Design und Konstruktion
Mit einer Länge über alles von 36 Fuß 3 Zoll, einer Wasserlinie von 31 Fuß 6 Zoll und einer Breite von 11 Fuß 10 Zoll verdrängt die 364 12.760 Pfund auf einem massiven GFK-Rumpf mit einem Eisenballast von 6.173 Pfund und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 48,3 Prozent. Das Unterwasserschiff ist fein ausgearbeitet und kombiniert einen tiefen, schlanken Flossenkiel mit einem Spatenruder sowie einem feinen Unterwasserschiff mit einem hochgezogenen Profil, das für Agilität sorgte. Die Praxis von Gibert Marine in den 1990er Jahren, massive Rumpflaminate mit Decks in Balsaholzkern zu verarbeiten, ordnet die 364 in dieselbe Bauära wie ihre Schwestermodelle ein. Eindeutig ist, dass die Rumpfform und das Rigg – eine Masttoppslup mit 609 Quadratfuß Segelfläche – auf Performance-Cruising abzielten, bevor die Integration von Dufour die Richtung der Marke änderte. (1)
Rigg und Seeverhalten
Angesichts des schlanken Unterwasserschiffs und des hohen 57,4-Fuß-Mastes hätte die 364 ein schnelles Segelboot sein sollen, doch Yachting Monthly fand sie in der Praxis nur durchschnittlich. Der tiefe Tiefgang von 6 Fuß 7 Zoll und der hohe Keil verheißen eine gute Leistung am Wind und viel Grip, doch die gemessenen Werte blieben hinter den theoretischen Versprechungen zurück. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) nahe 183 und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,8 beschreiben die Zahlen eher eine moderat motorisierte Fahrtenyacht als einen leichten Sprinter, und das reale Urteil dämpft jegliche Erwartungen an rasante Geschwindigkeiten. (1)
Unterbringung
Unter Deck enttäuschte die 364 die Rezensenten in mehrfacher Hinsicht. Der Innenraum war zu einfach gehalten, mit sehr leichten Holzarbeiten und einer geringen Stehhöhe von knapp über 1,80 m. Der Kartentisch wurde als enttäuschend kritisiert, und die Pantry erwies sich vor Anker als nützlicher als auf See – eine bemerkenswerte Einschränkung für ein Boot dieser Größe, das für Hochseetörns konzipiert ist. Nicht alles war schlecht: Ein feuchter Stauraum am Fuße des Niedergangs galt als gute Lösung, da er einen eigenen Platz für tropfende Öljacken direkt dort bietet, wo sie ausgezogen werden. (1)
Das Fazit
Die Gib'Sea 364 ist ein Übergangsmodell – die letzte von Gibert gebaute Ausdrucksform der Joubert/Nivelt-Konstruktion, bevor Dufour die Marke übernahm. Ihr feines Unterwasserschiff und ihr tiefer Kiel sehen edel aus, aber die Segelleistung reichte nur für durchschnittliche Platzierungen, und die Kabine ist schlicht gehalten mit geringer Stehhöhe und einer schwachen Kartentafel. Für einen Käufer, der die Praktikabilität des feuchten Backskistens und eine erkennbare Vorgeschichte vor Dufour über Polsterqualität stellt, bleibt sie eine solide Fahrtenyacht; wer lebendige Performance oder ein edles Interieur erwartet, sollte woanders suchen.
Vorteile
- Tiefer, schlanker Langkiel und feines Unterwasserschiff für hervorragende Leistung am Wind
- Praktischer feuchter Stauraum direkt am Niedergang
- Letzte unabhängige Konstruktionsgruppe von Gibert Marine vor der Integration in Dufour
Nachteile
- Segelte trotz leistungsorientierter Rumpfform nicht besser als durchschnittlich
- Einfaches Interieur mit dünnem Holz und einer enttäuschenden Kartenmaschine
- Geringe Stehhöhe von knapp über 1,80 m; Pantry ist auf See schwach dimensioniert








