Design und Konstruktion
Die De Ridder 22i ist überwiegend aus GFK mit Holzverzierungen gebaut, wobei sowohl Rumpf als auch Deck massives Glas sind und kein Sandwich-Laminat besitzen. Was die Struktur auszeichnet, ist das geschlossenzellige Schaumsandwich-Konstruktionsprinzip, das das Boot unsinkbar macht – eine Eigenschaft, die Steve Henkel in einer Rezension von 2010 als Doppelrumpfsandwich mit geschlossenzelligem Polyurethan in der Mitte beschrieb, das zudem zusätzliche Steifigkeit verleiht. Dieses doppelte Laminat hält den Innenraum, wie er feststellte, bei direkter Sonne kühl und an kalten Nächten warm. Der Kiel selbst ist ein 518 Pfund schwerer gusseiserner Bulbkiel auf einem Hubsystem, das über ein auf dem Deck bedienbares Wurmgetriebe angehoben und abgesenkt wird, sodass der Rumpf auf einem Trailer transportiert oder in flaches Wasser gewassert werden kann. Mit einer Breite von 8,1 Fuß und einer Verdrängung von 2.149 Pfund weist die 22i ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 24 Prozent und einen Kenterungsverhältnis von 2,51 auf – Werte, die sie eher zu leichten Regatta-/Fahrtenyachten als zu Hochseepassagierern einstufen. (1)
Rigg und Handhabung
Die 22i ist mit einem Bermuda-Slup-Rigg (7/8-Slup) ausgestattet, das über einen geneigten Vorsteven und einen senkrechten Spiegel verfügt. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) mit dem ISO-Referenzsegel liegt bei 17,6, steigt mit einer 135-prozentigen Genua auf 20,2, und eine Bewertung auf yachtdatabase.com ergab, dass sie mehr Rigg trägt als 96 Prozent vergleichbarer Segelboote – deutlich überriggt für ihre Ankerlänge. Ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 5,7 Knoten. Das am Spiegel aufgehängte Ruder an der Pinne und die Kiel-Wurmgeometrie an Deck machen das Trailern und das Segeln in flachen Gewässern unkompliziert, obwohl die Geometrie des Hubkiels der entscheidende Kompromiss bei der Handhabung des Bootes ist und nicht ein Mangel darstellt. (2)
Unterbringung
Unter Deck finden vier Personen Schlafplätze: Eine Doppel-V-Koje nimmt die Bugkabine mit der darunter eingebauten Nasszelle ein, während die Hauptsalons zwei gerade, als Achterkojen nutzbare Sofakojen und einen klappbaren Tisch in der Mitte bietet. Die Kochbereiche sind auf beiden Seiten direkt hinter der Bugkabine angeordnet und umfassen einen zweiflammigen Herd sowie eine Spüle. Henkel bewertete ihre Stehhöhe und Höchstgeschwindigkeit an der Spitze ihrer Altersklasse und vermerkte ein Trailergewicht im Bereich von knapp unter 3.000 Pfund – leicht genug für einen Familien-SUV und einen Standard-Trailer.
Ausrüstung und Refits
Wie ausgeliefert verfügt die 22i normalerweise über einen außenliegenden Motor in einem Heckkorb, wobei hochwertige Fallstopper und Winschen zur Standardausrüstung gehören. Henkel lobte die optionalen „Beine“ zum Trockenfallen auf dem Strand als durchdachtes Extra. Die Verarbeitungsqualität der Werft wurde von ihm als sehr gut bezeichnet, und das Boot wurde zeitweise von einem Klassenverein unterstützt, der ETAP Owners Association.
Bekannte Schwachstellen
Der Hubkiel ist die einzige Konfiguration, die Henkel als potenziellen Schwachpunkt markierte. Er schrieb, dass alles in Ordnung sei, solange der 235 kg schwere gusseiserne Kiel problemlos auf seinen Nylonführungen gleitet und kein Klopfen gegen den Mantel wahrgenommen wird; wenn ein Klopfen zu hören ist, muss das Boot eventuell dringend an der Kielhülle repariert werden. Ein Käufer oder Eigner sollte vor dem Kauf den Kiel vollständig durchholen und auf Kontakte mit dem Mantel achten. (1)
Das Fazit
Die ETAP 22i ist eine clevere kleine Fahrtenyacht, die auf Hochsehera Ambitionen verzichtet und stattdessen Flexibilität durch Trailerbarkeit sowie echte Unsinkbarkeit bietet. Ihr extrem gut besegelter 7/8-Slup, der Hub-Bulbkiel und der Sandwich-Rumpf aus Schaumstoff machen sie zu einer herausragenden Wahl unter leichten Regattayachten dieser Größe, während das Innenraum-Layout mit vier Kojen und die geteilte Pantry ihr echten Wohnkomfort verleihen. Der Hubkiel erfordert eine sorgfältige Inspektion, aber die hohe Bauqualität und das geringe Straßengewicht halten das Boot attraktiv.
Vorteile
- Unsinkbare Sandwichkonstruktion aus geschlossenzelligem Schaumstoff mit zusätzlicher Steifigkeit
- Trailerbar mit im Deck integriertem Schneckenlifter für geringen Tiefgang
- Überdimensioniertes 7/8-Slup-Rigg bietet maximales Geschwindigkeitspotenzial seiner Klasse
- Vier-Koje-Layout mit Nasszelle und geteilter Pantry bei 22 Fuß
Nachteile
- Der Hubkiel kann in seiner Kielkassette klappern und bei hörbarem Geräusch einer größeren Reparatur bedürfen
- Geringe Verdrängung und das Kenterungsverhältnis von 2,51 begrenzen den Offshore-Einsatz







