Design und Konstruktion
Mullins gab der 21 einen konventionellen GFK-Rumpf mit Isophthalsäure-Gelcoat und ein Deck mit Balsaholzkern – das Sandwich-Laminat wurde gewählt, um das Kabinenklima unter Deck zu mildern: yachtdatabase Review. Rumpf und Deck sind unterhalb des Sprungs festes Glas, und der Kiel selbst ist aus Eisen – ein 550 Pfund schwerer Brocken bei der Flossenvariante oder eine Schwenk-/Hubkiel-Variante, die aufgeholten nur 0,82 Fuß Tiefgang hat. Diese Hubvorrichtung ermöglicht es dem Boot, trockenzufallen oder zu einem Slip zu trailern; mit abgesenktem Kiel erreicht der Tiefgang etwa vier Fuß. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 225 ordnet sie zu den moderaten Regattayachten ihrer Größe ein, während ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 18,17 auf ein für die Verdrängung recht lebendiges Rigg hindeutet. (1)
Rigg und Handhabung
Die 21 ist mit einem 7/8-Slup-Rigg auf einem kurzen Mast ausgestattet, wobei etwa 20 m² Segelfläche einen 1.140 kg schweren Rumpf antreiben. Ihr Kenterungsverhältnis von 2,41 liegt unter dem Grenzwert für Hochseeregatten, was darauf hindeutet, dass ihr Einsatzgebiet geschützte Gewässer und kurze Törns sind, nicht aber Offshore-Passagen. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 5,5 Knoten, und ein Verdrängungsverhältnis von fast 488 Pfund pro Zoll bedeutet, dass sie stabil auf ihrer Last liegt. Mit dem eingeholten Kiel, der je nach Beladung bei etwa 0,25 bis 0,34 Metern liegt, kann das Boot hart gegen eine Buhne gesegelt oder in eine trockenfallende Bucht eingelaufen werden, die tiefere Boote mit Flossenkiel nicht erreichen können.
Unterbringung
Unter Deck ist das Layout offen gestaltet mit vier Kojen und einer Pantry vor der Backbordkoje. Die Stehhöhe liegt unter dem Durchschnitt für diese Bootslänge. In den Unterlagen wird weder eine geschlossene Vorpiek noch eine separate Nasszelle beschrieben; das Boot ist als Camp-Cruiser-Innenausstattung konzipiert, die eher für Wochenendtörns auf dem Wasser als für das Wohnen an Bord geeignet ist. Am Heck befindet sich ein Schwertkasten für einen Außenborder mit 4 bis 6 PS, sodass der Hilfsmotor frei von der Heckspiegel sitzt und leicht gewartet oder zum Trailern abgebaut werden kann.
Bekannte Schwachstellen
Aus der Bauhistorie ergeben sich zwei Punkte, auf die man achten muss. Das Schlagband löst sich gelegentlich und sollte an den Überwasserschiffen auf eine feste Verklebung überprüft werden. Strukturell muss man bedenken, dass Balsa das Deckskernmaterial ist. Jede Arbeiten, die das Sandwich durchdringen – wie die Montage von Winschen, das Neuabdichten von Decksbeschlägen oder die Installation von Antennenhalterungen –, muss so abgedichtet werden, dass kein Wasser in den Kern gelangen kann. (2)
Das Fazit
Die Jaguar 21 ist eine pragmatische kleine britische Fahrtenyacht: leicht genug zum Trailern, flach genug zum Trockenfallen und einfach genug für den Erstbesitzer zu warten. Ihr offener Innenraum eignet sich ideal für junge Familien oder Clubregattasegler, und der Hubkiel erweitert die Reviergrenzen. Die Kompromisse sind eine geringe Stehhöhe, ein eher flaches Stabilitätsprofil auf raumen Kursen und ein Balsadeck, das bei jedem Schraubenverschluss sorgfältig abgedichtet werden muss.
Vorteile
- Der Hubkiel hat bei eingeholtem Zustand einen Tiefgang von unter einem Fuß für das Anlanden und Trailern
- Konventioneller GFK-Rumpf mit einfachen Reparaturmöglichkeiten
- Offener Innenraum mit vier Kojen und Heck-Außenborderschacht
Nachteile
- Die unterdurchschnittliche Stehhöhe schränkt den Komfort in der Kabine ein
- Das Kenterungsverhältnis schließt sie vom Hochseeregattasegeln aus
- Das Deck mit Balsakern erfordert eine disziplinierte Abdichtung bei Durchführungen





