 bis 8 PS in der Praxis üblicher sind. Die Plicht selbst ist mit gutwinkligen Sülls für ein komfortables Steuern geformt. (1)
Unterbringung
Unter Deck schuf Jaguar durch den Entwurf einer offenen Raumaufteilung ohne strukturelle Schotten ein Gefühl von Weite. Die Stehhöhe unter dem Hauptschott beträgt beeindruckende 1,76 m (5 Fuß 9½ Zoll) und nimmt im vorderen Teil des Salons auf 1,70 m (5 Fuß 7 Zoll) ab. Nach dem Hinabsteigen der abnehmbaren Niedergangsstufen liegt die Nasszelle mit einer am Boden montierten Toilette an Backbord, während sich vor ihr eine U-förmige Sitzgruppe als Verlängerung für die vorderen Doppelkojen ergibt. Der Kajüttisch kann auf das Kajütdach angehoben oder abgesenkt werden, um eine weitere Koje zu bilden, und eine ordentlich eingerichtete Pantry verläuft entlang der Steuerbordseite. Achtern der Pantry und unterhalb des Cockpits – mit Ausnahme von Backbord, wo sich ein Stauraum befindet – befindet sich eine offene Doppelkoje und ein Staufach, die leicht zugänglich sind, indem man die Niedergangsstufen entfernt. Die Anzahl der Kojen wird mit vier bis fünf angegeben. (1)
Das Fazit
Die Jaguar 24 ist eine durchdacht konstruierte kleine Fahrtenyacht, die den Regatta-Charakter zugunsten einer kinderfreundlichen Einfachheit aufgibt, ohne langweilig zu segeln. Ihr offener, schottschottungsfreier Innenraum lässt einen 24-Fuß-Rumpf geräumig wirken, und das selbstwendende 7/8-Rigg mit leichten Leinenführungen im Cockpit macht das Segeln mit kleiner Crew problemlos möglich. Flache Kimmkiele und Trailer-Sailer-Proportionen erweitern ihren Revierbereich, auch wenn das moderate Ballastverhältnis und das Kenterungsverhalten sie eher als Boot für geschützte Gewässer und Küstentörns denn für Offshore-Einsätze kennzeichnen.
Vorteile
- Die offene Aufteilung ohne strukturelle Schotten maximiert den nutzbaren Raum
- Leicht zu bedienendes 7/8-Rigg mit selbstwendender Rollgroßsegel und aus der Plicht geführten Leinen
- Flache Kimmkiele aus Eisen (unter 1 m Tiefgang) eignen sich ideal für Marinas und den Trailertransport
- Leichte Verdrängungsform mit guter Formstabilität und dem Ruf für einfache Segeleigenschaften
Nachteile
- Nur 34 % Ballastanteil und ein Kenterungsverhältnis von 2,23 begrenzen die Hochsee-Eignung
- Das kleine Vorsegel erfordert einen Spinnaker für kompetentes Segeln auf raumen Kursen
- Die Stehhöhe unter 1,78 m schränkt größere Segler ein









