Design und Konstruktion
Der Rumpf der Cascade 29 ist aus massivem GFK gefertigt, das von Yacht Constructors ohne Kern und mit dickem, handaufgelegtem Laminat gebaut wurde. Auch ihr Deck besteht aus massivem GFK, anstatt der Sandwich-Konstruktion, die die Werft bei anderen Modellen verwendete. Bei einer Verdrängung von 7.500 Pfund und einem Eisenballast von 2.380 Pfund weist sie ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 32 Prozent auf – ein Wert, der nur bei etwa 10 Prozent ähnlicher Konstruktionen übertroffen wird. Das Verhältnis von Länge zu Breite liegt bei 3,26, was schlanker ist als bei 69 Prozent vergleichbarer Segelboote, und der Konstrukteur entschied sich für eine etwas schnittigere Rumpfform. Ein Bulbkiel hat unter Last einen Tiefgang von rund 4,75 Fuß, während das Spatenruder und die Wasserlinie von 24 Fuß eine theoretische Rumpfgeschwindigkeit von fast 6,6 Knoten ermöglichen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Cascade 29 ist als Kutter mit einem bescheidenen Segelplan von 417 Quadratfuß getakelt. Sie trägt mehr Rigg als nur 4 Prozent ähnlicher Boote, was bedeutet, dass sie deutlich untertakelt ist. Die Fallen von Großsegel, Fock, Genua und Spinnaker sind alle mit 5/16 Zoll und einer Länge von etwa 30,8 Fuß geführt. Die Schoten reichen von 29 Fuß bei der Fock und Genua bis zu einer 72,5 Fuß langen Großschot, wobei die Spinnakerschoten auf 63,8 Fuß ausfallen. Die benetzte Fläche von 247 Quadratfuß und ein Immersionsgrad von 744 Pfund pro Zoll beschreiben einen Rumpf, der auf Last anspricht, sich aber beim Beladen tief im Wasser niederlegt. (1)
Unterbringung
Ein erheblicher Teil der Cascade-Segelboote verließ die Werft als halbfertiger Bausatz für den Eigner selbst, weshalb sich die Innenräume von Exemplar zu Exemplar stark unterscheiden. Die Tankkapazitäten betragen 33 Gallonen Benzin und 43 Gallonen Wasser, angetrieben von einem Universal-Atomic Atomic 4 Benzinmotor mit 30 PS. Die schmale Breite von 8,17 Fuß begrenzt die Kabattiefe im Vergleich zu späteren, breiteren Konstruktionen.
Bekannte Schwachstellen
Das massive GFK-Deck vermeidet die Balsa- oder Sperrholzkernkonstruktion, die der Werft an anderen Stellen zum Einsatz kommt, und eliminiert so das typische Risiko einer Decksfeuchtigkeitssättigung. Der Benzin-Atomic 4-Motor bringt die inhärenten Belüftungs- und Dampfrisiken eines im Innenraum installierten Benzin-Innenborders mit sich. Aufgrund der Geschichte als Bausatz können einzelne Exemplare abweichende Systeme und Holzarbeiten aufweisen.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft der Marke wechselte 1989, als Yacht Constructors unter Hans Geerling zu Cascade Yachts wurde, und die Verantwortung ging später 2007 an Chinook Composites und 2008 an Russell über, die eine begrenzte Wiederbelebung in Seaside, Oregon, planten. Der ungetakelte Segelplan lädt als Eigner-Upgrade zum Anpassen der Segel oder zum Einbau eines höheren Riggs ein, und aufgrund der Bausatz-Bauweise sollte ein Gutachten genau prüfen, wie gründlich jeder einzelne Rumpf fertiggestellt wurde.
Das Fazit
Die Cascade 29 ist ein schlanker Entwurf aus den frühen 1960er Jahren von Robert A. Smith, deren solider GFK-Rumpf und Bulbkiel sie zu einer unkomplizierten Küsten-Fahrtenyacht mit geringem Tiefgang machen. Mit einer Stückzahl von nur 355 gebauten Einheiten sind ihr geringes Ballastverhältnis und der deutlich untertakelte Segelplan die klaren Kompromisse gegenüber einem auf Geschwindigkeit ausgelegten, schmalen Rumpf.
Vorteile
- Der solide, kernlose GFK-Rumpf und das Deck eliminieren typische Schwachstellen wie Rott im Sandwichkern
- Das schlanke Verhältnis von Länge zu Breite von 3,26 spricht für einen schnelleren Rumpf als bei den meisten Konkurrenzmodellen
- Der geringe Tiefgang von ca. 4,75 Fuß erweitert die Ankerreviere und den Zugang zu Marinas
- Die langjährige Betreuung durch die Werft bewahrt Pläne und Formenbauten
Nachteile
- Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 32 Prozent liegt unter etwa 90 Prozent der vergleichbaren Konstruktionen
- Die Segelfläche beträgt nur 4 Prozent der ähnlichen Boote, was zu einem unzureichenden Rigg führt
- Die Herkunft als Bausatz führt zu ungleichmäßigen, vom Eigner fertiggestellten Innenräumen und Systemen
- Der Benzin-Atomic 4-Innenborder bringt die typischen Einschränkungen eines Benzinmotors mit sich









