Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aerodynamisch geformt und leicht klassisch, befreit von den verzerrenden Einschränkungen der IOR-Messregeln, was zu einem Fahrtenrumpf führt, der ohne Kompromisse bei Regatta-Vorschriften performt. Comar baute das Boot als GFK-Einrumpfboot mit einem Bleibulbkiel mit 8,53 Fuß Tiefgang und einer moderaten Breite von 13,2 Fuß, die sich sanft bis zu den Enden verjüngt, anstatt sich mittschiffs aufzublähen. Das Deckshaus und der Spritzschutz sind mit dem Rumpf durch einen variablen Übergang harmonisiert, der das Freibord abflacht – eine klare Anlehnung an die 12-Meter-Klasse. Direkt achterlich des Mastes öffnet ein riesiges Fenster das Deckshaus, um auf die Sitzecke hinabzublicken – das markanteste visuelle Element des Designs. Die Bauweise spielte eine entscheidende Rolle: Umfangreiche Negativformen und Vakuuminfusion hielten das Gewicht niedrig, während die solide Bauweise erhalten blieb.
Rigg und Handhabung
Die Genesi 43 ist eine 7/8-Slup mit geteilten Salingen, ohne Fliegende Segel und mit einer Selbstwendefock, die das Segeln mit kleiner Crew vereinfacht. Das Deck ist auf ein Minimum reduziert, sauber und aufgeräumt gehalten, und die Takelage wurde fast vollständig entfernt. Mit einer Verdrängung von 9,1 Tonnen und einem Ballast von 3,3 Tonnen positionieren das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 36 Prozent und das Kenterungsverhältnis von 1,94 das Boot fest in der Klasse der leistungsfähigen Fahrtenyachten und nicht als federleichter Regattakreuzer. Die Slup trägt 85,47 Quadratmeter Segelfläche bei einer Wasserlinienlänge von 10,90 Metern.
Unterbringung
Unter Deck bietet das Layout eine echte Aufteilung mit drei Kabinen und sechs Kojen. Zwei separate Achterkabinen teilen sich eine Nasszelle, die unter der Einstiegsluke eingelassen ist, während die Vorschiffskabine etwas weiter vorn vor dem Mast liegt. Eine zweite Toilette befindet sich im vordersten Bugbereich vor einem Segelschrank. Die Steuerbord-Dinette wird von einer großen Hufeisensofa dominiert, und gegenüber auf Backbord erstreckt sich eine breite Pantry – eine symmetrische Anordnung, die die Arbeitsbereiche von den Wohnbereichen trennt. Der Motor ist mittschiffs zwischen der Bilge und der Unterkonstruktion der linken Sofakante verbaut. Diese Platzierung opfert den Wartungszugang zugunsten von Ruhe in der Kabine und Symmetrie.
Refits und Eignerschaft
Jeder Rumpf wurde mit hochwertigen Custom-Features ausgestattet, sodass das Serienboot fast ein Unikat ist. Das bedeutet, dass Eigner bei der Suche in der Flotte erhebliche Unterschiede in der Ausstattung und dem Finish finden werden. Die vakuuminfundierte massive Struktur und der Bleiballast sind konservative Langzeitentscheidungen; die Motorplatzierung mittschiffs ist der einzige Besonderheit, die zukünftige mechanische Arbeiten beeinflusst.
Das Fazit
Die Genesi 43 ist eine konstruktionsorientierte Fahrtenyacht aus den 1990er Jahren, die weit über ihren Status als Serienboot hinauswächst: ein Vallicelli-Rumpf, der sich nicht an die IOR-Logik gebunden fühlt, mit dem Detailgrad einer Custom-Bauweise und einem wirklich originellen Decksaufbau. Sie ist ein durchdachtes Eignerschiff und keine reine Charterbox, wobei das selbstwendende 7/8-Rigg auch einer kleinen Crew Freude bereitet.
Vorteile
- Das fraktionierte Selbstwendefockrigg mit geteilten Salingen vereinfacht die Segelhandhabung
- Das markante Deckssalondachfenster und das harmonisierte Freibord erinnern an den Stil der 12-Meter-Klasse
- Solider, infundierter Rumpf mit Bleibulbkiel und hohem Ballastverhältnis
Nachteile
- Der unter dem Dinette-Sofa mittschiffs eingebettete Motor erschwert den Wartungszugang
- Serienbau nach Maß führt zu großen Unterschieden zwischen den einzelnen Rümpfen





