Design und Konstruktion
Die 28+ verfügt über einen massiven GFK-Rumpf kombiniert mit einem Deck mit Balsaholzkern. Das für Ericson typische Tri-Axial Force Grid (TAFG) verleiht der Struktur eine leichte Steifigkeit ohne spürbaren Ballastaufbau. Mit einer Länge über alles von 28,5 Fuß, einer Länge in der Wasserlinie von 24,17 Fuß und einer Breite von 10,5 Fuß weist sie eine Verdrängung von 7.500 Pfund auf und trägt 3.000 Pfund externen Bleiballast. Diese Werte führen zu einem moderaten Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 237 und einem Ballastanteil von 40 Prozent. Ein Kenterungsverhältnis von 2,15 und eine Komfort-Ratio von 19,9 positionieren das Boot eher als ein für Küstenreviere konzipiertes Boot als für schwere Langstrecken-Offshore-Passagen. Ein Flossenkiel hat einen Tiefgang von 5 Fuß, wobei eine Flachkiel-Version mit 4 Fuß Tiefgang für flachere Gewässer erhältlich ist. (1)
Rigg und Handhabung
Wo die 28+ ihren Ruf verdient, ist am Wind. Die Konfiguration als 7/8-Slup nutzt einen gebogenen Mast und zurückgepfeilte Salingen, was in Fachrezensionen mit einer besseren Segelform und hoher Agilität bei leichtem Wind belohnt wird. Der durchgesteckte Mast verankert das Rigg fest im Wasser. Die Tests von Goodoldboat zeigten eine spritzige Beschleunigung – 4 bis 5 Knoten in einer 5-Knoten-Brise mit einer 150-prozentigen Genua – und eine solide Höhe am Wind von etwa 105 Grad bei 5,5 bis 6 Knoten Wind in 12 Knoten Windstärke. Das Spatenruder bietet gute Manövrierbarkeit und direktes Feedback, und das 7/8-Rigg erleichtert das Trimmen der Segel beim Aufkreuzen. Sie ist relativ steif und stabil, kann mäßige bis starke Winde ohne übermäßige Krängung oder Luvgierigkeit vertragen, krängt jedoch früh auf 20 Grad und erfordert bei Böen eine aufmerksame Hand am Ruder. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 17,7 und ihre Rumpfgeschwindigkeit von 6,59 Knoten halten sie in der Kategorie „spaßig und schnell“ mit einem PHRF-Wert von rund 150 bis 160. (1)
Unterbringung
Im Inneren nutzt die 28+ ihre Breite von 10,5 Fuß optimal und bietet für diese Größe eine geräumige und komfortable Aufteilung mit einer Stehhöhe von rund 1,80 m im gesamten Innenraum. Zwei separate Kabinen bilden das Rückgrat des Layouts: eine V-Koje im Vorschiff für zwei Personen und eine Achterkoje an Steuerbord für eine Person. Die beiden Sofakojen im Salon lassen sich um einen klappbaren Tisch herum zu Einzelkojen umbauen, sodass bis zu sechs Personen an Bord übernachten können. Die Pantry an Backbord verfügt über Spüle, Herd, Kühlbox und reichlich Stauraum, während die Nasszelle an Steuerbord eine Spüle, Toilette und Dusche beherbergt – eine ungewöhnlich vollständige Ausstattung für ein 28-Fuß-Boot.
Bekannte Schwachstellen
Der größte Nachteil des Bootes liegt in der Leistung bei sehr leichtem Wind, wo der moderate Segelplan und das frühe Krängungsverhalten das Boot träge machen, bis sich der Wind erholt.
Refits und Eignerschaft
Ein 11-PS-Yanmar-Diesel befindet sich mittschiffs mit 25-Gallonen-Kraftstoff- und 25-Gallonen-Wassertanks – eine bescheidene, aber ausreichende Ausstattung für eine Regatta-/Fahrtenyacht dieser Verdrängung. Das Standard-Segelgarderobe umfasst ein 200 Quadratfuß großes Großsegel, eine 222 Quadratfuß große 115-Prozent-Genua, eine zweite 212 Quadratfuß große Genua bei fast 96 Prozent Leinenplan, eine 344 Quadratfuß große 150-Prozent-Genua und einen 568 Quadratfuß großen asymmetrischen Spinnaker – was dem Eigner zahlreiche Möglichkeiten zur Optimierung durch Downwind-Kites und überlappende Vorsegel bietet. Mit nur etwa 90 gebauten Exemplaren bleibt die 28+ ein seltenes, aber hervorragend konstruiertes King-Design.
Das Fazit
Die Ericson 28+ ist ein durchdacht modernisierte King-Konstruktion, die als Regatta-/Fahrtenyacht für Küstenreviere weit über ihre Länge hinausragt. Die TAFG-Spantkonstruktion, das 7/8-Rigg und das Unterwasserschiff mit Flossenkiel und Spatenruder sorgen für schnelle Beschleunigung und ordentliches Segelverhalten am Wind, während der vergrößerte Innenraum sie zu einem kompetenten Boot für Wochenendtörns mit kleiner Familie macht. Ihre Leichtwind-Lethargie ist der Preis für einen moderaten Segelplan und frühes Krängen, und die geringe Stückzahl bedeutet, dass man geduldig nach einem gepflegten Exemplar suchen muss.
Vorteile
- 7/8-Rigg mit gebogenem Mast und zurückgepfeilten Salingen für hohe Agilität bei Leichtwind
- Tri-Axial Force Grid-Rumpfstruktur für maximale Steifigkeit bei geringem Gewicht
- Vollständiges Fahrteninterieur mit sechs Kojen und Stehhöhe im Salon
- Steifes, gut ausgewogenes Verhalten mit einfachem Trimmen am Wind
Nachteile
- Träges Verhalten bei sehr leichtem Wind
- Krängt früh bis zu 20 Grad, was eine aktive Gustensteuerung erfordert
- Nur ca. 90 Einheiten gebaut, was die Verfügbarkeit auf dem Gebrauchtbootmarkt einschränkt








