Design und Konstruktion
Clarks Rumpf besteht aus einer massiven GFK-Hülle mit einem festen GFK-Deck, und die Materialwahl bringt praktische Vorteile: Ein GFK-Rumpf erfordert über eine gesamte Segelsaison hinweg nur minimale Wartung. Der Konstrukteur hat sich ganz klar auf viel Raum konzentriert und sich für eine deutlich geräumigere Rumpfform als üblich entschieden – die Zahlen bestätigen dies: Im Vergleich zu ähnlichen Segelbooten ist die 7.7 geräumiger als 88 Prozent aller anderen Entwürfe. Diese großzügige Innenraumgestaltung resultiert aus einer Breite von 9,5 Fuß bei einer Länge von 25,75 Fuß, was einem Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,63 entspricht – ein niedriger Wert für diese Klasse, der das Wohngefühl unter Deck erklärt. Der Flossenkiel weist je nach Beladung einen Tiefgang von etwa vier Fuß auf, was reicht, um in flachen Marinas anzulegen, und der Bleiballast von 1.100 Pfund sorgt für ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 34 Prozent.
Rigg und Seeverhalten
Die 7.7 ist als 7/8-Slup getakelt, und der Segelplan ist für diese Größe alles andere als bescheiden. Mit einer Segelfläche von Großsegel und Fock von rund 297 Quadratfuß trägt sie mehr Rigg als 100 Prozent aller ähnlichen Segelboote, was die Rezension als deutlich übertakelt bezeichnet. Dieses stark getakelte Rigg sitzt auf einem Flossenkiel-Rumpf mit Spatenruder: Der Flossenkiel sorgt für hervorragende Manövrierbarkeit im Hafen, verliert jedoch im Vergleich zu Langkielern etwas an Kursstabilität und läuft bei stehendem Wind etwas aus dem Ruder. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei etwa 6,0 Knoten, und die benetzte Fläche des Unterwasserschiffs beträgt rund 204 Quadratfuß. Das Absenkungsvermögen liegt bei etwa 663 Pfund pro Zoll, sodass das Boot bei einer erheblichen Zuladung vorhersehbar einen Zoll tiefer sinkt, je nachdem, wie viele Pfund es trägt. (1)
Unterbringung
Das dominierende Konstruktionsmerkmal ist das Volumen. Clarks Entscheidung, den Rumpf zu verbreitern und die Breite nach den Enden hin auszudehnen, führt zu einer Kabine, die sich im Vergleich zu fast allen Konkurrenten in dieser Größenklasse deutlich geräumiger präsentiert. Das Komfort-Ratio von 11,35 deutet zudem auf eine stabile, solide Plattform für ein so leichtes Boot hin. Mit einem Kenterungsverhältnis von 2,58 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 178,57 fällt sie eindeutig in die Kategorie der leichten Verdränger, die eher flache Reviere als schwere Blauwasser-Traditionsschiffe bevorzugen.
Bekannte Schwachstellen
Der einzige Kritikpunkt bei diesem Einheitsklassenboot ist keine Mangelware, sondern eine Eigenschaft des Seeverhaltens: Die geringere Kursstabilität des Flossenkiels bedeutet, dass das Boot auf raumen Kursen weniger kursstabil läuft als ein Langkieler und mehr Aufmerksamkeit am Ruder erfordert. Das überdimensionierte Rigg ist ein weiterer Punkt – mehr Segelfläche als ihre Schwesterschiffe kann bei starkem Wind den leichten Rumpf überfordern, wenn nicht gut aufgepasst wird.
Refits und Eignerschaft
Die GFK-Bauweise sorgt für unkomplizierte saisonale Wartung, und die Abmessungen des stehenden und laufenden Guts sind vollständig dokumentiert, um nachbestellt werden zu können: Jede Fall ist 24,2 Meter lang und hat einen Durchmesser von 8 mm, die Schoten haben einen Durchmesser von 10 mm in Längen von 7,6 bis 19,1 Metern, und das Cunningham, die Unterliekstrebe und der Unterliekspanner sind alle auf 8 mm spezifiziert. Ein Eigner, der Leinen ersetzt, kann dies exakt nach den Originalmaßen ohne Raten tun.
Das Fazit
Die San Juan 7.7 ist eine volumenoptimierte, leicht anspringende kleine Slup, die Kursstabilität gegen Manövrierbarkeit eintauscht und ein überraschend großes Rigg auf einen wartungsarmen GFK-Rumpf packt. Sie eignet sich für Segler, die mehr Kabinenraum und schnelle Handhabung über Hochseestabilität stellen.
Vorteile
- Deutlich geräumiger als 88 Prozent vergleichbarer Konstruktionen
- Der GFK-Rumpf erfordert nur minimale saisonale Pflege
- Der Flossenkiel sorgt für hervorragende Manövrierbarkeit in engen Häfen
- Voll dokumentierte Riggmaße vereinfachen den Austausch von Leinen
Nachteile
- Der Flossenkiel hat weniger Kursstabilität als ein Langkiel
- Im Vergleich zu ähnlichen Segelbooten deutlich überdimensioniertes Rigg






