Design und Abstammung
Michel Joubert und Bernard Nivelt zeichneten die 352 im Jahr 1988, was eine langjährige Zusammenarbeit mit Gibert Marine fortsetzte, aus der bereits die Gib'Sea 28 und 126 hervorgegangen waren. Das Boot befand sich am unteren Ende des Fahrtenyacht-Sortiments der Werft und wurde auf einen Markt eingeführt, der von den Modellreihen Oceanis und Sun Odyssey dominiert wurde. Yachting Monthly stellte fest, dass die 352 gegen diese Konkurrenz kaum ankommen konnte und die Verkaufszahlen enttäuschend blieben – ein Schicksal, das sie nur etwa fünf Jahre in Produktion hielt. (2)
Konstruktion
Die 352 folgte der Praxis der Werft Ende der 1980er Jahre mit massiven GFK-Rumpflaminaten und einem Deck mit Balsaholzkern. Bei der damaligen Bauweise wurde eine nach innen gerichtete Rumpfverbindung verwendet, die mit mechanischen Beschlägen und Klebstoff am Deck befestigt war. Der flache Flossenkiel aus Eisen mit Skeg-aufgehängtem Ruder sorgte im Standardausführung für einen moderaten Tiefgang von 4' 0", während der tiefere Kiel mit 5' 7" für Segler zur Verfügung stand, die mehr Grip am Wind benötigten. Mit einer Verdrängung von 9.700 lbs (eine Quelle nennt 9.259 lbs) und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 25,77 war sie eher eine moderate Fahrtenyacht als ein leichtgewichtiger Regattakreuzer.
Rigg und Handhabung
Ihr Slup-Rigg trug eine angegebene Segelfläche von 652 Quadratfuß auf einem 34' 7" langen Rumpf, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von rund 17,3 führte – genug, um sie bei einer leichten Brise unterwegs zu halten, ohne dass eine große Crew erforderlich ist. Das Skeg-aufgehängte Ruder und der Flossenkiel sorgten für ein berechenbares Steuerverhalten, und der 28 PS starke Yanmar 3GM30 Diesel (fast überall in der Flotte verbaut) lieferte Hilfsenergie für Manöver und die Batterieladung.
Unterbringung
Die 352 wurde in zwei Innenraumaufteilungen angeboten. Die Eignerversion nutzte eine einzelne große Achterkabine und eine relativ große Nasszelle achtern, wodurch mehr Platz im Vorschiff erhalten blieb. Die Charterversion hingegen bot zwei Achterkabinen um einen großen nach außen gerichteten Kartentisch und einen geräumigen Salon herum, mit einer kompakten Nasszelle im Vorschiff, was dem Vorschiff etwas Raum kostete. Yachting Monthly beschrieb die Eignerversion als durchaus geeigneten Familien-Fahrtenkreuzer, und die beiden Achterkabinen im Charterlayout waren nur marginal kleiner als die einzelne Kabine der Eignerversion. Käufer sollten beachten, dass das Zwei-Kabinen-Layout den Stauraum in der Plicht im Vergleich zur Eignerversion erheblich verringert. (2)
Das Fazit
Die Gib'Sea 352 ist eine geräumige, gut ausgestattete Fahrtenyacht, die in erster Linie für den Chartermarkt konzipiert wurde, aber mit einem durchaus brauchbaren Eigner-Layout aufwartet. Ihre Joubert-Nivelt-Abstammung und die solide Bauweise machen sie zu einer vernünftigen kleinen Familien-Fahrtenyacht. Da sie jedoch im Verkauf weniger erfolgreich war als ihre Konkurrenten aus den Modellreihen Oceanis und Sun Odyssey, sind auf dem Wasser weniger Exemplare zu finden.
Vorteile
- Zwei echte Layout-Optionen: Eigner-Kajüte achtern oder Charter-Zweisitzer-Aufteilung
- Breite und Wasserlinie sorgen für ein geräumiges, modernes Interieur für 35 Fuß
- Fast alle mit einem Yanmar 3GM30-Diesel ausgestattet, was die Ersatzteilversorgung vereinfacht
Nachteile
- Enttäuschende ursprüngliche Verkaufszahlen begrenzten die Flottenstärke
- Die Zwei-Kabinen-Version opfert Stauraum in der Plicht
- Das Charter-Layout verliert Platz in der Vorschiffskabine zugunsten einer vorderen Nasszelle






