Design und Konstruktion
Maletto verlieh der 39 ein auffallend hohes Freibord, das optisch durch vergrößerte Kajütaufbaufenster ausgeglichen wird, die über den kantigen, gestuften Kajütaufbau mit seinen langen, schmalen Öffnungen geführt werden. Der Rumpf selbst ist flachbödig und kombiniert sich mit einem Anhang mit hoher Streckung – eine Kombination, die von Testern dem sportlichen Charakter des Bootes zugeschrieben wurde. Strukturell wich Cantiere del Pardo von der Stahlrohr-Gitter-Methode früherer Modelle ab: Das handaufgelegte Rumpflaminat verwendet Vinylesterharz, und die Steifigkeit kommt von Kohlefaserverstärkungen im dicht strukturierten GFK-Bodenbereich statt eines internen Stahlgerüsts. Die Rigglasten gehen direkt auf einen T-Kiel aus Gusseisen-Flosse und Bleibombe mit 2,4 Metern Tiefgang über, während das Sparcraft-Rigg mit zwei Salingen seine Wanten direkt an den Rumpfseiten ankernd befestigt.
Rigg und Handhabung
Der Mast steht weiter achtern als bei den Vorgängermodellen, was die J-Maß verlängert, sodass die Fock – durch die Positionierung der Wanten auf eine 106-prozentige Überlappung begrenzt – immer noch eine nützliche Fläche entwickelt. Für ein breites Rollbereichsprofil wird ein Code Zero oder ein flacher Code One empfohlen, wobei Spinnaker und Gennaker angeboten werden. Optional ist ein Bugspriet erhältlich, der sich für Regatten in einer Aussparung im Bug klappen lässt; die Fahrtenversion ersetzt dies durch einen Kettenführer im Vorschiff. Das Deck ist extrem aufgeräumt: Das laufende Gut wird in verdeckten Kanälen und Nischen verstaut, die Travellerschienen der Fock liegen unter dem Deck, und die Großschot läuft direkt unter den Plichtboden zu den Winschen am Süll, wahlweise mit einem optionalen System von German Admiral’s Cup für Regattasegler. Auf dem Wasser beschleunigt das Boot überraschend schnell, und das gut ausbalancierte Ruder macht es einfach, sie sicher und auch unter Druck zu steuern. In ihren Tests auf boats.com fanden Segler schnelle, dynamische Reaktionen und lobten das tiefe Ruder, das das Manövrieren im Hafen durch seine hohe Beschleunigung und das hervorragende Ruderbild erleichtert. Bei 14 Knoten wahrem Wind werden 6,9 Knoten Höhe am Wind bei 40 Grad erreicht, und ihre IRC- sowie ORC-Werte liegen bei 1,058 bzw. 602,8. (2)
Unterbringung
Unter Deck bevorzugt die Werft weiße Flächen und lackierte Verbundstoffe, wobei Mahagonifurnier serienmäßig und helles Eichen- oder Teakholz optional ist. Es gibt zwei Layouts – mit zwei oder drei Kabinen, einer oder zwei Nasszellen –, jeweils mit einer Eignerkabine und optionaler vorderer Nasszelle sowie zwei Achterkabinen; eine Variante bietet eine große Backskiste, die vom unteren Wohnbereich aus zugänglich ist, und eine Duschkabine im Inneren der Nasszelle. Die Trennwand zwischen den Achterkabinen kann zur Flexibilität versetzt sein. Die L-förmige Pantry und die nach vorn gerichtete Navigationsecke befinden sich gegenüber einem großen klappbaren Salontisch; die Pantry verfügt über zwei Kühlschränke und eine doppelte Spüle. Tester lobten die präzise, solide Tischlerarbeit, obwohl die Fußstützen des Steuermanns sich gut aufliegen lassen, während der Platz für den Großschottrimmer vor den Steuerrädern eng wirkte.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige Kritik aus den damaligen Testfahrten betraf die Stauraumluken: Die Beschläge und Scharniere von Schränken und Lukendeckeln erschienen für die im Einsatz zu erwartenden Lasten zu klein und zu fragil. Käufer und Eigner sollten diese Beschläge als das Schwachpunkt eines ansonsten sehr solide gebauten Innenraums betrachten.
Refits und Eignerschaft
Der Hilfsmotor ist ein Volvo Penta Diesel, der in Varianten mit 29 oder 40 PS angeboten wird und das Boot auch im Kabbelwasser zuverlässig nach Hause schiebt. Die Tankkapazitäten belaufen sich auf 185 Liter Diesel und 320 Liter Wasser. Ein helles Teakdeck mit grauen Fugen, klappbare Klampen und eine verdeckte Ankerkiste im Bug gehören zur Standardausstattung; ein 169 Quadratmeter großer Gennaker ist die Highlights-Option für raume Kurse. Das kohlefaserverstärkte Bodenwrack und die direkt am Rumpf befestigten Püttinge vereinfachen spätere strukturelle Inspektionen im Vergleich zu Vorgängern mit Gitterrahmen.
Das Fazit
Die Grand Soleil 39 ist eine bewusst moderne Regatta-/Fahrtenyacht: Der hochfreibordige, breite Rumpf von Maletto bietet viel Innenraumvolumen und steife Segeleigenschaften, ohne auf ein Stahlrohrgerüst zurückgreifen zu müssen. Das verdeckte stehende Gut in Kombination mit den beiden Steuerrädern macht sie im Hafen wie auf See zu einer sauberen, reaktionsschnellen und gut kontrollierbaren Yacht. Sie belohnt Eigner, die die kleinen Türbeschläge im Innenraum austauschen und das Boot bei leichtem Wind mit Code Zero segeln.
Vorteile
- Flachbodiger Rumpf und schlankes Anhang verleihen lebendige, schnelle Segeleigenschaften
- Carbon-Bodenwrange und Kugelkette an den Rumpfwänden ersetzen das ältere Stahlgerüst
- Verdecktes laufendes Gut und Unterdeck-Genuaschienen halten die Decks frei
- Flexibles Zwei- oder Drei-Kabinen-Layout mit versetztem achternem Trennwand
Nachteile
- Die Beschläge und Scharniere der Stauraumluke wirken unterdimensioniert und brüchig
- Die Position des Großschottrimmers vor den Steuerrädern ist eng begrenzt
- Das hohe Freibord erfordert die vergrößerten Bullaugen, um die Sicht gut einzuholen




