Design und Konstruktion
Marée Haute baut die gesamte Django-Reihe in seinen Werften in Trégunc im Infusionsverfahren auf GFK. Der Hersteller gibt an, dass dieser Prozess extrem leichte Rümpfe mit guter Verarbeitungsqualität und konstanter Produktion ermöglicht. Der Rumpf selbst verfügt über eine feinfliedrige Kimmlinie, ein Merkmal, das dem Hersteller zufolge dafür sorgt, dass die Rümpfe bei allen Winden das beste Kompromissverhältnis bieten, während gleichzeitig das Innenraumvolumen für bequemen Ankerurlaub erhalten bleibt. Der Tester von Yachting Monthly bemerkte, dass der breite Rumpf ihre bretonische Herkunft zeigt und eine gute Formstabilität bietet. Bei einer Krängung bis zu 20° auf die Achterkimm fühlte sich das Boot steif an und konnte Böen gut standhalten; die Doppelruder behielten auch bei weiterer Krängung am Ankerbalken die Kontrolle. Ab einer Krängung von 25–30° erhöht sich die Ruderbelastung deutlich, was signalisiert, dass das Boot übertakelt ist – ein berechenbarer, gut lesbarer Grenzwert und kein Nachteil. (1)
Rigg und Handhabung
Jede Leine der Django 7.70 ist für die Bedienung mit kleiner Crew geführt. Die Cockpit-Anordnung ermöglicht es, alle Manöver von achtern aus durchzuführen, und der Hersteller hat jede Version so konzipiert, dass sie einhand oder mit zwei Personen bedient werden kann. Auf dem Wasser stellte Yachting Monthly fest, dass die Ruderpinne der Doppelruder eine hervorragende Kontrolle bietet. Während die Fockschoten über reibungsarme Ringe auf den Trimmholzschienen laufen statt über Schienenkanäle, wird das Großsegel über ein Ratschenblöck vor der Pinne mit Traveller für feinen Trimm gesetzt. Die Harken 20ST-Genuawinschen sitzen komfortabel im Innenraum, und andere Leinen laufen nach achtern zum Kajütdach, wo sie von einer zweiten Harken ST-Winsch bedient werden. Mit einem Code Zero Gennaker, der über einen abnehmbaren Bugspriet gesetzt wird, lief das Boot mühelos mit 7 oder 8 Knoten Geschwindigkeit; unter Segeln kletterte es hoch am Wind auf über 6 Knoten und segelte auf dem Testsegel knapp über 35° zum Wind. Eigner berichten, dass sich das Boot einhand ohne Anstrengung manövrieren lässt und ein Rudergefühl vermittelt, das dem von Jollen sehr nahekommt – ein leistungsstarkes Boot, das auf die kleinste Regulierung reagiert.
Leistungsbereich
Die Kimmkiel-Konfiguration ist zentral für den Charakter des Bootes. Marée Haute weist darauf hin, dass die Modelle mit Kimmkielen ein einfaches und sicheres Anlanden am Strand ermöglichen, während sie hervorragende Segeleigenschaften beibehalten. Die Testerin bestätigte, dass sie bei etwas mehr als einem Meter Wassertiefe trockenfallen kann, um Betriebskosten zu sparen. Selbst bei viel Druck brach der Luvkiel selten durch die Wasseroberfläche. Der 13 PS starke Volvo tankt aus einem 35-Liter-Dieseltank, und mit 50 Litern Wasser sowie einer CE-Zertifizierung der Kategorie A (mit zusätzlicher Unsinkbarkeit) ist das Boot für den Hochseeeinsatz zugelassen – eine Tatsache, die von Eignern bestätigt wird, die es als sehr seetüchtig und extrem vielseitig beschreiben. Dank ihrer Stabilität und ihres Seeverhaltens ist sie für lange Reisen und Transatlantik-Passagen geeignet.
Unterbringung
Im Inneren ist der Salon erhöht – im getesteten Boot etwa einen Fuß über den Bodenbrettern des Rumpfes –, was den sitzenden Personen eine Sicht durch die Kajütaufbaufenster ermöglicht und unter Deck Stauraum schafft. Die Werft beschreibt die Innenräume von Django als einfach, funktional und angenehm. Das getestete Layout bot eine Doppel-V-Koje im Vorschiff, eine rechteckige Doppelkoje an Backbord achtern und eine U-förmige Sitzecke, die das Boot bei Bedarf für sechs Personen ausreichen lässt. Die Stehhöhe beträgt 1,70 m. Die Pantry an Steuerbord verfügt über eine Spüle und ein zweiflammiges Gasherd; ein stehender Kartentisch befindet sich an Backbord. Die Nasszelle ist eng und fehlte im getesteten Boot völlig; der Zugang zum Niedergang führt direkt auf den Innenschaumgummi des Rumpfes, da keine Bodenbretter montiert sind. Die eigene Spezifikation von Marée Haute nennt 4 Kojen und 2 Kabinen, während das gezeigte Standardlayout keine separaten Kabinen oder Türen aufwies; die Version mit geschlossener Nasszelle ersetzt den Kartentisch und gewinnt eine Koje an Steuerbord, ein Konzept, das von Paaren mit Kindern bevorzugt wird. Eine chemische Toilette ist serienmäßig und wird meist von den Eignern gegen eine Bordtoilette ausgetauscht. (2)
Eignerschaft und Nutzung
Die geringe Stellfläche ist ein echter Vorteil. Eigner berichten, dass der elegante Look nicht unbemerkt bleibt und die Größe der 7.70 das Finden einer Liegeplatzmöglichkeit in überfüllten Häfen erleichtert. Die Werft positioniert sie als ideal für Einhandtörns, Familien- oder Freizeitausflüge, und die breiten, übersichtlichen Deckspläne verbessern die Segelleistung, während alles gut erreichbar bleibt. Zwei Backskisten an Deck beherbergen zudem das Rettungsboot, und die Möglichkeit, auf den Kimmkielen trockenzufallen oder anzulegen, erweitert den Bereich, in dem das Boot gehalten oder erkundet werden kann.
Das Fazit
Die Django 7.70 ist eine seltene Rarität: ein 25-Fuß-Boot mit echten Hochseequalitäten, einem trockenfallenden Kimmkiel-Rumpf und einem Rigg, das auch ein Einhandsegler problemlos bedienen kann. Sie belohnt aktives Steuern mit einer Jollenartigen Feinfühligkeit und einem steifen, berechenbaren Verhalten. Ihr erhöhter Salon und die clevere Stauung machen Küstenfahrten und Langstrecken sowohl möglich als auch angenehm. Die Kompromisse sind die eines jeden kleinen Bootes – begrenzte Stehhöhe, eine minimale Nasszelle und fehlende Bodenbretter –, aber für den richtigen Eigner ist sie eine bemerkenswert vollständige kleine Fahrtenyacht.
Vorteile
- CE-Kategorie A mit Unsinkbarkeit und dokumentierter Transatlantik-Eignung
- Zwillingskiele ermöglichen Trockenfallen und einfaches Anlanden bei knapp über einem Meter Tiefgang
- Voll durchgeführtes Rigg und Pinne machen das Einhandsegeln mühelos
- Der erhöhte Salon bietet gute Sicht und Stauraum unter Deck
- Injizierter Leichtbau-Rumpf mit konstanter Verarbeitungsqualität und ausgebildetem Knick für hohe Formstabilität
Nachteile
- Eng gestaltete Nasszellen ohne Tür im Standardlayout
- Keine Bodenbretter am Niedergang; man steht auf dem Innenrumpf
- Eingeschränkte Stehhöhe von 1,70 m und minimalistische Pantry
- Geringe Wasserkapazität (50 l) und Kraftstoffkapazität (35 l) für längere Törns






