Design und Konstruktion
Der 35-Fuß-Rumpf von Ibold weist ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,87 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 439 auf – eine Zahl, die das Boot in den Bereich der sogenannten Ultra-Heavy-Cruiser einordnet. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 41 Prozent und das Kenterungsverhältnis von 1,66 deuten auf eine Form hin, die eher auf Stabilität auf See als auf Geschwindigkeit bei Spielchen im Hafen ausgelegt ist. Mit etwa 30 Quadratmetern benetzter Fläche und einem Langkiel ist die Endurance 35 ein volumenreiches, schwer beladenes Schiff: Ihr Tiefgangsverhältnis von rund 1.020 Pfund pro Zoll bedeutet, dass sie tief im Wasser liegt und sich langsam bewegt; die theoretische Höchstgeschwindigkeit einer Verdrängerrüste dieser Länge beträgt 6,9 Knoten. Der Rumpf selbst ist aus GFK gefertigt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Endurance 35 ist als Ketsch getakelt, und die für den Entwurf aufgezeichneten Maße der stehenden und laufenden Gutachten zeigen eine handwerklich solide Ausrüstung für das Fahrtensegeln auf See. Die Schoten von Fock und Genua sind mit einem Durchmesser von einem halben Zoll auf 31,5 Fuß lang geführt, die Großschot ist mit ebenfalls einem halben Zoll auf beeindruckende 78,7 Fuß ausgelegt, und die Spinnakerschoten haben eine Länge von 69,3 Fuß auf demselben Anker-Durchmesser. Diese langen Schotlängen spiegeln den geteilten Segelplan der Ketsch und die Notwendigkeit wider, die Segel aus einer zentralen Plicht über ein langes Deck zu trimmen. Der Tiefgang liegt je nach Beladung bei etwa fünf Fuß, was es dem Boot trotz seiner schweren Bauweise ermöglicht, in die meisten Marinas einzulaufen. Das Komfort-Ratio von 41,7 quantifiziert das angenehme Seeverhalten, das die schwere Verdrängung und die lange Wasserlinie im Seegang verleihen. (1)
Unterbringung
Der Entwurf war eindeutig für ausgedehnte Törns unter Segeln und Motor konzipiert. Das Boot verfügt über 185 Gallonen Wasserkapazität und 71 Gallonen Diesel. Die Breite von 11 Fuß und die Langkiel-Rumpfform bieten das Innenraumvolumen, das ein solches Fahrtprogramm erfordert.
Bekannte Schwachstellen
Die einzigen Punkte, auf die man achten sollte, sind typisch für diese Bootsklasse: Aufgrund der extrem hohen Verdrängung und des hohen Tiefgangs reagiert der Rumpf träge auf Segeltrimm und erfordert eine ruhige Hand. Zudem schränkt der Langkiel die Manövrierbarkeit in engen Marinas im Vergleich zu zeitgenössischen Booten mit Flossenkiel ein. Dies sind Kategorie-Eigenschaften, keine Mängel in der Bauqualität.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft bedeutet, mit einem Boot zu leben, das von verschiedenen Werften nach Ibolds Entwurf gebaut wurde. Daher variieren die einzelnen Rümpfe in den Konstruktionsdetails je nach Ort und Zeitpunkt der Fertigstellung. Zu den wenigen hundert gebauten Booten gehören auch die spanische Produktion von Belliure sowie Auslieferungen anderer Werften. Ein Käufer oder Eigner sollte sich auf zeitgemäße Systeme und die Refit-Aufgaben eines fünfzig Jahre alten Motorsailers einstellen, anstatt auf eine einzelne dokumentierte Schwachstelle zu hoffen.
Das Fazit
Die Endurance 35 ist eine durch und durch traditionelle, schwere Motorsailer-Ketsch aus GFK mit Langkiel, entworfen von Peter Ibold. Ihre Werte – ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 439, ein Ballastanteil von 41 Prozent und eine Komfort-Ratio von 41,7 – beschreiben ein Boot, das für stabiles, langsames und komfortables Fahrtensegeln und nicht für Leistung gebaut wurde.
Vorteile
- Rumpf mit extrem hoher Verdrängung und einem Motion Comfort-Ratio von 41,7 für ein weiches Seeverhalten
- Langer Kiel und ca. 5 Fuß Tiefgang ermöglichen den Hafen-Zugang trotz der schweren Bauweise
- Ketsch-Rigg mit großzügigen Schotlängen, ideal für das Trimmen auf See
Nachteile
- Das 439er Verdrängungs-Längen-Verhältnis (DL) und die hohe Tiefgangsrate führen zu einer träge Reaktion und geringer Geschwindigkeit
- Der Langkiel verringert die Manövrierfähigkeit im Hafen im Vergleich zu Booten mit Flossenkiel
- Mehrere Werften bedeuten eine ungleichmäßige Fertigstellung pro Rumpf








